John Mohr (links) und Bianca Schweiger (Vierte von links) hatten den Jugendlichen per VR-Brille bei einem Treffen schon mal Ideen für eine mögliche Neugestaltung der Räume im ehemaligen Unterkirnacher Aqualino vermittelt. Foto: Stephan Hübner

Tourismuschef John Mohr stellte Ideen für die Neugestaltung des Unterkirnacher Hallenbads als Jugend- und Begegnungszentrum vor.

Mehr Bürgerbeteiligung: Diese wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Sachen Umnutzung des Aqualinos sowohl von Bürgern als auch von Vertretern von Gemeinsam für Unterkirnach angemahnt. Letztendlich stimmte der Gemeinderat dafür, konkret Kosten und Konzepte für „The Forest“ zu erfassen und entwickeln.

 

Schon zu Beginn der Sitzung im meldeten sich drei Bürger zu Wort, die eine frühzeitige Einbindung der Einwohner zum Projekt „The Forest“ forderten.

Die Stadt hatte nämlich im September ausschließlich die Vertreter von 14 Vereinen zu einem Workshop eingeladen, dem am 14. Oktober eine Feedbackrunde folgte. Unisono wurde beklagt, dass mit der Festlegung auf Vereine „nur die Hälfte“ der Unterkirnacher bei der Gestaltung des geplanten Jugend- und Begegnungszentrums Unterkirnach beteiligt gewesen wären.

Bürgermeister Andreas Braun bat daraufhin, dass sich die Anwesenden zuerst die in der Feedbackrunde erarbeiteten Konzepte anschauen sollten. Baum verschloss sich dem Vorschlag nicht, weitere Bewohner neben den Vereinen mit einzubeziehen. Mittels Zufallsgenerator könnten durchaus nochmal 30 bis 50 Unterkirnacher eingeladen werden, um ihre Ideen einzubringen.

Zwei Varianten

Tourismuschef John Mohr war mit der anschließenden Präsentation in seinem Element. Er verwies auf die Schwierigkeit, das in 20 Seiten niedergeschriebene „Sammelsurium“ an Ideen und Vorschlägen in belastbare Konzepte zu verwandeln.

Eine energieintensive Sauna und ein Flipper flogen sofort aus dem Raster. Schließlich kristallisierten sich zwei Varianten heraus. „The Forest“ soll eine hohe Variabilität bieten, die Touristen und Einheimische gleichermaßen anziehen soll – und dies immer wiederkehrend. Bewegung, Spiel und Gemeinschaft sollen im neuen Begegnungszentrum miteinander verbunden werden. Angedacht sind eine Kletterwand über zwei Stockwerke, also eine kleine Boulderanlage, eine Bowlingbahn und ein „Airtrack“-Bereich im ehemaligen Schwimmbecken, der Übungen am Boden mittels aufblasbarem Gerät erlaubt. Im alten Becken, das in vier Bereiche unterteilt werden soll, sind weitere Sportarten möglich.

An Gastronomie und Fitnessraum gedacht

Es sind zudem eine ruhige Ecke mit Gastronomie, ein Fitnessraum, Lernräume für Experimente und ein AR-Erlebnisraum angedacht. AR steht übrigens für Augmented Reality – „erweiterte Realität“, mittels Digitaltechnik lassen sich neue und unbekannte Welten erschließen, auch interaktiv.

Außerhalb der normalen Öffnungszeiten soll das neu gestaltete Aqualino mit Spieleabenden, Kino, „Geburtstag im Forest“ und vielem mehr mit Leben gefüllt werden. Im Untergeschoss soll ein Jugend- und Vereinstreff entstehen.

Berechnung der Kosten

Trotz der ansprechenden Präsentation durch John Mohr blieben letztendlich Zweifel. „Es ist schwierig, die richtige Mischung zu finden“, brachte es CDU-Gemeinderätin Susanne Ciampa auf den Punkt. Im Haushalt vorgesehen sind einmalig 35 000 Euro, um nun den Kostenrahmen festzuzurren, um Konzepte hinsichtlich der Nutzung zu erstellen, inklusive einer 3D-Animation. Beauftragt werden damit die beiden Büros Akku und Flappset, wobei das letztgenannte Unternehmen als Generalunternehmer die Inneneinrichtung realisieren soll.

Kein Zuschussbetrieb

Vor der Abstimmung stellte Bürgermeister Baum noch einmal klar, dass angesichts leerer Kassen das neue Jugend- und Begegnungszentrum kein Zuschussbetrieb werden dürfe.

Die sieben Gemeinderatsmitglieder der CDU stimmten dafür, dass der Gemeinderat eine der Varianten auswählt und die Konzepte weiter entwickelt werden. Drei Gegenstimmen kamen aus Gemeinsam für Unterkirnach. Zum Jahresende soll die Kostenschätzung stehen. Und zum Jahreswechsel plant der Gemeinderat, ähnliche Einrichtungen wie das geplante „The Forest“ in der Schweiz zu besuchen.