Die Firma Gfrörer plant 60 neue Arbeitsplätze im Industriegebiet Horb. Sie hofft auf den Zuschlag für Fertigteile für den Pfaffensteigtunnel. Jetzt ist die Vergabeentscheidung da.
Erst sagt Georgii Kobold den Neubau ihrer Produktion im Industriegebiet Heiligenfeld ab. Stattdessen wird das Ceratizit-Gebäude in Empfingen gekauft. Jetzt ist die nächste Entscheidung für neue Arbeitsplätze in Horb gefallen.
Warum das ein Schock für Horb ist
Es geht um das Güterverkehrsterminal „Black Forest Terminal“ im Industriegebiet. Weil es schleppend anläuft, hatte Gfrörer hier eine Tübbing-Fabrik geplant. Hier sollten Fertigteile für den Pfaffensteigtunnel gebaut werden, wenn Gfrörer mit seinem Firmensitz in Empfingen den Zuschlag bekommt. Diese Entscheidung ist jetzt gefallen.
Sven Wannenmacher, Leiter des Projektmanagements, sagt: „Leider hat unsere Bietergemeinschaft im Vergabeverfahren keinen Zuschlag erhalten; dieser wurde an einen anderen Bieter erteilt. Wir bitten um Verständnis, dass wir zu den Details des Verfahrens keine weiteren Angaben machen können.“
Ein Schock für Horb. Sowohl der Ortschaftsrat Altheim als auch Rathaus und der Gemeinderat hatten das Projekt der Tübbing-Fabrik in Horb unterstützt.
Projektmanager Wannenmacher: „Über diese Entscheidung sind wir naturgemäß enttäuscht – insbesondere vor dem Hintergrund der großen Unterstützung, die unsere Projektkonzeption sowohl im Gemeinderat Horb als auch im Ortschaftsrat Altheim erfahren hat.“
Das heißt: Wirtschaftsfrust für Horb. Aufatmen beim Bahnfrust über die Gäubahn. Der hellt sich inzwischen etwas auf. Denn: Zuletzt kam heraus, das Stuttgart 21 wohl erst im Jahr 2030 eröffnet werden soll. Damit dürfte die drohende Gäubahn-Kappung im April 2027 und der Umstieg in Vaihingen verschoben werden.
Die OBs der Gäubahn-Anrainer wie Christian Ruf (CDU, Rottweil), Michael Keßler (CDU, Horb), Stephan Neher (CDU, Rottenburg), Stefan Belz (Grüne, Böblingen) hatten zuletzt gefordert, dass die Gäubahn frühestens erst dann gekappt werden darf, wenn Stuttgart 21 vollständig in Betrieb geht: „Solange der Tiefbahnhof nicht in Betrieb ist, muss zumindest der umsteigefreie Anschluss an den Stuttgarter Kopfbahnhof erhalten bleiben. Alles andere wäre eine zusätzliche Zumutung für Pendlerinnen und Pendler sowie für unsere Wirtschaftsregion.“
Die Vorbereitungsarbeiten für den Pfaffensteigtunnel hatten im Februar begonnen . Er soll die Gäubahn über den Flughafen zum Hauptbahnhof führen. Die voraussichtliche Fertigstellung wurde zuletzt für das Jahr 2023 angekündigt.
Das sagt das Rathaus Horb
OB Michael Keßler (CDU):
„Wir bedauern dieses Ausschreibungsergebnis. Die Tübbing-Produktion hätte dem Standort 50 bis 60 Arbeitsplätze gebracht. Letztlich aber ein normaler Vorgang, der zur Kenntnis zu nehmen ist. Wir danken der Firma Gfrörer für ihre offene Kommunikation und die transparente Planung. Wir freuen uns auf weitere Projekte.“