Unsere Leserin kritisiert, dass nicht jeder Ort gleichermaßen im Kreisrat berücksichtigt wird. (Symbolbild) Foto: Schwarzwälder Bote

Viele Kreisräte setzen sich nur für ihren Heimatort ein und berücksichtigen oft nicht alle Orte gleichermaßen, meint unsere Leserin Ruth Hunds aus Oberndorf. Ihre Meinung begründet sie.

Es ist erfreulich, dass Felix Lehmann sich als Kreisrat mit jungen, politisch interessierten Menschen über „Mobilität in allen Facetten“ austauschen.

 

Politische Bildung und Engagement sind wichtige Bausteine für eine funktionierende Demokratie.

Allerdings sollte man bei der Diskussion um die K5522 zwischen Beffendorf und dem Kreisverkehr Wiesoch nicht vorschnell zu Schlagworten wie „DDR Niveau“ greifen. Schlechte Straßen gab es auch in der alten Bundesrepublik und hinter der aktuellen Situation steckt eine lange Geschichte.

Die früher selbstständige Gemeinde Beffendorf lehnte einen Ausbau der Straße ab, da niemand bereit war, Flächen für eine Verbreiterung zur Verfügung zu stellen. Außerdem liegt unter der Fahrbahn eine ältere, aber intakte Wasserleitung vom Wasserturm nach Beffendorf.

Nach heutigem Stand müsste die Stadt Oberndorf die Kosten für eine Erneuerung tragen. Im Raum standen schon 700 000 Euro und sogar Schätzungen bis einer Million Euro. Verständlich also, dass die Kreisverwaltung zurückhaltend ist und sich scheut, mit schweren Baufahrzeugen zu sanieren und das Risiko eines Schadens an der Wasserleitung einzugehen beziehungsweise in Kauf zu nehmen, dass bei einem Schaden an der Leitung eine neue Straße wieder aufgerissen werden müsste.

Bevor man also den Ruf nach Sanierung oder Verbreiterung erhebt, müssen zentrale Fragen geklärt werden. Könnte eine Verbreiterung überhaupt umgesetzt werden? Sieht die Stadt Oberndorf eine Notwendigkeit die erheblichen Kosten für eine Erneuerung für eine zur Zeit noch intakte Wasserleitung in ihrem Haushalt aufzunehmen? Würde eine gut ausgebaute Kreisstraße mehr Verkehr nach Beffendorf bringen und die Anwohner der Hochmössinger Straße und die des neuen Baugebiets mit seinen 23 Bauplätzen belasten?

Nicht zuletzt ist die Kreuzung L 419/Schramberger Straße und K 5522/Hochmössinger Straße unübersichtlich und das Queren gefährlich. Hier wäre zuerst einmal ein Ausbau, etwa mit einem Kreisverkehr (2004 im Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt und vom damaligen Leiter des Straßenverkehrsamtes auch) dringender.

Die K 5522 wurde bereits mehrfach im Kreistag thematisiert. Hinzu kommt, dass mit den gut ausgebauten Landesstraßen L 419 und L 415 (Lindenhof-Wiesoch) bereits leistungsfähige Parallelverbindungen existieren.

Mein Appell: bei allen Überlegungen sollten nicht nur die Interessen Dornhans, sondern auch die der Beffendorfer Bürger und der Stadt Oberndorfs berücksichtigt werden.

Kreisräte tragen die Verantwortung für den gesamten Landkreis, sollten eine ganzheitliche Perspektive haben und nicht nur einseitige Interessen der eigenen Kommunen mit plakativen Aussprüchen kundtun.

Ruth Hunds, Oberndorf

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