Vincenzo Grifo (rechts, hier mit Matthias Ginter) ebnete mit seinem Elfmetertor zum 1:0 den Weg in Richtung DFB-Pokalviertelfinale. Foto: Tom Weller/dpa

Dank eines 2:0-Siegs gegen den SV Darmstadt 98 steht der SC Freiburg im DFB-Pokal in der Runde der letzten acht. Vincenzo Grifo traf zum 1:0 – und verschoss einen Elfmeter.

Den Worten, dass er und seine Mannschaft den Zweitligisten aus Darmstadt nicht unterschätzen werde, ließ Trainer Julian Schuster am Mittwochabend Taten folgen. Im Vergleich zum 4:0-Sieg gegen Mainz 05 nahm er nur drei Änderungen in der Startelf vor – auf allzu viel Rotation verzichtete der Coach des SC Freiburg. Wie schon am Tag zuvor angekündigt stand Florian Müller im Tor. Zudem kam Kapitän Christian Günter für Philipp Treu in die Anfangsformation und Max Rosenfelder ersetzte Philipp Lienhart, der nicht im Kader stand.

 

Gemeinsam mit seinem Innenverteidigerkollegen Matthias Ginter war Rosenfelder vor allem im Spielaufbau gefordert. Denn die Gäste aus Darmstadt überließen dem SC Freiburg in der Anfangsphase häufig den Ball und standen tief. Doch so richtig Profit daraus konnte der Bundesligist zunächst nicht schlagen.

Mal stand bei einem Fernschuss von Johan Manzambi der eigene Mann im Weg, mal blockte der Gegner einen aussichtsreichen Abschluss von Vincenzo Grifo – und wenn die Freiburger dann doch mal mehr Platz hatten, trafen sie in der Offensive die falsche Entscheidung.

Florian Müller im Tor zeigt eine starke Leistung

Stattdessen waren es die Darmstädter, die nach 26 Minuten die erste Großchance hatten. Matthias Bader zwang mit seinem Schuss aus gut 14 Metern Müller zu einer starken Parade. Zwei weitere – deutlich harmlosere – Abschlüsse des SVD landeten ebenfalls beim Atubolu-Vertreter, der nach dem Spiel von seinen Kollegen viel Lob für seine Leistung bekam.

Johan Manzambi steht dreimal im Fokus

In der Folge stand gleich dreimal Manzambi im Fokus. Zunächst kam er im Strafraum zu Fall (36.), statt Elfmeter gab’s jedoch Offensivfoul. Drei Minuten später vergab er aus kurzer Distanz die große Chance zur Führung – und kam eine eine Minute später wieder im Elfmeterraum zu Fall. Diesmal zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt, Grifo traf perfekt in den Winkel zum 1:0 (42.).

Nachdem er am Sonntag mit Nils Petersen als bester Bundesliga-Torschütze des Vereins gleichzog, fehlen ihm nun wettbewerbsübergreifend nur noch drei Treffer, um auch diese Bestmarke des bisherigen Freiburger Rekordschützen zu erreichen.

Deutlich wichtiger als der „Torjäger-Zweikampf“ mit seinem ehemaligen Teamkollegen dürfte Grifo am Mittwochabend jedoch das Erreichen den Viertelfinals im DFB-Pokal gewesen sein. Denn auch nach dem Seitenwechsel war der Bundesligist optisch überlegen. Ins letzte Risiko wollte der Sport-Club in dem K.o.-Spiel aber nicht gehen.

Es dauerte bis zur 69. Minute, ehe die Breisgauer wieder gefährlich wurden. Und zwar so richtig: Nach perfekt getimtem Ball von Grifo lief Lucas Höler alleine aufs 98-Tor zu und blieb per Heber cool.

Grifo verpasst den Doppelpack

Und während die Fans nach dem 2:0 mit ihren Gesängen schon vom Gewinn des Pokals träumten, musste die Mannschaft auf dem Rasen rund um die 75. Minute eine kritische Phase überstehen. Gleich zweimal rettete Müller gegen Matej Maglica, der jeweils nach einer Ecke frei zum Kopfball kam.

In der 84. Minute verpasste Grifo mit dem zweiten Elfmeter des Tages zwar die endgültige Entscheidung. Gut zehn Minuten – und ein SCF-Abseitstor – später war der Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals dann aber offiziell.

Das sagen Julian Schuster und Florian Kohfeldt zum Spiel

„Mich freut es sehr, dass wir eine Runde weiter sind“, sagte nach dem Spiel Julian Schuster. „Es war wichtig, dass wir mit 1:0 in Führung gegangen sind“, so der Trainer weiter, der eine Leistung sah, „die in Ordnung war, aber nicht überragend“. Mit seinem Gegenüber Florian Kohfeldt war er bei der Bewertung des Spiels auf einer Wellenlänge. Der Darmstädter Coach sprach von einem „verdienten Weiterkommen“ der Freiburger, die die „kleinen Momente besser genutzt“ haben.