AK-Asyl-Jubilar Albrecht Benzing (links) erhält von Co-Leiter Reinhold Hummel einen Rettungsring überreicht, der ihm die Rettung möglichst vieler weiterer Flüchtlinge vereinfachen soll. Foto: Rainer Bombardi

Müssen die Unterkünfte für Flüchtlinge nicht erhalten bleiben, angesichts der weltweiten Situationen. Diese Frage wurde beim Arbeitskreis Asyl in Schwenningen gestellt.

Einen kurzweiligen Einstieg wählte der Arbeitskreis Asyl für sein 61. Treffen, welches Hans-Ulrich Hofmann vom Steuerungsteam mit einem Impuls über das Glücksgefühl einer alternden Gesellschaft eröffnete, die sich aus Dankbarkeit im Herbst ihres Lebens sozial engagiert.

 

Co-Leiter Reinhold Hummel nutzte die Gelegenheit, um den von Anfang an in der Flüchtlingsarbeit engagierten Geburtstagskind Albrecht Benzing mit einem Rettungsring zu seinem 90. Geburtstag zu gratulieren. „Du hast bislang so viele Flüchtlinge gerettet, mit dem Rettungsring sollte es noch einfacher sein.“

Die Leiterin der diakonische Beratungsstelle, Angela Kreutter, dachte an das leibliche Wohl und überreichte dem Jubilar Pasta vom Nudelmacher aus Spaichingen. Der Ansprechpartner für die Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge im Schwarzwald-Baar-Kreis, Daniel Springmann, berichtete von einem Rückgang der Zuweisungen von Flüchtlingen durch das Regierungspräsidium. Von monatlich 130 Flüchtlingen vor wenigen Jahren hat sich die Zahl aktuell auf zehn Zuweisungen reduziert.

Weniger Flüchtlinge

Derzeit betreibt der Kreis neun Gemeinschaftsunterkünfte (GU) mit 1000 Schlafplätzen, davon ist etwa die Hälfte belegt. Auf Grund des deutlichen Rückgangs ist die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft in Triberg zum 31. Dezember 2025 bereits beschlossen. Die Aufgabe der kleineren Einheit in St. Georgen steht zur Diskussion. Springmann geht davon aus, dass im kommenden Jahr noch eine weitere Einheit ihre Tore schließen wird.

Reinhold Hummel wunderte sich, dass in einer Zeit, in welcher weltweit die Fluchtbewegungen nicht zurückgehen, die ein oder andere Gemeinschaftsunterkunft nicht erhalten bleibt. Der Idee zur Weitervermietung zur Linderung der Wohnraumnot räumte Springmann kaum Chancen ein. „Die Unterkünfte sind zwar groß, aber sie bestehen aus Einheiten mit Schlafplätzen, Gemeinschaftsräumen und sind keine Einzelwohnungen“. Bei der Schließung einer Einrichtung haben Heimleiter in der Regel ausreichend Vorlaufzeit den dort wohnenden Flüchtlingen eine Anschlussunterbringung im selben Ort zuzuweisen. Spürbar reduzierte sich im Kreis auch die Zahl ukrainischer Flüchtlinge von 3600 im Jahr 2022 auf 500 im Jahr 2024.

Situation in Schwenningen

Der Kauf der Gemeinschaftsunterkunft in der Schwenninger Lupfenstraße durch den Landkreis, bei gleichzeitiger Schließung der Alleenstraße, sei ein Glücksgriff gewesen. Springmann verwies auf die Barrierefreiheit, die nun im gesamten Gebäude hergestellt. Zudem verwies er auf den großen Dusch- und Sanitärbereich, der mit 100 Plätzen ausgestatteten Einrichtung, die aktuell zu etwa 50 Prozent belegt ist. Ein fixer Standort bleibt die 170 Plätze zählende Gemeinschaftsunterkunft in der Sturmbühlstraße in der derzeit 120 Personen leben.

Umstellung auf Bezahlkarten

Bewährt habe sich für den Landkreis die Umstellung auf Bezahlkarten, mit denen die asylberechtigten Flüchtlinge, sofern sie nicht in einem Job selbst Geld verdienen, zwischen 450 und 500 Euro monatlich pro Person erhalten, erklärte er weiter. Für jede weitere Person in der Familie gibt es weniger Geld.

Dabei ist das Abheben von Bargeld auf 50 Euro monatlich begrenzt. Die neue Regelung sei eine Entlastung für die Kommunen, die früher das Geld ausbezahlen mussten.

Springmann verwies darauf, dass die Gemeinschaftsunterkünfte in Schwenningen auf alle Fälle erhalten bleiben. Wie es mit der Unterkunft im Heilig-Geist-Spital in Villingen nach Mitte 2027 weitergeht, ist noch offen.