Joseph Heß will die Strecke von Donaueschingen bis ans Schwarze Meer im Wasser zurücklegen. Sponsoren und Begleiter unterstützen den gebürtigen Berliner.
Die 2857 Kilometer lange Donau hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Ausdauersportler animiert, die Strecke von der Quelle in Donaueschingen bis zur Mündung im Schwarzen Meer auf verschiedene Arten zu bewältigen. Einige versuchten sich als Einzelsportler läuferisch, andere nahmen die Strecke als Staffel unter die Laufschuhe oder absolvieren sie auf dem Bike. Wieder andere versuchten sich im Kajak oder Kanu. Jetzt plant ein Dresdner Ausdauerathlet, die Donau von der Quelle bis zur Mündung zu schwimmen.
Der 38-jährige Joseph Heß will das Projekt binnen 60 Tagen umsetzen. Am Samstag, 4. Juli, soll in Donaueschingen der Startschuss für sein Abenteuer fallen. Heß will jedoch nicht nur als Schwimmer glänzen, er will gleichzeitig auch mehrere Wasserproben sammeln, die schließlich in einem Institut in Karlsruhe ausgewertet werden.
Der gebürtige Berliner hat in den vergangenen Jahren schon mit einigen derartigen Projekten für Aufmerksamkeit gesorgt. „Mit 15 Jahren habe ich erstmals an einem 24 Stunden-Schwimmen teilgenommen. Irgendwann wurde es jedoch langweilig, nur in einem Pool die Runde zu drehen und ich habe neue Herausforderungen gesucht“, sagt der Vater einer Tochter. Die Straße von Gibraltar durchschwamm er als einer der ersten Herausforderungen.
Im Jahr 2017 folgte die Elbe über 620 Kilometer in zwölf Tagen. Fünf Jahre später, 2022, durchschwamm Heß binnen 25 Tagen den 1232 Kilometer langen Rhein. Nun ist die 2857 Kilometer lange Donau die größte Herausforderung.
Bodensee umrundet
Natürlich kann Heß nicht von Donaueschingen aus schwimmen. Die geringe Wassertiefe lässt es nicht zu. „Die ersten Kilometer werde ich läuferisch oder auf dem Fahrrad zurücklegen. Geplant ist schließlich, in Ulm in die Donau zu springen“, sagt der Wirtschaftsingenieur, der in einer Firma in Berlin arbeitet, seinen Lebensmittelpunkt jedoch schon vor vielen Jahren nach Sachsen verlegt hat. Im Juni möchte er Donaueschingen bereist einmal einen Besuch abstatten, um sich vor Ort über die Gegebenheiten zu informieren.
Ganz unbekannt ist Heß die Region indes nicht, schließlich hat vor eineinhalb Jahren binnen fünf Tagen auf schwimmende Weise den kompletten Bodensee umrundet.
Ganz billig ist die Aktion indes auch nicht. Zwar hat der Ausdauersportler, der sich nicht gern als Extremsportler bezeichnen lässt, einige Sponsoren ins Boot geholt, aber ohne eigenes finanzielles Engagement ist das Donau-Projekt nicht umsetzbar. „Ich plane mit einem Etat von rund 40 000 Euro. Im sechsstelligen Bereich sind indes die Auswertungen der Wasserproben, die wir immer in einem gewissen Zeitraum verschicken werden“, ergänzt der Athlet, der die fast 3000 Kilometer lange Herausforderung nicht allein antreten wird. Ein Unterstützer wird ihn im Begleitboot zur Seite stehen, zwei weitere werden im Caravan dabei sein.
Hochschule mit im Boot
Eventuell wird ihn auch ein Kamerateam zumindest teilweise begleiten. „Interessanterweise ist es gar nicht so schwer, die Begleiter zu finden. Einige opfern dafür sogar ihren Jahresurlaub“, ergänzt Heß.
Bei den Wasserproben und deren Auswertung arbeitet der Sachse zudem mit der Hochschule Furtwangen und insbesondere mit Professor Andreas Fath zusammen. Auch Fath hat schon einige Flüsse durchschwommen, so den Rhein oder den Tennessee River in den USA und dabei ebenfalls Wasserproben gesammelt. Heß hat mit Fath beim Rhein-Schwimmen kooperiert und dem Furtwanger Wasserproben zukommen lassen.
Die Donau soll übrigens zunächst einmal das letzte große Projekt von Heß sein. Danach werde er sich wohl eher kleinere Aufgaben als Ziel setzen, so etwa den Ärmelkanal, was Außenstehende wohl nicht als kleines Projekt bezeichnen würden.
Willenskraft gefragt
„Jetzt freue ich mich jedoch zunächst auf die Donau. Hier möchte ich meine Leidenschaft ausleben“, erklärt Joseph Heß. Die 60 Tage werden ihm einiges abverlangen, doch mit einer großen Willenskraft sei das umsetzbar.