Die Vorbereitungen für die Artothek in der Hechinger Villa Eugenia laufen auf Hochtouren: Das Kreisarchiv-Team und Mitglieder des Hechinger Kunstvereins haben am Mittwoch die Kunstwerke aufgehängt. Foto: Roth

Die Artothek feiert 40. Geburtstag. Ab dem zweiten Advent können wieder Werke von Künstlern aus der Region gekauft und gemietet werden. 100 Werke sind in der Villa Eugenia zu sehen.

Das Konzept der Artothek hat sich in den vergangenen Jahren bewährt: Künstler aus der Region stellen eine Woche lang in der Villa Eugenia ihre Werke aus; die Besucher können diese kaufen, mieten oder einfach nur bestaunen. Die 40. Auflage der Artothek, die vom Landkreis ausgerichtet wird, feiert am kommenden Sonntag, 7. Dezember, ab 11 Uhr ihre Eröffnung.

 

Die Vorbereitungen für die besondere regionale Ausstellung sind bereits in vollem Gange. Am Mittwochmorgen waren Mitarbeiter des Kreisarchivs sowie Mitglieder des Hechinger Kunstvereins damit beschäftigt, die insgesamt 100 Werke in der Villa Eugenia aufzuhängen. Dabei gilt es ein besonders Augenmerk auf Format und Technik zu legen, damit die Werke für die Betrachter abwechslungsreich dargestellt werden.

Kreisarchivar Uwe Folwarczny betont: „Die Vielfalt an verschiedenen Werken macht die Artothek aus.“ Anders als bei klassischen Ausstellungen eines Künstlers biete die Artothek eine Auswahl verschiedenster Techniken und Stilformen verschiedenster Künstler. Dazu komme, dass alle Kunstschaffenden entweder aus dem Zollernalbkreis stammen oder hier ihre künstlerische Arbeits- respektive Wirkungsstätte haben.

Kunstverein Hechingen stellt 50 Werke

Ob Linoldruck, Werke aus Beton oder Ölfarben, aber auch Skulpturen, Aquarelle und Co. sind zu sehen. Besonders originell beispielsweise: ein Werk aus Papierstreifen verschiedener Landkarten. Oder: zwei gebogene Handsägen mit dem Titel „Sich nicht verbiegen lassen ist auch keine Lösung.“

Originell: „Sich nicht verbiegen ist auch keine Lösung“ von Lawall Steffen. Foto: Roth

50 der 100 ausgestellten Werke sind von einer fachkundigen Jury, bestehend aus Kunsthistorikern und Kreisarchivar Folwarczny, auserkoren worden; die weiteren 50 Werke werden von Kunstschaffenden des Kunstvereins Hechingen gestellt. Die Mitglieder der Vereins helfen nicht nur beim Aufbau, sondern übernehmen auch während der Ausstellung unter anderem die Aufsicht der Kunstwerke.

Weil die Hechinger Künstler die Hälfte der Werke stellen, erkennen einige Besucher aus der Zollernstadt sicher auch Kunstwerke, die Orte in Hechingen zeigen. Beispielsweise eine Ansicht der Eisenbahnbrücke über der Tübinger Straße oder ein Gemälde der Tankstelle in der Hofgartenstraße. Übrigens: Maximal drei Kunstwerke stammen von einem Künstler. So werde die Vielfalt an stilistischen Mitteln gewahrt, erläutert Kreisarchivar Uwe Folwarczny weiter.

Kunst aus Hechingen: Hier zu sehen die Eisenbahnbrücke über der Tübinger Straße von Klaus Stopper. Foto: Roth

Seine Werke für den Juryentscheid einreichen darf indes jeder mit Lokalbezug, der seine Kunst als sehenswert erachtet. So hatte die Jury dieses Jahr die Qual der Wahl, aus rund 150 eingereichten Werken 50 für die Ausstellung in der Villa auszuwählen.

Mancher findet auch ein Weihnachtsgeschenk

Tradition ist inzwischen auch, dass die Artothek am zweiten Advent eröffnet wird. Und weil die Kunstwerke gekauft und direkt mit nach Hause genommen werden dürfen, „findet hier der ein oder andere auch ein Weihnachtsgeschenk“, weiß Folwarczny aus den Vorjahren zu berichten. Die Kunstwerke kosten im Schnitt circa 300 Euro, es gibt aber schon Angebote für 50 Euro, jedoch auch in Ausnahmefällen bis zu 2000 Euro. Die Preise machen die Kunstschaffenden selbst; der Landkreis verdient dabei nicht mit. Auch möglich: Kunstwerke für ein Jahr mieten. In jenem Fall wird eine Mietgebühr von zwölf Prozent des Kaufpreises fällig; nach Ablauf der Miete kann das Werk immer noch erworben werden – die gezahlte Miete wird dann auf den Kaufpreis angerechnet.

Seit einigen Jahren ist die Artothek nun in der Villa Eugenia beheimatet. Angelika Kalchert vom Kunstverein Hechingen, die selbst einige Werke ausstellt, sagt: „Die Artothek ist ein Prestigegewinn für Hechingen und die Villa Eugenia.“ Auch von auswärts, unter anderem dem Raum Tübingen und Reutlingen, kämen jedes Jahr viele Gäste. Auf reichlich Publikumsresonanz hoffen die Beteiligten auch dieses Jahr wieder.

Öffnungszeiten der Artothek

Vernissage
Die Artothek öffnet am Sonntag, 7. Dezember, um 11 Uhr in der Villa Eugenia für alle Kunstinteressierten ihre Türen. Bei der Vernissage sprechen werden Landrat Günther-Martin Pauli, Bürgermeister Philipp Hahn sowie beteiligte Künstlerinnen und Künstler. Geöffnet ist die Schau am Sonntag, 7. Dezember, bis 17 Uhr; anschließend von Montag bis Freitag, 8. bis 12. Dezember, jeweils von 16 bis 18 Uhr sowie am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Dezember, von 15 bis 17 Uhr. Weitere Informationen gibt es online auf www.zollernalbkreis.de/artothek.