Ob Markus Lanz, Caren Miosga oder Maria Furtwängler: An den Topgagen von Prominenten scheiden sich die Geister.
Sie moderieren Talkshows, sagen die Nachrichten an, treten im „Tatort“ auf – und manche verdienen sich damit eine goldene Nase. Fernsehstars wie Markus Lanz, Caren Miosga, Jan Böhmermann oder Maria Furtwängler haben einen hohen Marktwert und streichen entsprechend hohe Gagen ein. Was die Prominenten genau verdienen, ist in der Regel streng geheim. Aber ab und zu tauchen doch Zahlen auf und schlagen vor allem in den sozialen Medien hohe Wellen.
An den Topgagen scheiden sich die Geister: Während die einen die Summen als völlig überzogen kritisieren, halten andere sie für gerechtfertigt und verweisen auf andere Branchen, in denen Spitzenkräfte ebenfalls Spitzengehälter kassieren.
Für Aufregung sorgen die Zahlen aber allemal: So löste eine in der „Welt am Sonntag“ publik gemachte Liste mit ZDF-Entgelten vor Kurzem Verwunderung aus. Dass Talkmaster Markus Lanz dieser Liste zufolge im Jahr satte 1,9 Millionen Euro Honorar von dem Mainzer Sender einstreicht, hätten die wenigsten für möglich gehalten.
Auf Platz zwei der Liste steht die rheinische Frohnatur Horst Lichter, der für seine ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ sage und schreibe 1,7 Millionen Euro jährlich einstreichen soll, auf dem dritten Platz landet der Satiriker Oliver Welke: Der Moderator der „heute-show“ ist laut Liste mit 1,2 Millionen Euro im Jahr dabei.
Nicht gerade schlecht verdienen beim Zweiten der Liste zufolge auch Spaßmacher Jan Böhmermann (682 000 Euro pro Jahr) und Moderator Johannes B. Kerner (630 000 Euro). Talkmasterin Maybrit Illner streicht auf der in der Sonntagszeitung veröffentlichten Liste der ZDF-Spitzenverdiener 480 000 Euro im Jahr ein, gefolgt von Andrea Kiewel (400 000 Euro), Marietta Slomka vom „heute-journal“, die exakt 393 750 Euro jährlich verdienen soll, „Aktenzeichen XY“-Moderator Rudi Cerne (382 000 Euro) und Christian Sievers, ebenfalls vom „heute-journal“ und dem ZDF angeblich 350 000 Euro im Jahr wert.
Zahlen, die auch angesichts der Pläne, die Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von derzeit 18,36 Euro im Monat auf 18,94 Euro im kommenden Jahr zu erhöhen, in der Kritik stehen. Insgesamt nahmen die ARD-Sender, das ZDF und das Deutschlandradio laut einer im vergangenen Sommer veröffentlichten Statistik im Jahr 2022 rund 8,5 Milliarden Euro an Gebührengeldern ein.
Doch nicht nur im ZDF, auch in der ARD wird gutes Geld verdient, wie Caren Miosga beweist: Sie erhält für die nach ihr benannte Talkshow im Ersten nach Recherchen des Internetportals „Business Insider“ 570 000 Euro im Jahr an Honorar, das entspricht bei 30 Ausgaben im Jahr genau 19 000 Euro pro Sendung. Das Budget für die von Caren Miosgas eigener Firma produzierte Talkshow am Sonntagabend liegt bei 5,8 Millionen Euro, damit werden vor allem die Gehälter für Mitarbeiter bezahlt – ein Redakteur verdient den Recherchen zufolge rund 63 000 Euro im Jahr.
Die Unternehmerin Caren Miosga muss demzufolge mit wesentlich weniger Geld auskommen als ihre Vorgängerin auf diesem Sendeplatz, Anne Will. Die von Will produzierte und moderierte Talkshow war der ARD laut „Business Insider“ 7,3 Millionen Euro jährlich wert. Dass die Zahlen im Internet veröffentlicht wurden, stört Caren Miosga nicht: „Ich finde es total in Ordnung, dass die Summen publik sind“, sagte sie in einem Interview mit dem „Spiegel“. „Wir arbeiten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wir finanzieren uns durch Beiträge, dazu gehört Transparenz“, betonte die 54-jährige Journalistin. Und: „Fernsehen machen kostet nun mal Geld. Die Technik, das Studio, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, all das muss bezahlt werden.
Alles kein Vergleich zu den US-Stars
Gut verdient wird auch beim „Tatort“. Zwar sind auch die Gehälter für die Darsteller geheim, doch es sickern immer wieder Zahlen durch, die von den Betroffenen freilich nie bestätigt werden. So soll dem Vernehmen nach Maria Furtwängler, die im „Tatort“ aus Niedersachsen die spröde Kommissarin Charlotte Lindholm spielt, mit geschätzten 200 000 bis 220 000 Euro pro Krimi die Spitzendverdienerin der aktuell ermittelnden Kommissare und Kommissarinnen sein.
Die beiden Publikumslieblinge Jan Josef Liefers und Axel Prahl, die mit ihren „Tatorten“ aus Münster regelmäßig Spitzenquoten erzielen, sollen es jeder auf geschätzte 120 000 Euro pro Episode bringen – es sind zuweilen aber auch höhere Zahlen im Umlauf. Diese Summe steht Gerüchten zufolge auch Ulrich Tukur als Kommissar Murot zu, Axel Milberg als dauermürrischer Kieler Kommissar Borowski soll 115 000 Euro mit einem „Tatort“ verdienen.
Mit 90 000 Euro ist Schätzungen zufolge Wotan Wilke Möhring als milchtrinkender Hamburger Kommissar Thorsten Falke dabei, Kollegin Ulrike Folkerts soll als Lena Odenthal aus dem pfälzischen Ludwigshafen das Gleiche verdienen. Da fallen die kolportierten 75 000 Euro Honorar für jeden der beiden langgedienten Münchner Ermittler Miroslav Nemec (als Ivo Batic) und Udo Wachtveitl (als Franz Leitmayr) fast schon bescheiden aus, und das gilt auch für die rund 70 000 Euro, die Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser angeblich zugestanden werden, die in den „Tatort“-Folgen aus Österreich als Moritz Eisner und Bibi Fellner zu sehen sind.
Die Produktionskosten für einen „Tatort“ liegen nach ARD-Angaben um die 1,5 Millionen Euro pro Folge und damit weit unter den Budgets, die in den USA für Serien bezahlt werden. Ganz zu schweigen von den Honoraren, die US-Stars für erfolgreiche Serien einstreichen: So verdienten Jennifer Aniston und die anderen Stars der Sitcom „Friends“ schon vor 20 Jahren eine Million Dollar pro Hauptdarsteller und Episode, und die Stars der weltweit erfolgreichen Kultserie „Game of Thrones“ wie Peter Dinklage, Emilia Clarke oder Kit Harington sollen jeder bis zu 440 000 Dollar pro Episode erhalten haben.