Anlaufstellen des Caritassozialdienstes in Zell, Weil am Rhein und Lörrach mit drei Fachkräften haben im vergangenen Jahr die Sorgen und Nöte von rund 500 Betroffenen angehört und deren Anliegen in die richtigen Bahnen gelenkt. Foto: zVg/Caritas

Wie die allgemeine Sozialberatung der Caritas im Kreis Lörrach Orientierung im Dickicht des Sozialsystems gibt.

Der Bedarf steigt, gerade jetzt in den Wochen vor Weihnachten, doch die finanzielle Basis bleibt schmal, denn öffentliche Zuschüsse gibt es nicht. Das erklärt die Caritas im Kreis Lörrach im Rahmen der Armutswochen.

 

Wer in Armut lebt oder andere soziale Belastungen hat, dem stehen laut Gesetz vielfältige staatliche Hilfen zu. Doch für viele Betroffene ist es nicht leicht, sich im Dschungel der Hilfsangebote und Beratungsstellen zurechtzufinden. Erst recht nicht, wenn sich mehrere Probleme überlagern.

Die Allgemeine Sozialberatung, im Verband Caritassozialdienst (CSD) genannt, bietet in solchen Fällen eine niederschwellige Anlaufstation, die vielschichtige Schwierigkeiten sortiert und Hilfesuchende zu den richtigen Stellen lotst.

In den derzeit laufenden Armutswochen stellt die Caritas diese wertvolle Arbeit deutschlandweit unter dem Titel „Türen offen halten: Allgemeine Sozialberatung sichern“ in den Blickpunkt. Der Grund: Für die Allgemeine Sozialberatung gibt es keine öffentliche Förderung. Auch im Kreis Lörrach wird sie allein mit Geld der Erzdiözese, aus Spendentöpfen der Caritas oder über selbst eingeworbene Projektmittel finanziert.

Wie eine Notaufnahme

„Wir verstehen uns als so etwas wie die Notaufnahme einer Klinik“, sagt Susanne Sprengard. Sie ist beim Caritasverband im Landkreis Lörrach Leiterin der Fachbereichs Soziale Dienste. Anlaufstellen des Caritassozialdienstes in Zell, Weil am Rhein und Lörrach mit drei Fachkräften haben im vergangenen Jahr die Sorgen und Nöte von rund 500 Betroffenen angehört und deren Anliegen in die richtigen Bahnen gelenkt. 2025 dürfte diese Zahl übertroffen werden, die besonders arbeitsreichen Wochen zum Jahresende stehen erst noch bevor, heißt es weiter. Ginge es nur nach den Buchstaben des Sozialgesetzgebung, läge die Beratungs- und Informationspflicht eigentlich bei den Sozialbehörden.

Knappe Personalressourcen

Doch auch dort sind die Personalressourcen knapp. Außerdem baut die Digitalisierung im Umgang zwischen Klienten und Dienststellen oft neue Hürden auf und den zwischenmenschlichen Kontakt ab.

Das Motto „Caritas öffnet Türen“ will die Caritas im Kreis Lörrach deshalb im direkten Wortsinn verstehen: Wer auch immer sich an den Caritassozialdienst wendet, wird zunächst einmal angehört und beraten.

Meist befinden sich die Klienten in vielschichtigen Krisen, berichtet Martin Holz, Standort Lörrach, aus der Praxis. Im Vordergrund stehen oft materielle Probleme, Überschuldung oder die ganz handfeste Frage, wie man überhaupt mit einem geringen Einkommen über die Runden kommen kann. Dahinter liegen sehr häufig zusätzliche Belastungen – als Ursache oder Folge von Armut, so die Experten.

Dazu gehören gesundheitliche Probleme körperlicher oder seelischer Art, Trennungssituationen, Schwierigkeiten bei der Kindererziehung oder belastende Konflikte, etwa mit Gläubigern und Vermietern. „Oft wäre jedes einzelne Problem zu bewältigen, aber wenn vieles zusammenkommt, überfordert es die Menschen“, sagt Anna Merkel, Außenstelle Zell.

Hilfe bei Anträgen

Wenn sich mehrere Schwierigkeiten überlagern, ordnet der Caritassozialdienst die Situation zunächst nach Dringlichkeit. Dann erfolgt eine Weiterleitung entweder intern an andere Caritas-Fachstellen oder extern an Behörden sowie an andere soziale Einrichtungen beziehungsweise Beratungsstellen. Der Caritassozialdienst lenkt die Betroffenen nicht nur an die richtigen Stellen, sondern unterstützt bei Bedarf auch noch bei Anträgen.

Kontakt zum Caritassozialdienst im Kreis Lörrach unter Tel. 07621 92 750