Auch bei Weiss Technik in Balingen-Frommern werden Stellen abgebaut (Archivfoto). Foto: Eyckeler

An den Standorten von Weiss Technik in Balingen und Hessen werden Stellen abgebaut, begleitet von Sozialplan, Interessenausgleich und weiteren Maßnahmen. Das sagt das Unternehmen.

Die Weiss Technik GmbH hat sich mit den Betriebsräten und der IG Metall auf einen Arbeitsplatzabbau sowie begleitende strukturelle Maßnahmen geeinigt. Das teilt die Schunk Group, Muttergesellschaft von Weiss Technik, schriftlich mit.

 

Die Einigung betrifft die Standorte in Balingen-Frommern und Reiskirchen, Hessen.

Beide Standorte von Weiss Technik sind von der anhaltenden Krise in der Automobilindustrie betroffen, die zu einem dauerhaften Rückgang der Aufträge geführt hat.

Geschäftsführung hält Abbau um 350 Stellen für notwendig

Konkret soll der Personalabbau in mehreren Phasen umgesetzt werden. Zum einen werden Möglichkeiten geprüft, Beschäftigten einen anderen Arbeitsplatz in der Schunk Group anzubieten. Die Geschäftsführung hält eine Senkung um 350 Mitarbeiter für notwendig; beide Standorte zählen in Summe 1350 Beschäftigte.

Zum anderen soll es ein Freiwilligenprogramm geben, das zum 1. August 2025 beginnt. Weiter wird für die Beschäftigten die Möglichkeit geschaffen, in eine Transfergesellschaft zu wechseln.

Weiss Technik: Sozialplan und Interessenausgleich  geplant

Diese soll im Laufe des August 2025 ihre Arbeit aufnehmen und helfen, die Beschäftigten für neue Aufgaben auf dem Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Erst wenn die Maßnahmen noch nicht zum Stellenabbau führt, sind betriebsbedingte Kündigungen möglich.

Unternehmen und Betriebsrat haben sich darauf verständigt, einen Sozialplan und Interessenausgleich zu schließen, um die wirtschaftlichen Folgen für die Mitarbeiter zu mindern.

Die in einer Betriebsvereinbarung festgelegten Maßnahmen umfassen neben der Transfergesellschaft auch weitergehende Qualifizierungs-Maßnahmen, eine Unterstützung bei der Vermittlung, ein Freiwilligenprogramm sowie Aufhebungsvereinbarungen. Das Unternehmen ist mit der Bundesagentur für Arbeit in ständigem Austausch.

Schwache Nachfrage zwinge zu „schmerzhaften, aber unumgänglichen Entscheidungen“

Neben der Personalanpassung wurden weitere strukturelle Maßnahmen vereinbart, um die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte Balingen und Reiskirchen langfristig zu sichern.

Die Beschäftigten wurden in Betriebsversammlungen am 30. Juni in Balingen und am 1. Juli in Reiskirchen über das Verhandlungsergebnis und die Restrukturierungspläne informiert.

„Die anhaltende Nachfrageschwäche im Automobilsektor zwingt uns zu schmerzhaften, aber unumgänglichen Entscheidungen. Wir sind froh, gemeinsam mit dem Betriebsrat Lösungen gefunden zu haben, die den betroffenen Beschäftigten Perspektiven bieten und zugleich den Unternehmenserfolg langfristig sichern“, erklärten die Geschäftsführer von Weiss Technik, Daniel Allendorf und Peter Kuisle.