Robert Heidlauf vermittelt in seinem Vortrag viel Wissenswertes zum Thema „Nur Mut – Helfen kann jeder“. Foto: Karlheinz Hoffmann

Mediziner Robert Heidlauf sprach bei einer ökumenischen Männervesper in Neuhausen über „Nur Mut – jeder kann helfen“.

Joachim Schwarzwälder, einer der beiden Organisatoren, freute sich bei seiner Begrüßung über den großen Zuspruch. Er rätselte, ob es am Thema oder dem neugestalteten Flyer liege.

 

Als Referent konnte Robert Heidlauf gewonnen werden. In seiner Vorstellung ging er auf seine verschiedenen medizinischen Tätigkeiten ein. So wirkt er als Anästhesist und in der Intensivmedizin. Weitere Kenntnisse hat er sich in der Akut- und Notfallmedizin angeeignet. Hier wirkt er auch als Notarzt auf dem Rettungshubschrauber.

Das gewählte Motto „Nur Mut – jeder kann helfen“ liegt ihm sehr am Herzen. Ihm sei es auch wichtig, für die Bereitschaft zu helfen zu sensibilisieren, um für den Notfall gerüstet zu sein.

Bei medizinischen Notfällen sowie bei Unfallgeschehen gilt ein wichtiger Grundsatz: „Die Sicherheit aller Helfer steht an oberster Stelle.“ Dabei sei insbesondere darauf zu achten, ob eventuell Gefahrstoffe anzutreffen sind. Auch herumliegende Stromkabel könnten gefährlich sein. Bei Unfällen auf Baustellen sei besondere Vorsicht geboten.

Rettungskette tritt in Kraft

Am Ort des Geschehens tritt die Rettungskette in Kraft. Es gilt zuerst abzusichern, den Eigenschutz zu gewährleisten. Nach den Sofortmaßnahmen heißt es, weitere Erste Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu leisten.

Dieser wird sich um den Verletzten kümmern und ihn ins nächste oder zuständige Krankenhaus mit dem Krankenwagen oder dem Rettungshubschrauber bringen.

Ganz wichtig ist das Absetzen des Notrufes unter der Nummer 112. Dies soll vor dem Beginn der Ersthilfe geschehen. Es gilt die fünf-W Regel: „Wo, Wer, Was, Wie viel, Warten“. „Das Handy auf jeden Fall nicht ausschalten und auf Freisprechen stellen.“ Die Leitstelle gibt hier wichtige Tipps über die weitere Vorgehensweise. Es gelte: „Wer im Rahmen seiner Möglichkeiten Erste Hilfe leistet, macht nichts falsch“, so Robert Heidlauf.

Viele wertvolle Tipps

Die Teilnehmer bekamen weitere wertvolle Tipps, wie es sich verhält, wenn der Patient wach oder bewusstlos ist. Hier kann auch der Defibrillator zum Einsatz kommen.

Im Rettungsdienst arbeiten viele Personen Hand in Hand. So kommt es auch vor, das bis zu sieben Personen bei einem medizinischen Notfall vor Ort sind. Das entsteht durch die angeforderten Fahrzeuge mit ihren Besatzungen. So sind je Krankenwagen mindestens zwei Personen nötig. Der Notarzt kommt mit Fahrer. Und wenn nötig, wird der Hubschrauber angefordert.

Wichtig erschien es Robert Heidlauf, auch auf die Koronare Herzkrankheit (KHK) als Ursache für Herz-Kreislauf-Notfälle hinzuweisen. Diabetes mellitus, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte sind hier bekannte Risikofaktoren. Dem entgegen zu wirken hilft, wenn man nicht raucht, Übergewicht vermeidet, sich regelmäßig bewegt und gesund ernährt.

Erste-Hilfe-Kurs sinnvoll

Wichtig sei es ihm auch, dass der Abend nicht als Erste-Hilfe-Kurs zu verstehen sei. Er rief die Anwesenden auf, sich zu einem Erste-Hilfe-Kurs anzumelden, um Kenntnisse, die zum Teil vor langer Zeit erworben wurden, wieder aufzufrischen und auf den neuesten Stand zu bringen.