Apothekerin Christina Braun spricht mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Maria-Lena Weiss über Gesundheitspolitik. Mit auf dem Bild: Alois Schanz und Lothar Reinhardt. Foto: Steinmetz

Christina Braun spricht viele Probleme an, mit denen sich Apotheken konfrontiert sehen. Doch der Weg in die Selbstständigkeit war für sie trotzdem der richtige Schritt.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss hat ihre Sommertour verlängert. Zusammen mit Mitgliedern des CDU-Stadtverbands besuchte sie kürzlich die Dornhaner Apotheke.

 

Christina Braun ist, wie sie sagte, leidenschaftlich gern Apothekerin. Vor zehn Jahren kam sie nach Dornhan. Das hat sie nicht bereut: „Ich fühle mich hier angekommen.“ Und nicht nur das, sie engagiert sich in der Stadt auch als Vorsitzende der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG).

Digital gut aufgestellt

Christina Braun führte die Besucher durch die Apotheke, die sie vor einigen Jahren umgebaut und vergrößert hat. Die Einlagerung der Medikamente hat sie inzwischen vollautomatisiert. In einer Art „Hochregallager“ befinden sich zwischen 8000 und 10 000 Artikel, die über die Verpackungen maschinell erkannt werden können.

„Wir sind digital sehr gut aufgestellt“, erklärte die Apothekerin. Das gilt auch für das modern ausgestattete Labor. In einem anderen Raum werden Venen- und Kompressionsstrümpfe maßgeschneidert angepasst.

Lieferprobleme bei Arzneimitteln

Seit sechs Jahren sei die Apotheke auch ein Venenfachzentrum – ein zusätzliches Standbein. „Man muss schauen, wo man bleibt“, sprach Christina Braun ein Thema an, das die Apotheken generell belastet.

Die Kosten seien inzwischen so stark gestiegen, dass man sich fragen müsse, wie es weitergehe. Auch die Bürokratie werde immer mehr, und jetzt kämen mal wieder Lieferprobleme bei bestimmten Arzneimitteln dazu.

E-Auto für Kundenbesuch

„Wird es dramatisch?“, wollte Maria-Lena Weiss wissen. Die Apothekerin macht sich in der Tat Sorgen. Viele Medikamente würden im Ausland produziert, weil es dort billiger sei als in Deutschland. So aber besteht, wie sie erklärte, auch die Gefahr, dass Lieferketten nicht stabil seien.

Das mache es schwer, beim Einkauf zu kalkulieren. Trotz der Probleme: „Wir geben unser Bestes, unsere Kunden adäquat zu versorgen.“ Das setzt allerdings Flexibilität voraus. So werden neben den Ladenöffnungszeiten mit dem E-Auto Arzneien an Kunden, die weniger mobil sind, auch ausgeliefert.

Apotheke als Treffpunkt

Nachfolger für Apotheken zu finden, ist schwierig geworden. Christina Braun würde es sich wünschen, dass sich mehr junge Leute das zutrauten. Sie selber habe es keine Sekunde bedauert, sich selbstständig zu machen.

In Dornhan werde die Apotheke nach wie vor wertgeschätzt. „Wir ruhen uns aber auch nicht aus und sind innovativ“, fügte sie hinzu. Die Kunden erhielten Beratung und ein freundliches Wort. Die Apotheke ist nicht zuletzt ein Treffpunkt.

„Es ist nicht vorstellbar, in Dornhan keine Apotheke mehr zu haben“, meinte Alois Schanz. Für die Bundestagsabgeordnete ist klar: „Das Gesundheitssystem braucht eine Frischzellenkur.“