Transportmaschinen, unter anderem vom Typ Airbus A400M, sollen in Zukunft Fallschirmspringer über dem Waldhof-Areal absetzen. Foto: Dittrich

Die Kritik wird immer lauter an der beabsichtigten Einrichtung eines Absprungplatzes für Fallschirmspringer auf dem Waldhof-Areal. Ein Rosenfelder sorgt sich, dass durch Bauarbeiten archäologisch bedeutsame Funde zerstört werden könnten.

Rosenfeld/Geislingen - Nachdem immer mehr Details zu dem Bauprojekt bekannt werden, meldet sich Eberhard Mollenkopf zu Wort. Der Rosenfelder erkundet seit langem mit Wilfried Schübel aus Täbingen und Jörg Berbalk aus Tieringen, ehrenamtliche Beauftragte des Landesamts für Denkmalpflege, sowie Edeltraud Semma-Hauser aus Leidringen die Region des Kleinen Heubergs.

Piste braucht massiven Unterbau

Num macht Mollenkopf darauf aufmerksam, dass eine neu entdeckte Straßenkreuzung aus der Römerzeit und ein Stück Straße durch den beabsichtigten Bau einer ein Kilometer langen Start- und Landebahn für kleinere Flugzeuge zerstört würden. Dazu merkt er weiter an: "Der weitere Verlauf der Piste folgt der Römerstraße zum Häsenbühl und dürfte die Zerstörung dieser Straße bedeuten." Der Begriff "Graspiste" ist in seinen Augen irreführend: Sie benötige einen "sehr massiven Unterbau" und müsse eine Tragkraft von mindestens 7,5 Tonnen oder mehr aufweisen.

Weiter hat Mollenkopf festgestellt: "Was jetzt schon offensichtlich ist: Vom Anfang beim Kreisverkehr geht es Richtung Landstraße Isingen-Geislingen bergauf, das bedeutet: Es müssen große Mengen Erde bewegt werden, um eine einigermaßen ebene Startbahn zu erhalten."

Hartmann Reim, früherer Leiter der Außenstelle Tübingen des damaligen Landesdenkmalamts, hat sich laut Mollenkopf in Sachen Waldhof per Brief an Landrat Günther-Martin Pauli und den CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß gewandt. Reim kennt das Gelände: Er hat mehrmals am Häsenbühl gegraben. Nach Reims Ansicht müsste das Areal vor Baubeginn archäologisch untersucht werden.

"Auswahl nicht nachvollziehbar"

Warum die Auswahl auf den Waldhof gefallen ist, vermag Mollenkopf nicht ganz nachzuvollziehen: "Näher an Calw als der Waldhof liegen die Flugplätze Freudenstadt-Musbach, der Wächtersberg, Eutingen und eventuell Poltringen." Er hat eine Vermutung: "Vielleicht wurden da schon sehr früh die Fäden gezogen – die Flieger haben zu Ministerien und Regierungspräsidien erfahrungsgemäß einen sehr guten Draht."