Die Arbeitslosenquote im Kreis Freudenstadt ist von Dezember auf Januar um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Foto: Michael Spotts

Deutlich gestiegen, allerdings weniger stark als im Landesschnitt, ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim im Januar.

14 395 Männer und Frauen waren am Zähltag Mitte Januar in der Region ohne Arbeit, 688 oder 5,0 Prozent mehr als im Dezember und 1268 oder 9,7 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim berichtet.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ist von Dezember auf Januar um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,8 Prozent.

„Für den Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn gibt es mehrere Gründe. Auch in diesem Jahr wirkten sich saisonale Effekte wie das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen zum Jahresende sowie witterungsbedingte Arbeitsausfälle aufgrund der frostigen Temperaturen auf den Arbeitsmarkt aus. Hinzu kommt, dass ein Jahr mit unerwartet vielen Insolvenzen und Betriebsschließungen mit vielen betroffenen Beschäftigten hinter uns liegt“, erläutert Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, die aktuelle Entwicklung in dem Bericht.

„Arbeitsmarkt zeigt sich nach wie vor robust“

„Angesichts der zahlreichen weltwirtschaftlichen Krisen und einer sich eintrübenden Konjunktur zeigt sich der Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald auch zu Beginn des Jahres 2024 nach wie vor robust. Die Arbeitslosigkeit ist im Landesvergleich sowohl gegenüber dem Vormonat (Baden-Württemberg + 6,6 Prozent) als auch gegenüber dem Vorjahr (Baden-Württemberg +10,2 Prozent) weniger stark gestiegen,“ ergänzt die Agenturchefin.

Der Arbeitskräftebedarf sei, bedingt durch die Feiertage zum Jahreswechsel und den Betriebsferien im Januar, etwas zurückgegangen. Insgesamt wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim im Januar 640 freie Stellen gemeldet, 192 oder 23,1 Prozent weniger als im Vormonat und 21 oder 3,2 Prozent weniger als im Januar des Vorjahres. Fast 80 Prozent der gemeldeten Stellen setzen mindestens eine abgeschlossene Ausbildung voraus. Über diese verfügen aber weniger als die Hälfte der arbeitslos gemeldeten Menschen.

Insgesamt waren 2708 arbeitslos gemeldet

Insgesamt meldeten sich im Verlauf des Monats 3607 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos. Das waren 360 oder 11,1 Prozent mehr als im Dezember und 509 oder 16,4 Prozent mehr als im Januar 2023. Gleichzeitig konnten 2912 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 138 oder 4,5 Prozent weniger als im Vormonat aber 582 oder 25 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote im Kreis Freudenstadt ist von Dezember auf Januar um 0,2 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,4 Prozent. Insgesamt waren 2708 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1308 (48,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1400 (51,7 Prozent) in der Grundsicherung. Im Januar wurden 166 Stellenangebote gemeldet. Das waren 82 oder 33,1 Prozent weniger als im Vormonat aber 26 oder 18,6 Prozent mehr als im Januar 2023. Aktuell sind 1104 offene Stellenangebote im Bestand, 216 oder 16,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.