Zahlreiche Unterkirnacher nutzen die Gemeinderatssitzung, um ihre Fragen zur Ansiedlung des Recyclingbetriebs Schlösser im Gewerbegebiet Abendgrund zu stellen. Foto: Ulrich Schlenker

Viele Unterkirnacher nutzten die Gelegenheit zur Information und für besorgte Fragen zur geplanten Ansiedlung eines Recyclingunternehmens, das Asbest verarbeitet.

Vor der Gemeinderatsentscheidung über die Ansiedlung des Recyclingbetriebs Schlösser im Abendgrund nutzten viele Unterkirnacher die Gelegenheit zur Information und für besorgte Fragen.

 

Rolf Weißer wollte von Betriebsleiter Thomas Schlösser wissen, ob sein Verfahren zur Trennung von wertvollen Rohstoffen und dem gesundheitsgefährdenden Asbest schon anderweitig in Anwendung sei. Bauingenieur Schlösser ließ wissen, dass das genau geregelte Verfahren auf zahlreichen Baustellen angewendet werde.

„An einem stationären Standort ist das aber ein Novum“, ergänzte er. Hier habe man mit der Halle um den sogenannten Schwarzbereich, in dem Wert- und Schadstoffe getrennt werden, eine zusätzliche Sicherheit.

Recyclingbetrieb passt nicht zum Luftkurort

Zwei Bürger stellten schriftlich infrage, dass ein Recyclingbetrieb zum Luftkurort Unterkirnach passe. „Das geplante Recyclinggebäude hat keinen Schornstein. Der Asbest wird im Gebäude abgesaugt“, informierte Bürgermeister Andreas Braun. Zudem werde beim Transport von schadstoffbelastetem Material auf eine luftdichte Verpackung geachtet, fügte er an.

„Was passiert mit dem Wert meines Hauses?“, sorgte sich Anwohnerin Birgit Kodet. Er habe mit Blick auf den doppelten Schutz wenig Bedenken, äußerte sich Braun. Ergänzend ließ er wissen, dass die Unternehmerfamilie Schlösser die Absicht habe, selbst in den Abendgrund zu ziehen.

Auch andere Schadstoffe?

Alexis Klausch erkundigte sich nach anderen Schadstoffen außer dem zunächst in Unterkirnach zur Trennung vorgesehenem Asbest. Auf anderen Baustellen gehe es auch um weitere Schadstoffe wie die krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, sagte Thomas Schlösser. Dies sei in Unterkirnach nicht vorgesehen. „Ich erwarte, dass wir hier mit Asbest genug Arbeit haben“, ergänzte er. Auf die Frage von Ingeborg Wimmer nach dem Grund für die Wahl auf den Standort Unterkirnach antwortete Schlösser mit dem Hinweis auf die verkehrstechnisch günstige Anbindung an die Autobahn.

„Viele Bedenken von mir sind nach der Veranstaltung ausgeräumt“, zeigte sich Berthold Hettich mit der umfänglichen Information zufrieden. Er erwähnte das Thema eines eventuellen Hochwassers, um das sich das Schwarzwalddorf kümmern müsse.