Sandrina Sprengel aus Grosselfingen ist Europameisterin. Foto: Hensel

Am Dienstag feierte Sandrina Sprengel von der LG Steinlach-Zollern im deutschen Nationaltrikot den bislang größten Erfolg in ihrer sportlichen Laufbahn.

In Jerusalem gewann Sprengel letztendlich überlegen die U20-Europameisterschaft im Siebenkampf. Mit 5928 Punkten lag sie vor ihrer Mannschaftskameradin Pia Meßing aus Gladbeck (5790 Punkte) und der Österreicherin Sophie Kreiner.

Nicht in Worte zu fassen

„Die Goldmedaille ist für mich momentan noch nicht so richtig zu begreifen“, äußerte sich die Grosselfingerin nach der abendlichen Siegerehrung. Im Vorfeld hatte die mit der zweitbesten Vorleistung gemeldete LGSZ-Athletin eine Medaille im Visier, aber Gold war dann doch unreal und irgendwie traumhaft.

Die Grundlage für diesen besonderen Erfolg legte die 19-jährige Abiturientin gleich zu Beginn des ersten Tages. So wurden für Sprengel in der ersten Disziplin über die 100-Meter-Hürden hervorragende 13,75 Sekunden gestoppt, womit sie ihre persönliche Bestzeit (PB) um zwölf Hundertstel-Sekunden unterboten hatte. Auch beim nachfolgenden Hochsprung zeigte sich Sprengel in Topform. So übersprang sie alle Höhen bis einschließlich 1,77 Meter im ersten Versuch. Nachdem sie sich über 1,8 Meter einen Fehlversuch leistete, ließ sie im zweiten Versuch eine lupenreine Überquerung folgen. Sogar die neue PB von 1,83 Metern übersprang sie gleich im ersten Versuch und verzichtete dann auf weitere Versuche bei 1,86 Metern, um mit ihren Kräften sorgsam umzugehen.

Starke Leistung im Kugelstoßen

Damit hatte sich Sprengel im Vergleich zu ihren bisherigen Siebenkämpfen gleich zu Beginn ein ordentliches Punkteplus angesammelt. Im Kugelstoßen steigerte sie sich von Versuch zu Versuch und konnte sich am Schluss über gute 12,41 Metern freuen.

Zum Abschluss des ersten Tages lief sie die 200 Meter in der Kurve stark an, verkrampfte leider auf der Zielgerade etwas, so dass sie sich mit ordentlichen 24,73 Sekunden zufriedengeben musste. Unter dem Strich standen für Sprengel aber bärenstarke 3630 Punkte zu Buche – ebenfalls eine neue PB. In der Siebenkampf-Zwischenwertung hatte Sprengel damit sogar deutlich die Führung übernommen, auch weil die anfangs führende Kroatin nach dem Kugelstoßen verletzungsbedingt „die Segel streichen musste“.

Wettkampf souverän zu Ende gebracht

Am zweiten Tag stand mit dem Weitsprung eigentlich eine der Lieblingsdisziplinen der LGSZ-Athletin auf dem Programm, wären da nicht die Anlaufprobleme bei den Wettkämpfen in den letzten Wochen gewesen. Doch auf Sprengel war wieder einmal Verlass, wenn es wirklich gilt. Im dritten und letzten Versuch konnte sie sich dann auf 5,99 Metern verbessern und ihre Führung festigen. Im Speerwurf wurde es nochmals etwas spannend, weil sie ihre Würfe jeweils weit rechts an den Sektorrand warf. Der zweite Wurf landete dann aber innerhalb des Sektors und ging mit 42,41 Metern auch noch ziemlich weit. Damit hatte sie sich vor dem abschließenden 800-Meter-Rennen ein großes Polster von über 200 Punkten angesammelt. Sprengel ging das Rennen kontrolliert an, um bei der extremen Hitze in Jerusalem und einem leicht verspannten Oberschenkelbeuger kein unnötiges Risiko mehr einzugehen.

Nach 2:26 Minuten hatte sie sich zur neuen U20-Europameisterin gekrönt. Unter dem Strich ging der Titel an sie, weil sie in allen Disziplinen vorne mitmischte und sich wieder einmal keinen Patzer geleistet hat. Diese Fähigkeit zeichnet sie schon seit ihren Anfängen in der Wettkampf-Leichtathletik aus. Konzentriert und fokussiert liefert sie immer wieder „verlässlich wie ein Schweizer-Uhrwerk“ ihre Ergebnisse ab.