Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist weiter rückläufig. Das vermeldet die Agentur für Arbeit. Mit Prognosen hält sich die Agenturchefin aber noch zurück.
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen im Mai gesunken.
13.395 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 205 Personen weniger (minus 1,5 Prozent) als im April, aber 270 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,7 Prozent und war identisch zum Vormonat.
Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk insgesamt ist damit nun den fünften Monat in Folge rückläufig. Das Jahr 2026 startete mit einem Höchststand von 14.028 Arbeitslosen, diese Zahl hat sich zwischenzeitlich um 633 Personen verringert.
Bei der Agentur für Arbeit waren 6710 Menschen arbeitslos gemeldet. Hierzu zählen in der Regel Personen, die Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung beziehen. Beim Jobcenter wurden 6685 Arbeitslose gezählt. Sie erhalten Leistungen der Grundsicherung.
Abwartende Haltung
„Die Bedarfe der Betriebe nach Arbeits- und Fachkräften steigen erfreulicherweise wieder. Inwieweit sich diese Entwicklung verstetigt und ob auf dem Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten nachhaltige Verbesserungen in Sicht sind, bleibt abzuwarten. Positive Konjunktursignale und wirtschaftliche Erholung werden weiterhin von geopolitischen Krisen sowie hohen Energie- und Rohstoffpreisen gedämpft“, so Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen.
Rückgang in allen drei Regionen
Beim Blick auf die einzelnen Regionen des Agenturbezirks zeigt sich: Überall ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Im Schwarzwald-Baar-Kreis waren 6087 Menschen arbeitslos gemeldet, 76 Personen weniger (minus 1,2 Prozent) als im April. Die Arbeitslosenquote betrug aber weiterhin fünf Prozent und war damit identisch zum Vormonat.
Im Kreis Rottweil waren 2734 Menschen arbeitslos gemeldet, 94 Personen weniger (minus 3,3 Prozent) als im April. Das bedeutet eine Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent (0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonatsniveau). Im Kreis Tuttlingen waren 4574 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 35 Personen weniger (minus 0,8 Prozent) als im April. Die Arbeitslosenquote betrug 5,4 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau.
Mehr freie Stellen gemeldet
Die Zahl der Stellen, die der Agentur für Arbeit von Unternehmen aus der Region gemeldet werden, stieg an: Verzeichnet wurde ein kräftiges Plus von 21,8 Prozent mehr Stellenneuzugängen gegenüber dem Vormonat. Insgesamt sind im Mai 950 neue Stellenangebote eingegangen, 170 mehr als im April.
950 Stellen wurden im Mai neu gemeldet. Das sind 170 mehr als im Vormonat und 75 mehr als vor einem Jahr. Aktuell befinden sich damit 3269 freie Stellen im Bestand der Agentur für Arbeit.
Fachkräfte gesucht
Spitzenreiter bei den neuen Stellenangeboten nach Branchen waren im Mai das Verarbeitende Gewerbe mit 243 Stellen, Personaldienstleister meldeten 249 neuen Stellen und der Bereich Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen – dazu gehören unter anderem Rechts- und Steuerberatungen sowie Unternehmensberatungen – 123 neue Angebote.
„Gesucht werden weiterhin Fachkräfte. Die Arbeitskräftenachfrage auf Helferniveau hat deutlich abgenommen. Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine abschlussorientierte Fortbildung gewinnen für die Arbeitssuche im Bewerbungsprozess immer mehr an Bedeutung und sind Voraussetzung für eine nachhaltige berufliche Integration“, ordnet Scholz die aktuelle Situation ein.
Weniger Kurzarbeit
Die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit war im Mai rückläufig: Im aktuellen Berichtsmonat Mai zeigten 31 Betriebe für 269 Beschäftigte Kurzarbeit an . Im Vormonat waren es noch 74 Betriebe mit 954 Beschäftigten. Im Januar befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 3976 Personen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg in Kurzarbeit. Die Kurzarbeiterquote im Januar betrug 1,8 Prozent.
Suche nach Ausbildungsplätzen
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 wurden der Agentur für Arbeit 3067 Ausbildungsstellen gemeldet. Gleichzeitig haben sich insgesamt 2263 Jugendliche mit den Berufsberaterinnen und Berufsberatern in Verbindung gesetzt, weil sie sich für eine Ausbildung interessieren. Rund die Hälfte von ihnen ist aktuell noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.