Die Gemeinde Steinach hat das Pfarrhaus 2021 gekauft. Jetzt wurden Konzepte für die Sanierung und Umgestaltung des Pfarrgartens vorgelegt. Foto: Kleinberger

Pfarrhaus und Pfarrgarten in Steinach sollen umgestaltet, saniert und einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden. Dazu sind in der Gemeinderatssitzung am Montag zwei Vorstudien vorgestellt worden.

Steinach - Kämmerin Petra Meister wies darauf hin, dass es noch nicht um die Details gehe. Vielmehr solle der Gemeinderat zunächst überlegen, ob diese Projekte zeitnah angegangen werden sollen. Dann müsste das Großprojekt Mehrzweckhalle wohl geschoben werden. Die Entscheidung soll in der Sitzung am Montag, 24. Oktober, fallen. Ende Oktober muss die Gemeinde die Maßnahmen melden, die kommendes Jahr ins Landessanierungsprogramm aufgenommen werden sollen.

Zunächst stellte Nicolai Schwendemann vom Steinacher Büro Kopf Architekten die Voruntersuchung zum Pfarrhaus vor. Dieses beschäftigt die Steinacher schon lange – schon 2015 und 2016 hatten Bürger im Rahmen der Projektgruppe "Lebendige Dorfmitte" im "Sozialen Steinach" Ideen entwickelt. Simone Muth verwies seitens der Verwaltung auf eine Idee, das Haus für die Grundschule mitzunutzen, beispielsweise für die Betreuung.

Rettungsweg könnte auch als Überdachung dienen

Außerdem zieht die katholische öffentliche Bücherei in das Pfarrhaus, wenn es saniert ist. Ansonsten sollen die Räume – 215 Quadratmeter Nutzfläche, davon entfallen 162 auf die Zimmer – möglichst flexibel genutzt werden können.

Laut Schwendemann ist ein zweiter baulicher Rettungsweg erforderlich. Die Pfarrgarage soll abgerissen werden. In deren Bereich könnte die Rettungstreppe gebaut werden, die über einen filigran gehaltenen Weg erreicht wird, der gleichzeitig als Überdachung genutzt wird.

Das Haus selbst bleibt von außen fast unverändert. Dem Denkmalschutz sei die alte Holztreppe im Inneren wichtig, alles andere sei immer wieder umgebaut worden und habe daher keinen historischen Wert. Zum Heizen kann das Gebäude an die Nahwärme der Georg-Schöner-Schule angeschlossen werden, die Sanitäranlagen bekommen dann ihren Platz im Untergeschoss. Das Dachgeschoss soll nicht ausgebaut werden – dort sei es sehr schwer, den erforderlichen Rettungsweg einzubauen, außerdem hätte das Auswirkungen auf den Brandschutz.

Um die öffentliche Nutzung zu ermöglichen, ist neben dem zweiten baulichen Rettungsweg auch Barrierefreiheit erforderlich. Für das Erdgeschoss kann diese durch einen Hiro-Lift erreicht werden, ähnlich wie beim Haus der Vereine. Für das Obergeschoss würde ein Fahrstuhl erforderlich, der außen an das Gebäude gebaut werden müsste.

Die Bücherei und eine barrierefreie Toilette sollen im Erdgeschoss untergebracht werden, die übrige Nutzung der Räume möglichst flexibel gehalten werden. Allerdings muss im Obergeschoss die gleiche Nutzung erfolgen wie unten. Käme etwas völlig Anderes ins Obergeschoss, müsse auch dieses barrierefrei erreichbar sein und damit wäre ein Aufzug unabdingbar.

Das in die Jahre gekommene Gebäude muss umfangreich saniert werden. Die erste, grobe Kostenschätzung für die Maßnahme liegt bei rund zwei Millionen Euro. Laut Meister ist wegen des Denkmalschutzes ein größerer Förderrahmen möglich.

Auf Rückfrage von Xaver Rockenstein (FW) hieß es, der Umfang der Vorstudie reiche für die Einreichung im Landessanierungsprogramm.

Das ist im Pfarrgarten geplant

Landschaftsarchitekt Frank Schmucker stellte eine Vorstudie für den Pfarrgarten vor. Dieser sei "ein grünes Zentrum, das von vielen Gebäuden flankiert wird". Aktuell würden diese jedoch nicht durch ihn verbunden, das Wegesystem habe keine Funktion und die Rabatten würden eher wie Barrieren wirken als einladend. Nach Schmuckers Vorstellungen sollen dachförmig gezogene Platanen die Überdachung durch den Rettungsweg optisch wieder aufgreifen. Geplant sind viele Laubgehölze, ein Wasserspiel und kleine Plätze, die zum Verweilen einladen. Eine Diskussion entfachte sich unter den Gemeinderäten wegen der Parkplätze Richtung Georg-Schwendemann-Straße. Philipp Matt (CDU) erinnerte daran, dass dort 2021 vom Gemeinderat senkrechte Parkplätze beschlossen wurden. Diese fehlten in der Vorstudie. Bürgermeister Nicolai Bischler sagte, die Gemeinde werde prüfen, was genau beschlossen wurde. Laut Schmucker würde die Umgestaltung des Pfarrgartens rund 750 000 Euro kosten.