Im Bezirk Schwarzwald/Zollern schaut man besorgt auf Fälle von Fehlverhalten auf dem Fußballplatz. Beim Staffeltag wurde dieses Thema angesprochen.
Als Bezirksspielleiter ist Markus Aberle auf vielen Sportplätzen der Region unterwegs. Den Staffeltag der Aktiven am vergangenen Wochenende nutzte er nun, um auf ein Thema aufmerksam zu machen, das ihm bei so manchem Sportplatzbesuch aufgefallen ist.
Es gehöre dazu, auch „die Themen anzusprechen, die nicht so schön sind, da diese in ihrer Entwicklung in meinen Augen in die falsche Richtung gehen“, sagt Aberle. Gemeint ist das „Verhalten auf den Sportplätzen“, das ihm teilweise missfalle. „Auf dem Platz, aber vor allem neben dem Platz“, so Aberle.
Exemplarisch nannte er beim Staffeltag in Durchhausen fünf Beispiele, unter anderem das Spiel SGM Gruol/Erlaheim gegen SV Bisingen in der Bezirksliga. Dieses wurde von der Schiedsrichterin abgebrochen, nachdem sie in der 81. Minute von Zuschauern erneut beleidigt wurde. Die Schiedsrichterin pfeift mittlerweile nicht mehr, so der Bezirksspielleiter Aberle, der ihre Reaktion damals nachvollziehen kann.
Ein Wiederholungsspiel mit medialem Echo
Die Vorkommnisse im November 2024 sorgten auch medial für Aufsehen, ein Sportgericht ordnete später ein Wiederholungsspiel an, da das „Stopp-Konzept“ nicht vollumfänglich angewandt wurde.
Aberle sieht die Ordner der Heimvereine in der Verantwortung
Rechtlich wohl korrekt. Aber: „Was muss man sich im Hobby gefallen lassen?“, stellt Aberle im Gespräch mit unserer Redaktion eine hypothetische Frage. Es war ihm daher ein Anliegen, das Thema bei den Vereinsvertretern anzusprechen. Für ihn besonders in der Pflicht: Die Heimvereine und deren Ordner. „Das sind die, die die Kontrolle von außen haben.“ Er und seine Kollegen aus dem Bezirksvorstand appellierten daher an die Vereine, ihrer Verantwortung bei Heimspielen gerecht zu werden.
Denn das passiere nicht immer, wie Aberle bei einem Spiel persönlich miterlebte. Beim Pokalhalbfinale zwischen Trossingen und dem SV Winzeln reagierte ein Ordner laut Aberle aggressiv und mit Gewaltandrohung auf den harmlosen Zwischenruf („Schiri, das war doch kein Foul“) eines Zuschauers. „Ein Vereinsverantwortlicher stand neben dem Order. Es hat ihn nicht interessiert“, so Aberle.
Das sagt der Schiedsrichter-Obmann
Häufig im Fokus, nicht nicht nur bei diesen zwei Fällen: Der Schiedsrichter. „Das gehört irgendwie dazu mittlerweile“, ist Jonas Toranzo, Bezirksschiedsrichter-Obmann, besorgt ob der „Dynamik, die in die falsche Richtung geht“.
Als Obmann und Betreuer von Schiedsrichtern ist er oft auf Sportplätzen unterwegs. Er hat beobachtet: „Man gesteht Schiedsrichtern keine Fehler zu.“ Genau das würde er sich aber wünschen. „Wenn ein Trainer eine junge Mannschaft hat, heißt es, dass sie auch Fehler machen dürfen“, vergleicht Toranzo. Man versuche daher im Dialog mit Vereinen, Trainern und Spielern ein „Verständnis für die andere Sichtweise“ zu entwickeln.
Vereine zeigen Verständnis
Auch Bezirksspielleiter Aberle hofft auf ein Umdenken bei den Vereinen – daher sein Appell beim Staffeltag. Die Reaktionen darauf seien „verständnisvoll“ gewesen, findet Aberle. „Ich glaube schon, dass das angekommen ist.“