Besucher informieren sich in der kühlen Museumsluft an den Infotafeln des Atomkellers. Foto: Vincent Kapitel-Stietzel

Das Atomkeller-Museum in Haigerloch zieht reichlich Besucher an – seit dem Hollywood-Blockbuster „Oppenheimer“ sogar Fernsehteams aus den USA. Das sagt Kulturbüroleiterin Ramona Eger.

Knapp ein Jahr ist es her, dass der Film „Oppenheimer“ von Regisseur Christopher Nolan für klingelnde Kinokassen sorgte, sieben Oscars gewann und das Leben des „Vaters der Atombombe“, J. Robert Oppenheimer, einem breiten Publikum bekannt machte.

 

Während Anfang 1945 in den USA bereits an der ersten funktionsfähigen Atombombe gearbeitet wurde, versuchte Nazideutschland, mit einer Versuchsanlage in einem Haigerlocher Bierkeller eine selbsterhaltende Spaltungskettenreaktion herbeizuführen: Das Potenzial der Forschung, zur Entwicklung eigener Atomwaffen beizutragen, war den Verantwortlichen bewusst.

Etwas mehr als 79 Jahre später steht Kulturbüroleiterin Ramona Eger in dem Kellerraum, in dem damals die Tests durchgeführt wurden. Während einige Besucher im Hintergrund die Infotafeln lesen und die kühle Luft im ehemaligen Bierlager genießen, gibt sie Einblicke über den aktuellen Stand im Museum.

Wie wirkt sich der Film „Oppenheimer“ auf den Atomkeller aus?

Das kleine Atomkeller-Museum in Haigerloch profitiert immer noch vom Hollywood-Blockbuster, erzählt sie uns: Erst im Juni waren Filmteams aus Großbritannien und Italien da, um vor Ort für Dokumentationen zur deutschen Atomforschung zu drehen.

Betreut wurden sie dabei von Egidius Fechter, dem Experten für die Ausstellung, der auch Führungen gibt. Eger erinnert sich, dass bereits im Herbst ein amerikanisches Filmteam da war und die Besucherzahlen im Atomkeller deutlich hochgingen, nachdem der Film in die Kinos gekommen war.

Wie läuft die Sommersaison für das Museum?

„Sie läuft sehr gut“, erklärt die Leiterin des Kulturbüros: Das sei nicht nur ihre Einschätzung, sondern auch die des Kassenpersonals. Ein großer Vorteil in den heißen Sommermonaten: „Hier herrscht das ganze Jahr über das gleiche kühle Klima.“

Während es viele Menschen in das Freibad zieht, zählten zum Klientel für das Museum derzeit insbesondere ältere Menschen und Rentner. Schulklassen kämen in den Ferien weniger. Zudem gebe es Urlauber, die die AlbCard nutzen: Damit komme man gratis in Haigerlocher Museen – eben auch in den Atomkeller. Große Busunternehmen fahren das Museum kaum an. „Es gibt mehr Individualtouristen, die spontan kommen.“

Egers Einschätzung mit Blick auf 2024 ist dennoch positiv: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg“, erklärt sie. Im vergangenen Jahr wurden demnach um die 8500 Besucher gezählt – eben auch wegen „Oppenheimer“.

Diesen prominenten Überraschungsbesuch gab es im Museum

„Der Prinz von Preußen war da“, freut sich Eger sichtlich: Er sei mit Ehefrau und Sohn bei einer Führung dabei gewesen – die anderen Besucher hätten ihn aber anscheinend nicht erkannt. Wegen des Heisenberg-Symposiums im Empfinger Hof würden zudem jedes Jahr mehrere Physiker anreisen, um sich im Museum zu informieren.

Gibt es Pläne für die Zukunft?

Man wolle das Museum modernisieren, erklärt die Kulturbüro-Leiterin. Eine feste Zeitschiene gebe es aber nicht: „Wir wissen, dass es notwendig ist“, sagt Eger, bevor sie hinzufügt, dass man wegen der Finanzierung schaue, auf welche Fördertöpfe man zurückgreifen kann.