Beim „Sommerlichen Empfang“ der Architektenkammer Baden-Württemberg hat Thekla Walker, baden-württembergische Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, für eine Kreislaufwirtschaft beim Bauen plädiert.
Im aussichtsreichen Garten des Hauses der Architektinnen und Architekten in Stuttgart wehte am Mittwochmittag zwar ein angenehmes, laues Lüftchen. Das konnte aber beim „Sommerlichen Empfang der Architektenkammer Baden-Württemberg“ (AKBW) über eine Tatsache nicht hinwegtäuschen: „Die Klimakrise ist in Baden-Württemberg angekommen“, konstatierte Thekla Walker. Und diese sei wiederum nur eine von einer ganzen Reihe von Krisen, mit denen das Land und insbesondere ihr Ressort derzeit konfrontiert seien, so die Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, die Kammerpräsident Markus Müller als Gast beim traditionellen Sommer-Event seines Hauses begrüßte. Die Architektinnen und Architekten nahm die Ministerin denn auch gleich in die Pflicht: „Wir müssen zeigen, dass wir ein lernendes System sind und lernend mit diesen Herausforderungen umgehen.“
Kreislaufwirtschaft als Innovationstreiber
Beim Lernstoff der Zukunft für die Architektenschaft maß die Grünen-Politikerin einer „klimafreundlichen Kreislaufwirtschaft“ eine entscheidende Bedeutung zu. Der Einsatz von Reycling-Baustoffen sowie zirkuläres Bauen müsse nicht nur ein „add on“ sein, sondern Standard, ja, sogar zum „Geschäftsmodell der Zukunft“ werden. Hier gebe es im Materialbereich noch „viel Luft nach oben“, so Walker. Bei den Kammervertretern musste sie für derlei Forderungen keine Überzeugungsarbeit mehr leisten. Kammerpräsident Müller machte dabei deutlich, dass er wenig davon hält, über die CO2-intensiven Beton- und Zementhersteller die Nase zu rümpfen, er hob vielmehr auf die Potenziale des Wandels ab: Für die Baustoffindustrie könne die Kreislaufwirtschaft ein Innovationstreiber sein.
Fotovoltaik – so selbstverständlich wie Türen und Fenster
Überhaupt schienen sich Gast und Gastgeber bei vielen Punkten weitgehend einig: Beim Energieumbau sieht man den Gebäudebestand als „Schlüssel“, so Müller; Walker bekannte, die Lebenszyklusbetrachtung in die Energieberechnung einführen und die maue Sanierungsquote beim Bestand von einem Prozent deutlich steigern zu wollen. Und die von der Kammer favorisierte Fotovoltaik-Technik müsse beim Bauen „so selbstverständlich werden wie der Einbau von Türen und Fenster“, so die Ministerin.