Zu den häufigsten Beschwerden von Long-Covid zählen Ermüdung, Depressionen, Atemnot und Schwindel Foto: Photojog/Pixabay

Laut Robert Koch-Institut zeigt die Kurve bei akuten Atemwegs-erkrankungen derzeit steil nach oben.

Fast jeder kennt jemanden aus dem Freundes- oder Kollegenkreis, der gerade krank im Bett liegt. Laut Robert Koch-Institut zeigt die Kurve bei akuten Atemwegserkrankungen derzeit steil nach oben, wie die AOK Hochrhein-Bodensee mitteilt.

 

Ob Halsweh, Husten, Schnupfen, Kopf- oder Gliederschmerzen: Für den Erkrankten ist es schwierig zu erkennen, ob es sich um eine Grippe, eine Erkältung oder gar Corona handelt. Zurzeit dominiert in Deutschland die Corona-Variante Stratus XFG. Sie ist mit den auf dem Markt vorhandenen Corona-Tests nachweisbar. Selbst eine milde oder gar völlig symptomlos verlaufene SARS-CoV-2-Infektion birge die Gefahr von Langzeitfolgen, so Dr. Alexandra Isaksson, Fachärztin für Psychiatrie bei der AOK Baden-Württemberg.

Dabei gilt: Anhaltende oder neue Symptome ab vier Wochen nach der Infektion werden als Long-Covid bezeichnet und ab einem Zeitraum von zwölf Wochen nach der Infektion spricht man von Post-Covid.

Viele Beeinträchtigungen

Isaksson weiß, dass die Symptome von Long-Covid bei den Betroffenen mit vielen Beeinträchtigungen einhergehen. Die Lebensqualität leidet, Alltagsfunktionen sind eingeschränkt. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Ermüdung, Depressionen, Atemnot, Schlafstörungen und Schwindel, manchmal Übelkeit sowie Geschmacks- und Geruchsstörungen. Bei einem Teil der Betroffenen tritt als Langzeitfolge einer SARS-CoV-2-Infektion auch eine schwere chronische Beeinträchtigung der körperlichen und psychischen Funktionsfähigkeit auf, die Ähnlichkeit mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom hat.

Verschiedene Virusvarianten

„Insgesamt zeichnet sich aber ein leichter Rückgang der Long-Covid-Neuerkrankungen ab, was unter anderem mit den verschiedenen Virusvarianten und der besseren Immunität der Bevölkerung zu erklären ist“, betont die AOK-Fachärztin. Nach 135 Erkrankten im Jahr 2022 waren zwei Jahre später im Landkreis Lörrach noch 122 Versicherte der AOK wegen Long-Covid-Symptomen in ärztlicher Behandlung. Dabei lag der Anteil der Frauen in 2024 mit 76 Erkrankten wesentlich über dem Anteil der Männer mit 46 Betroffenen.

Im Alltag unterstützen

Für Isaksson ist es wichtig, die Betroffenen in ihrer Alltagsfähigkeit zu unterstützen. Allerdings existiere aktuell noch keine spezifische medikamentöse Therapie. Die AOK selbst bietet Long-Covid-Patienten im Internet Hilfen im Alltag und der Rehabilitation an. So können Betroffene unter www.aok.de/long-covid auf ein Unterstützungsangebot der AOK und des Universitätsklinikums Heidelberg zugreifen.

Dieser Long-Covid-Coach enthält unter anderem Übungen mit Video-Anleitung zur Linderung der Beschwerden, ersetzt aber keine ärztliche Diagnostik und Behandlung.