Der Vorgang ist schnell und einfach – vorausgesetzt, die Technik spielt mit. Foto: Hoppe/dpa

Bei den Oberndorfer Apotheken ist der Andrang auf den digitalen Impfpass inzwischen etwas abgeflaut. Dennoch: Viele Zweitimpfungen stehen an und die Urlaubssaison steht bevor. Die Apotheker dürften in den kommenden Wochen daher noch einiges zu tun haben

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Oberndorf - Seit dem 14. Juni können Geimpfte ihren digitalen Impfpass in Apotheken abholen. Doch anfangs lief die Vergabe vielerorts unrund. Der Andrang war groß, die Server fielen kurzzeitig aus. Das war auch in Oberndorf nicht anders, berichten die Apotheker vor Ort.

"Kaum war unsere Tür morgens auf, kamen auch schon die ersten Geimpften, die ihren digitalen Nachweis wollten", erzählt Nicole Quandt über den Start. Sie ist Inhaberin der Apotheke am Alten Rathaus und der Lindenhofapotheke. "Morgens lief es noch ganz gut. Doch dann kam es auch schon bald zum Serverausfall." Tags darauf bereiteten die Server dann fast durchgehend Probleme.

Digitaler Impfnachweis: Welche Apotheken stellen den QR-Code aus?

Quandt vermutet, dass diese aufgrund der vielen Anfragen schlichtweg überlastet waren. Die Startschwierigkeiten seien inzwischen weitestgehend überwunden. Hin und wieder gebe es kurzzeitig aber noch Probleme. "Das ist meist nach ein paar Minuten schon vorbei", so Quandt. Trotzdem müssen Kunden bisweilen etwas später am Tag wieder für ihr Zertifikat vorbeikommen, weil es nicht sofort ausgestellt werden kann.

Für die Ausstellung der Nachweise mussten sich die Apotheken auf dem Verbändeportal des Deutschen Apothekerverbands registrieren. Über dieses Portal wird auch der Nachweis erstellt. Auch wenn die Server zwischenzeitlich am Limit waren, das System habe seine Vorteile. An der Kasse ist lediglich ein Internetzugang notwendig. Technische Vorbereitungen waren daher nicht nötig.

Ganz ohne Aufwand ging die Vorbereitung für den 14. Juni allerdings nicht. In ihren Apotheken musste erst der Zugang zum Portal eingerichtet und freigeschaltet werden. Ein mitunter mühseliger verwaltungstechnischer Akt. Diesen hatte die Kronen-Apotheke von Stefan Martan bereits vor einiger Zeit hinter sich gebracht. "Wir haben diese Plattform zuvor bereits aus anderen Gründen genutzt." Viel vorzubereiten gab es daher nicht.

Auch der Vorgang an sich ist schnell und einfach, wie Martan erklärt. Impfpass und Personalausweis oder Reisepass müssen vorgezeigt werden. Die Daten werden kurz überprüft, um etwaige Fälschungen auszuschließen, und kurz darauf bekommen die Kunden ihren Nachweis in Form eines QR-Codes, der aufs Smartphone geladen und zusätzlich auf Papier ausgedruckt wird. "Das ist eine Sache von wenigen Minuten", so Martan. Vorausgesetzt natürlich die Technik funktioniert.

Der Andrang habe inzwischen nachgelassen, berichten die Oberndorfer Apotheke. Doch dürften sie auch in den nächsten Wochen noch einiges zu tun haben, wie Nicole Quandt vermutet. "Die Nachfrage ist immer noch groß. Und das wird wohl so bleiben. Sehr viele Zweitimpfungen stehen an. Und bald gehen die Sommerferien los. Die Menschen wollen in ihren Urlaub." In ihren beiden Apotheken wurden bereits über 700 digitale Impfpässe ausgestellt, sagt sie.

Eine Gruppe muss warten

Geimpfte Genesene müssen derweil noch warten. Nach einer Überstandenen Corona-Infektion reicht eine Impfung aus, um als vollständig geschützt zu gelten. Doch im System lässt sich derzeit nur die eine Impfung eintragen. Das werde sich aber wohl in den kommenden Wochen ändern, so dass Betroffene bald ihr Zertifikat in den Apotheken erhalten können.

Für die Apotheken besteht keine Verpflichtung, den digitalen Impfpass anzubieten. Die meisten Apotheken beteiligen sich jedoch an diesem Projekt. In Oberndorf bieten alle vier Apotheken diesen Service an. Also auch die Untere Apotheke, die für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war. Nicole Quandt sieht bei diesem Service die Apotheken in der Verpflichtung. "Als Gesundheitsdienstleister sollten wir nach Möglichkeit sowas anbieten", findet sie.