Schöne Ferien! Foto: Piskadlo

Der Autor erinnert sich an seine Kindheit im Lahrer Schwimmbad.

Manche Dinge ändern sich tatsächlich nie. Gottseidank. Der Sommer zum Beispiel, er riecht und schmeckt (fast) noch genauso wie vor 30 Jahren. Sonnencreme, frisch geschnittener Rasen und eine Prise Chlor. Irgendwie beruhigend, dass diese Zutaten völlig ausreichen für das perfekte Rezept vom Glück.

 

Das Lahrer Terrassenbad hatte auf meine Kinderclique eine nahezu magische Anziehungskraft. Umso mehr, als wir endlich alt genug waren für den Besuch ohne elterliche Aufsicht. Bereits die Anreise mit dem Rad in die große Stadt war ein Abenteuer. Am Eingang zwei Mark irgendwas aus dem Geldbeutel gefischt und schon lag er vor uns, mitten in den Schutterlindenberg gezimmert, ein Tag voller Freiheit mit Capri-Eis und blauen Lippen.

Der erste Gang, nachdem wir uns mit unseren Handtüchern die guten Plätze am Hang gesichert hatten, führte zum buchstäblichen wie sprichwörtlichen Höhepunkt des Bads: direkt auf die damals noch spröd-gelbe Rutsche, die einen atemberaubenden, von uns freilich unbeachteten Blick über die Stadt bot. Es zählte nur eins: Wer staut das Wasser (verbotenerweise) länger und klatscht schneller unten ins Becken. Wir kickten auf der Wiese, aßen Pommes rot-weiß, ärgerten die Mädchen – und fuhren mit glühenden, von der Sonne geröteten Wangen nach Hause – im vorfreudigen Wissen: Morgen kommen wir wieder!

Heute hält sich der Bewegungsdrang in Grenzen, erfreuen wir unsere Gaumen mit höheren kulinarischen Genüssen und haben wir etwas weniger Freizeit. Doch die wird – wenngleich nicht mehr im Lahrer Terrassen-, sondern im Sulzer Naturbad – nach wie vor bevorzugt am Wasser verbracht.

Ja, wer ein bisschen reflektiert, stellt fest: Hier lassen sich schon ganz schöne Sommer verbringen, zumal die Region mit zahlreichen weiteren Bädern und Seen aufwartet. Vielleicht haben Sie, liebe Leser, diese Zeilen (wieder) auf den Geschmack gebracht und Sie packen schon mal die Badetasche. Das Wetter sollte passen die nächsten Tage. Ich jedenfalls weiß definitiv, wo ich am Wochenende anzutreffen sein werde.