Im April waren rund 50 Personen weniger arbeitslos gemeldet, als im März. Foto: Oliver Berg/dpa

13.600 Menschen waren im April arbeitslos gemeldet, 54 Personen weniger als im März, aber 336 Personen mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote betrug 4,7 Prozent und war nahezu identisch zum Vormonatsniveau. Allerdinges höher als im März 2025, dort lag sie bei 4,6 Prozent. Zum Zuständigkeitsbereich gehören die Landkreise Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen.

 

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Im April meldeten sich 3084 Personen neu oder erneut arbeitslos (289 mehr als vor einem Jahr). Darunter befinden sich auch 1311 Personen, die sich aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos gemeldet haben (148 mehr als vor einem Jahr).

Gleichzeitig beendeten 3147 Personen ihre Arbeitslosigkeit (31 mehr als vor einem Jahr). 1088 von ihnen konnten durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung in diesem Monat ihre Arbeitslosigkeit beenden (6 weniger als vor einem Jahr). Der Arbeitsmarkt zeigt weiterhin eine hohe Dynamik bei den Zu- und Abgängen und resultiert im April mit einer positiven Bilanz.

Die Jahressummen der Zu- und Abgänge bestätigen die Dynamik, sie liegen ebenfalls über den Vorjahreswerten: Seit Jahresbeginn gab es 11.889 Zugänge von Arbeitslosen, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 596 Meldungen. Demgegenüber stehen 11.501 Abmeldungen von Arbeitslosen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 977 Abmeldungen.

„Trotz der anhaltenden Wirtschaftsschwäche, der geopolitischen Unsicherheiten und der daraus resultierenden Auswirkungen auf unseren regionalen Arbeitsmarkt, gelingt es weiterhin vielen arbeitssuchenden Menschen, ihre Arbeitslosigkeit wieder zu beenden“, so Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen.

Der Markt bleibt aufnahmefähig – obwohl der Beschäftigungsumfang im Verarbeitenden Gewerbe gesunken ist (minus 3626 Beschäftigte im Vergleich zum Vorjahr). Jeder dritte Arbeitslose im Agenturbezirk der wieder eine Beschäftigung aufnahm, fand eine neue Anstellung in Fertigungs- oder Fertigungstechnischen Berufen (2025: 3153 Personen). Bereiche wie das Gesundheits- und Sozialwesen wuchsen (plus 963 Beschäftigte).

Die meisten der insgesamt 3092 Stellenangebote im Bestand richten sich an Fachkräfte (1929), hier gab es im Vorjahresvergleich ein leichtes Plus von 1,3 Prozent. Geringqualifizierte Arbeitslose sind dagegen im Nachteil: Der Agentur für Arbeit wurden im Vergleich zum Vorjahr 30 Prozent weniger Stellenangebote für die Vermittlung ungelernter Arbeitsloser gemeldet (insgesamt 498 offene Stellen).

Mehr Männer als Frauen arbeitslos

„Wir erleben ein hohes Transformationstempo, befeuert durch Elektromobilität, Energiewende und Digitalisierung – in Kombination mit dem demografischen Wandel bleibt die Fachkräftesicherung ein zentrales Thema“, stellt Scholz fest. „Im Zuge von Strukturwandel und betrieblichen Veränderungen sind Weiterbildung und Veränderungsbereitschaft für Beschäftigte und Arbeitsuchende essenziell. Berufliche Bildung ist der Erfolgsfaktor in dieser Phase des Umbruchs.“ Von den 13.600 Arbeitslosen sind 7591 Männer, 6009 Frauen, 33,6 Prozent sind 50 Jahre und älter, 29,1 Prozent Langzeitarbeitslose, 41,8 Prozent haben einen Migrationshintergrund.

Freie Stellen

Aktuell befinden sich 3092 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur, ein Plus von 65 im Vergleich zum März. Allerdings fällt sowohl der monatliche Zugang an neuen Stellenangeboten, als auch der Bestand aller gemeldeten Arbeitsstellen geringer aus als im Vorjahr: Es 200 Stellen weniger neu gemeldet als im April 2025 und 257 Stellen weniger im Bestand als vor einem Jahr.

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 wurden der Agentur für Arbeit rund 3000 Ausbildungsstellen gemeldet. Aktuell sind noch 1600 der Angebote zu besetzen. Gleichzeitig haben sich insgesamt 2098 Jugendliche mit den Berufsberaterinnen und Berufsberatern in Verbindung gesetzt, weil sie sich für eine Ausbildung interessieren.

Zahlen in den Landkreisen

Kreis Rottweil: Die Arbeitslosigkeit ist im April annähernd gleichgeblieben. 2828 Personen waren arbeitslos gemeldet, 6 Personen mehr als im März. Die Arbeitslosenquote betrug 3,5 Prozent.

Schwarzwald-Baar-Kreis: Die Arbeitslosigkeit ist im April gesunken. 6163 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 131 Personen weniger als im März. Die Arbeitslosenquote betrug 5 Prozent.

Kreis Tuttlingen: Die Arbeitslosigkeit ist im April gestiegen. 4.609 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 71 Personen mehr als im März. Die Arbeitslosenquote betrug 5,5 Prozent.