Der Maibaum in Wittlensweiler steht nun wieder. Foto: Lothar Schwark

Kurz nachdem der Maibaum in Wittlensweiler aufgestellt war, wurde er von Unbekannten umgesägt. Der Ortsvorsteher stellt klar: Das ist keine Tradition, sondern Sachbeschädigung.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, also nur wenige Stunden nach dem Stellen, sägten Unbekannte den Maibaum am alten Feuerwehrhaus in Wittlensweiler um. Das berichtet Ortsvorsteher Philipp Bohnet auf Anfrage unserer Redaktion. Die Polizei sei informiert worden und habe den Sachverhalt aufgenommen.

 

Eine Polizeisprecherin bestätigt, dass eine Anzeige wegen Sachbeschädigung vorliegt. Unbekannte Täter hätten den Maibaum zwischen 3 und 8 Uhr auf einer Höhe von etwa eineinhalb Metern abgesägt, so dass dieser auf die Wiese gefallen sei.

In den sozialen Medien machte die Nachricht am Morgen danach die Runde. Während einige Nutzer sich empört zeigen, verteidigen andere die Aktion: „Ja, sorry – es gibt halt raue Sitten. Maibaumwache ist ‚Pflicht‘ – das war schon immer so“, lautet ein Kommentar. Ein anderer Nutzer fragt: „Was sind unsere Traditionen noch wert?“

Bohnet hält davon nicht viel. Grundsätzlich könne man das so sehen, dass der Maibaum in der Mainacht bewacht wird. „Aber das Umsägen eines Maibaums ist keine Tradition, sondern Sachbeschädigung.“ Das bestätigt auch die Polizeisprecherin.

„Ich finde es schade“

Der Brauch sieht laut Bohnet eigentlich so aus: Der Maibaum wird gestohlen und dann gegen Bier und Vesper wieder ausgelöst. In Wittlensweiler waren hingegen Vandalen am Werk. Bohnet ärgert sich: „In einem Maibaum steckt viel ehrenamtliche Arbeit, und ich finde es schade, wenn diese nicht wertgeschätzt wird. Gerade in einer Zeit, in der Ehrenamt und Tradition ohnehin unter Druck stehen, sollte man mehr Wertschätzung zeigen – nicht weniger.“

Genau dank dieser ehrenamtlichen Arbeit steht der Maibaum wieder. Er wurde bereits am Freitagmorgen mit Unterstützung von Adrian Krämer und Gunter Motz vom THW Ortsverband Freudenstadt sowie Daniel Günter, Florian Klenk, Ortsvorsteher Bohnet und dessen Sohn Mats wieder aufgestellt.