Ungewöhnliche Exponate haben neben dem künstlerischen einen ernsten Hintergrund. Sie thematisieren die Verschmutzung des Flusses durch Müll.
Es ist ein ungewohnter Anblick rund um Donaueschingens wohl bekannteste Attraktion: Ein altes Feuerzeug, ein Kugelschreiber, diverse Plastik-Verpackungen und sogar das Rad eines Kinderwagens liegen an der Donauquelle. Hat hier jemand einen Mülleimer ausgeleert? Nein, der Müll, der dieser Tage an der Quelle zu finden ist, ist dort ganz bewusst platziert worden, und zwar in Form von Kunstwerken.
Das besondere Kunstprojekt verbindet in diesem Sommer die Partnerstädte Donaueschingen und Vác entlang der Donau. Der ungarische Künstler Mihály Kolodko zeigt seine außergewöhnlichen „Donauhaie“ erstmals auch in Donaueschingen, am Ursprung der Donau. Die an der Quelle ausgestellten Hai-Figuren können laut einer Mitteilung der Stadt noch bis zum 13. September begutachtet werden.
Kunst mit Botschaft
Und die Ausstellung hat nicht nur einen künstlerischen, sondern auch einen bewusst sehr ernsten Hintergrund. Die Skulpturen sind aus Beton gegossen und enthalten Müll, den der Künstler entlang der Donau gesammelt hat. Mit den Haien möchte Kolodko auf die Verschmutzung des Flusses aufmerksam machen, heißt es in der Mitteilung weiter. Der Hai, der eigentlich nicht in die Donau gehört, wird dabei zum Symbol für all das, was ebenfalls nicht in den Fluss gehört.
Dass die Haie nun an der Donauquelle in Donaueschingen zu sehen sind, hat eine besondere Bedeutung: Hier beginnt die Donau ihre Reise durch zehn Länder bis zum Schwarzen Meer und verbindet dabei auch Donaueschingen mit seiner ungarischen Partnerstadt. Die Ausstellung schlägt damit eine künstlerische Brücke entlang des Flusses und erinnert gleichzeitig daran, wie wichtig der Schutz dieses gemeinsamen europäischen Naturraums ist. Besucher sind eingeladen, die ungewöhnlichen Skulpturen zu entdecken und über die Reise der Donau – und den verantwortungsvollen Umgang mit ihr nachzudenken.