Obwohl es im März 196 Arbeitslose weniger gab, sind in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg 13 654 Menschen ohne Job. Das sind 2150 Personen mehr als vor fünf Jahren.
Im Agenturbezirk waren im März 13 654 Arbeitslose gemeldet, 196 Personen weniger als im Vormonat. Nachdem die Arbeitslosigkeit bereits im Februar einen leichten Rückgang verzeichnen konnte, setzt sich die Entwicklung im aktuellen Berichtsmonat fort: Die Zahl der Arbeitslosen fällt um 1,4 Prozent geringer aus.
„Mit dem Frühjahresaufschwung geht die Arbeitslosigkeit üblicherweise leicht zurück“, erläutert Sylvia Scholz, Chefin der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen. „Erfreulich, der Rückgang fällt bei den über 55-Jährigen sowie der Langzeitarbeitslosen im aktuellen Monat stärker ausfällt als in den Vorjahren.“ Die Arbeitslosenquote sank um ein Zehntel auf 4,7 Prozent.
Ein Sektor sticht heraus
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2820 Personen arbeitslos. Davon kamen 1080 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 3007 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1009 eine Erwerbstätigkeit auf. Im längerfristigen Vergleich gesehen, bleibt das Niveau der Arbeitslosigkeit in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg jedoch deutlich erhöht: Aktuell sind 2150 Personen mehr arbeitslos als im März vor fünf Jahren.
Für die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegen aktuelle Werte für die Region vor: 218 144 Personen waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vorjahresvergleich ist die Beschäftigung um 1584 Personen (minus 0,7 Prozent) gesunken. Den deutlichen Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe (-3626) konnten die Zunahmen insbesondere in den Bereichen Heime und Sozialwesen (+582), Öffentliche Verwaltung (+438), Gesundheitswesen (+381) und Handel (+324) nicht ausgleichen.
Praktika zur Berufsfindung
Seit Oktober 2025 wurden der Agentur für Arbeit 2944 Ausbildungsstellen gemeldet. Gleichzeitig haben sich 1943 Jugendliche mit den Berufsberatern in Verbindung gesetzt, weil sie sich für eine Ausbildung interessieren.
Am 23. April 2026 findet der Girls‘ Day und Boys‘ Day statt. An diesem Aktionstag können Mädchen spannende Einblicke in Berufe der MINT-, IT- oder Handwerks-Disziplinen erhalten und Jungen bekommen die Möglichkeit, in die Bereiche Erziehung, Pflege, Soziales oder Gesundheit hineinzuschnuppern. Damit die Entscheidung für einen Beruf nicht auf Klischees, sondern auf Interessen und Fähigkeiten basiert, empfiehlt Sylvia Scholz Praktika. Dadurch können Jugendliche Einblicke in möglichst verschiedene Berufsfelder gewinnen.
3027 offene Stellen
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 6862 Personen (122 Personen weniger als im Vormonat und 321 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 6792 Arbeitslose registriert (74 Personen weniger als im Vormonat und 240 Personen weniger als im Vorjahr).
Unternehmen meldeten im März 872 neue Stellenangebote (63 mehr als im Vormonat). Insgesamt befinden sich 3027 offene Stellen im Bestand. Im März gingen 50 Anzeigen für Kurzarbeit für 799 Beschäftigte aus dem Agenturbezirk ein. Im Vormonat waren es 89 Anzeigen für 1162 Beschäftigte. Laut Hochrechnung bezogen im November letzten Jahres 220 Unternehmen aus der Region Kurzarbeitergeld für 5286 Beschäftigte.
Tuttlingen ist der „Ausreißer“
Die Arbeitslosigkeit im Kreis Rottweil ist im März gesunken. 2822 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 80 Personen weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent.
Im Schwarzwald-Baar-Kreis ist die Arbeitslosigkeit ebenfalls gesunken. 6294 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 137 Personen weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote betrug 5,1 Prozent, ein Zehntel weniger als im Februar.
Im Kreis Tuttlingen ist sie hingegen gestiegen. 4538 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 21 Personen mehr als im Februar. Die Arbeitslosenquote blieb wie im Vormonat bei 5,4 Prozent.