Die östliche Treppe in den Durchgang ist eingehaust, auch dort wird ein Aufzug eingebaut. Foto: Rolf Reißmann

Der Bahnhof Grenzach steht vor einer umfassenden Modernisierung. Die Arbeiten starten am Samstag.

Offiziell beginnt der Bahnhofsumbau in Grenzach am kommenden Samstag, doch einige Arbeiten wurden bereits vorab erledigt. Am auffälligsten ist die Einhausung der östlichen Treppe vom Bahnsteig 1 in die Unterführung. Dieser Zugang wird in der bisherigen Form nicht weiter bestehen, denn dort wird einer der beiden Aufzüge eingebaut.

 

Auch unten im Durchgang ist die Treppe bereits mit einer Holzwand versperrt. Der zweite Aufzug hinauf zum Bahnsteig 2 wird an dessen östlicher Stirnseite eingebaut, also noch hinter dem Dach der bestehenden Treppe.

In den vergangenen Tagen schlug eine Ramme vor dem Bahnsteig stählerne Spundwände in den Boden. Diese dienen der Stabilisierung der Gleise 2 und 3. Denn der Zugbetrieb soll auch während der Bauarbeiten weiter möglich sein, aber wegen der Erschütterungen muss der Unterbau der Gleise gesichert sein. Die derzeit an der Südseite des Bahnhofs eingerichtete Baustellenabsperrung in der Köchlinstraße wird noch im November wieder beseitigt. Die Fertigstellung der Aufzüge ist nach Auskunft der DB für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen.

155 Meter Länge

Beginnen soll am Wochenende der Umbau des Bahnsteigs 1. Er wird, wie alle anderen an der Hochrheinbahn, auf 155 Meter nutzbare Länge und auf eine Höhe von 55 Zentimetern über Schienenoberkante umgebaut. Damit ist dann der stufenfreie Ein- und Ausstieg möglich.

Während der Bauarbeiten ist der Bahnsteig 1 in Grenzach nicht nutzbar, er wird ab 15. November gesperrt. Alle Züge verkehren dann vom Bahnsteig 2 aus, bis zur Eröffnung der Aufzüge aber nicht ebenerdig.

Zugbetrieb läuft weiter

Beendet werden sollen die Arbeiten am Bahnsteig 1 im Sommer 2026, dann beginnt der Umbau am Bahnsteig 2. Während des Ausbaus der Strecke wird zwischen Basel Badischer Bahnhof und Rheinfelden der Zugbetrieb weiter geführt. Das bedeutet aber auch, dass der Stationsumbau nur abschnittsweise nacheinander erfolgen kann, was allerdings die Bauzeiten etwas verlängert.

Nachteilig ist allerdings, dass der bisher am Vorplatz stehende Fahrkartenautomat auf den Bahnsteig 2 versetzt wurde. Damit müssen auch jene Fahrgäste über die Treppen zum Mittelbahnsteig gehen, die gar nicht mit der Bahn fahren, sondern nur RVL-Fahrkarten kaufen möchten. Doch bisher funktioniert der Automat am neuen Standort nicht.

Bisher noch nicht wieder angebracht wurde der grüne Entwerter, er wurde vom Vorplatz entfernt und bleibt derzeit unauffindbar. Damit können derzeit Punkte- und Mehrfahrtenkarten nicht entwertet werden. Vollständig eingezäunt und damit nicht mehr nutzbar sind alle Parkplätze vorm Bahnhof.

Arbeiten nicht einfach

Die umfangreichen Bauarbeiten finden nicht durchweg Verständnis. Kürzlich fragte ein Anwohner, ob man denn nicht endlich Masten aufstellen und Fahrdraht spannen könnte, dann wäre doch elektrischer Zugbetrieb möglich. Doch eben das ist nicht so einfach. Bereits seit mehreren Wochen läuft der Ausbau zwischen der Landesgrenze und dem Bahnhof Grenzach. Damit wird der noch nicht mögliche Gleiswechselbetrieb vorbereitet.

Ausbau der Signalanlagen

Bisher konnten auf dem nördlichen Streckengleis nur Züge in Richtung Basel fahren, künftig soll das auch in der Gegenrichtung möglich sein. Dazu müssen die Signalanlagen ausgebaut werden. Diese Arbeiten sind wegen des Zugverkehrs nur während der nächtlichen Betriebsruhe möglich.

Betroffen sind derzeit die Anwohner der Scheffelstraße, am Hornboden, Hornacker und Hörnle. Dort wird es nachts mitunter auch sehr laut. In den vergangenen Wochen wurden über große Längen neue Kabelkanäle verlegt und zum Teil auch Schotterhalterungen eingebaut, um Schotter und Gleise zu stabilisieren. Wenn später die eigentliche Elektrifizierung erfolgt, können dann zwischen Basel und Grenzach auf jeweils einem Gleis Züge fahren, während auf dem anderen die Oberleitung errichtet wird. Für die Stromversorgung entsteht direkt an der Landesgrenze eine Kuppelstation, ein kleines Gebäude etwa in Größe einer Garage. Wegen der Vorbereitungen für den Streckenausbau fahren am Samstag erneut keine Regionalexpresszüge. Zwischen Rheinfelden und Waldshut verkehren in beiden Richtungen Busse als Schienenersatzverkehr, zwischen Basel Badischer Bahnhof und Grenzach fahren halbstündlich Regionalbahnen.