Im Verfahren zu dem Messerangriff auf dem Marktplatz in Mannheim haben nun ein Oberarzt und eine Rechtsmedizinerin ausgesagt.
Im Verfahren zum Messerangriff auf dem Marktplatz in Mannheim sagten jetzt zwei Mediziner aus: Der Oberarzt der BG Klinik in Ludwigsburg, der den durch Stiche verletzten Islamkritiker Michael Stürzenberger operierte. Und die Rechtsmedizinerin, die im Sommer 2024 das mutmaßliche Anschlagsopfer im Hinblick auf die Schwere seiner Verletzungen begutachtete. Bei der Attacke am 31. Mai 2024 war der 29 Jahre Polizeihauptkommissar Rouven Laur verletzt worden. Zwei Tage später verstarb er an den Folgen der beiden Messerstiche.
Der Oberarzt versorgte vier der sechs Verletzungen, die Sulaiman A. bei seinem Angriff Stürzenberger zugefügt hatte. Stürzenberger hatte ausgesagt, laut Medizinern sei der Stich in die linke Brustkorbhälfte der „am meisten lebensbedrohliche“ gewesen. Nachdem der Operateur diese Verletzung untersucht hatte, ignorierte er sie aber zunächst und versorgte die drei Einstiche am linken Oberschenkel, da diese „sehr heftig“ bluteten. „Das diffuse Blutungsbild musste zuerst gestoppt werden.“ Während er am Bein operierte, versorgte ein zweites Ärzteteam die Gesichtsverletzungen Stürzenbergers.
Professor Bettina Zinka, Rechtsmedizinerin der Universität München, sprach davon, dass „den Oberkörper penetrierende Verletzungen grundsätzlich aus rechtsmedizinischer Sicht abstrakt lebensbedrohlich sind“. Ohne Behandlung habe die Gefahr bestanden, dass Stürzenberger über Stunden hinweg verbluten hätte können.