Schwalben brüten in einigen offenen Scheunen in Friesenheim. Foto: Bohnert-Seidel

Die Gemeinde Friesenheim ist auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein Schwalbenhaus. In naher Zukunft möchte die Gemeinde, in Kooperation mit der Sparkasse Offenburg/Ortenau eine Schwalbenhaus im Gemeindegebiet aufstellen. Dabei ist sie auf die Unterstützung und Tipps für einem möglichen Standort angewiesen.

Friesenheim - Schwalben haben in Friesenheim schon immer das Ortsbild geprägt. Es gab kaum ein Haus, das nicht von einem Schwalbenpaar als Nistplatz für den Nachwuchs auserkoren wurde. Vorhandene Schwalbenkolonien sind ein Hinweis darauf, dass der Lebensraum für weitere Schwalben geeignet ist. Ein Schwalbenhaus lässt sich allerdings nicht beliebig in die Landschaft stellen. Zumindest sollte es in der Nähe von bereits vorhandenen Schwalbennestern installiert werden. Falls das nicht der Fall ist, besteht die Gefahr, dass die Vögel das Haus nicht annehmen.

Durch den Rückbau von alten Ökonomiegebäuden und den Verlust von lehmreichen Flächen verlieren Schwalben immer mehr an Lebensraum. Über ein Schwalbenhaus ließe sich Artenschutz erzielen. Das geplante Haus soll darüber hinaus auch Höhlen für Fledermäuse beinhalten.

Die Aufstellung eines Schwalbenhauses stehe jedoch nicht in Verbindung von artenschutzrechtlichen Auflagen für die Ausweisung von Baugebieten, erklärt die Gemeinde Friesenheim auf Anfrage der Lahrer Zeitung. Das Vorhaben sei davon komplett losgelöst, heißt es weiter. Ebenso wenig sei damit die Absicht auf eine Verbesserung des Ökopunktekontos verbunden. Artenschutz lasse sich ohnehin nicht überall gleich anwenden. "So macht es unserer Meinung nach keinen Sinn, Hunderttausende von Euro für große Flächen für die Umsiedlung von Eidechsen zu verwenden, die bei uns massenhaft vorkommen", betont die Gemeinde.

Der Artenschutz sei schon länger ein Thema. Eine Ausdehnung dessen erwarte die Gemeinde nicht. Artenschutz in Verbindung mit Neubaugebieten sei an Flächen in unmittelbarer Nähe gebunden. Bisher wurden Ersatzhabitate für Eidechsen und verschiedene Vogelarten geschaffen. Der allgemeine Ausgleich für den Umweltschutz lasse sich über das Ökokonto der Gemeinde herbeiführen. Erfüllt wird dies in besonderem Maße über die Allmendwiesen beim Oberschopfheimer Baggersee.

Schutterner Hof ist positives Beispiel

Ein positives Beispiel für ein Willkommen von Schwalbennestern ist ein landwirtschaftlicher Hof in Schuttern. Das Anwesen in der Klosterstraße wurde vom Naturschutzbund vor fünf Jahren mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird ausschließlich jenen Häusern und Höfen vergeben, die Schwalbennester an oder in ihren Gebäuden schützen. Wo Kühe oder Pferde gehalten werden, sind in der Regel auch Fliegen anzutreffen. Sie sind die erklärte Nahrung für Schwalben und deren Jungvögel.

Schwalben zeigen sich als Kulturfolger und sind auf die menschliche Toleranz und Akzeptanz angewiesen. Nicht immer sind Schwalbennester gern gesehen. Über den Naturschutzbund ist zu hören, dass ein Entfernen von Schwalbennestern am Haus mit einer Strafe von bis zu 30 000 Euro geahndet werden kann. Der Hof in Schuttern kommt im Durchschnitt auf bis zu 200 Jungvögel im Jahr.

Glücksboten

Dem Volksmund nach gelten Schwalben als Glücksboten jener Höfe und Häuser, unter deren Dächern ihnen ein Nestbau gestattet ist. Informationen zu einem möglichen Standort für das Schwalbenhaus nimmt das Bürgermeistersekretariat unter Telefon 07821/6 33 71 01 oder auch per Mail an mvolk@friesenheim.de entgegen.