Von Aufhellung am Arbeitsmarkt ist auch hier nichts zu spüren: die Agentur für Arbeit in Freudenstadt. Foto: Alt

Die Arbeitslosenquote im Kreis Freudenstadt ist im Dezember leicht gestiegen und liegt bei 4,4 Prozent. Ein düsteres Bild zeigt die Bilanz im gesamten Nordschwarzwald für 2025.

Zum Jahresende 2025 ist die Zahl der Arbeitslosen im Nordschwarzwald laut Mitteilung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim gegenüber dem Vormonat um 54 oder 0,3 Prozent auf 16 133 gestiegen.

 

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anstieg deutlicher ausgefallen: Im Dezember 2024 waren noch 922 oder 6,1 Prozent weniger Menschen arbeitslos.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 4,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,3 Prozent.

Herausforderungen „Der Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald steht weiter vor großen Herausforderungen. Zwar ist die Arbeitslosigkeit im Dezember nur minimal gestiegen, die Zahl der gemeldeten Stellen reicht aber nicht aus, um den Arbeitsmarkt in Bewegung zu bringen und eine Trendwende einzuleiten,“ so Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, zu den neuesten Zahlen vom regionalen Arbeitsmarkt.

Aufgrund des demografischen Wandels stünden dem Arbeitsmarkt immer weniger Menschen zur Verfügung. Die Babyboomer-Generation erreiche zunehmend das Rentenalter, für sie rückten immer weniger junge Erwerbstätige nach. „Durch das knapper werdende Arbeitskräfteangebot versuchen unsere Unternehmen ihre Arbeitskräfte auch in konjunkturellen Schwächephasen zu halten. Das stabilisiert den Arbeitsmarkt, die Arbeitslosigkeit steigt weniger stark als erwartet,“ so Lehmann weiter.

Nachfrage nach Arbeitskräften auf niedrigem Niveau

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist zum Jahresende leicht gestiegen, bewegt sich aber auf niedrigem Niveau. Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim wurden im Dezember 780 zu besetzende Stellen gemeldet, 1,8 Prozent mehr als im November und oder 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist leicht zurückgegangen.

Arbeitslose Insgesamt meldeten sich im Verlauf des Monats 3267 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos. Das waren 33 oder 1,0 Prozent weniger als im November aber 40 oder 1,2 Prozent mehr als im Dezember 2024. Gleichzeitig konnten 3194 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 493 oder 13,4 Prozent weniger als im Vormonat und 63 oder 1,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Knapp neun Prozent der Arbeitslosen sind unter 25 Jahre alt, dagegen sind mehr als 36 Prozent 50 Jahre und älter. Fast ein Drittel aller Arbeitslosen war im Dezember schon länger als ein Jahr ohne Arbeit. 

Rückblick 2025 Im Jahresdurchschnitt 2025 gab es im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 16 469 Arbeitslose, 1456 oder 9,7 Prozent mehr als im Durchschnitt des Jahres 2024.

In allen Monaten lag die Arbeitslosigkeit jeweils über dem Vorjahreswert. Der Jahreshöchstwert wurde im August erreicht: Mit 17 333 arbeitslos gemeldeten Menschen wurde die Grenze von 17 000 erstmals seit 2020 wieder überschritten. Die wenigsten Arbeitslosen gab es im November (16 079).

Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei 4,7 Prozent und damit auf dem höchsten Wert seit 2010 (5,2 Prozent).

9,7 Prozent mehr Arbeitslose im Jahresdurchschnitt

Von Januar bis Dezember 2026 wurden knapp 8900 zu besetzende Arbeitsstellen gemeldet. Das waren rund 500 Stellen weniger als 2024 und über 7000 Stellenmeldungen weniger als im konjunkturellen Boomjahr 2018.

Im Jahresdurchschnitt 9,7 Prozent mehr Arbeitslose als im Vorjahr bei einem gleichzeitigen Rückgang der gemeldeten Stellen um 5,4 Prozent verdeutlichen die schwierige Lage am Arbeitsmarkt im Jahr 2025.

Kurzarbeit Nach einer ersten Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit für den Monat August 2025 haben im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 5177 Beschäftigte in 176 Betrieben kurzgearbeitet. Zum Vergleich: Im August 2024 waren es 2322 Beschäftigte in 123 Betrieben.

Die Kurzarbeiterquote, also der Anteil der Kurzarbeitenden an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, lag im Nordschwarzwald im August 2025 bei 2,3 Prozent und im August 2024 bei 1,0 Prozent.

Regionale Quoten Unter den sieben Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim hat Nagold mit 3,3 Prozent den besten Wert. Es folgen Calw mit 3,8 Prozent, Mühlacker mit 4,1 Prozent, Freudenstadt mit 4,4 Prozent, Horb mit 4,5 Prozent, Pforzheim mit 5,3 Prozent sowie Bad Wildbad mit 5,4 Prozent.

Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirks haben auch im Dezember zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 3,7 Prozent im Enzkreis und 7,2 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Kreis Freudenstadt Im Landkreis Freudenstadt ist die Arbeitslosenquote ist von November auf Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,2 Prozent. Insgesamt waren 3177 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1524 (48,0 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1653 (52,0 Prozent) in der Grundsicherung. Im Dezember wurden 254 Stellenangebote gemeldet. Das waren 80 mehr als im Vormonat und 13 weniger als im Dezember 2024. Aktuell sind 965 offene Stellenangebote im Bestand, 208 oder 17,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Stellenmarkt Mitte Dezember waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 3568 offene Stellen gemeldet, 33 oder 0,9 Prozent weniger als im November und 185 oder 4,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.