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»Wenn wir als Gewerbe- und Handelsverein Althengstett zurückschauen auf das bisher vergangene Jahr 2020, blicken wir auf einige Monate im Ausnahmezustand zurück

»Wenn wir als Gewerbe- und Handelsverein Althengstett zurückschauen auf das bisher vergangene Jahr 2020, blicken wir auf einige Monate im Ausnahmezustand zurück. Auch aktuell verlangt uns die andauernde Corona-Pandemie und der Lockdown immer noch einiges ab.

Von Jeanette Tröger

Was uns die vergangenen acht Monate jedoch mehr als deutlich gezeigt haben: Wir sind eine starke und solidarische Gemeinschaft, die im Angesicht einer Krise nicht strauchelt, sondern im Gegenteil, stärker wird. Dafür werden wir in der Region beneidet, man schaut auf uns und wir gelten anderen Gewerbe- und Unternehmervereinigungen als Vorbild. Darauf dürfen wir alle zusammen zu Recht stolz sein. Das ist uns Motivation und Ansporn, auf diesem erfolgreichen Weg weiterzugehen«, machen die Führung des GHV und die mehr als 100 Mitgliedsbetriebe deutlich.

Der erste Lockdown im März schloss der hiesigen Gastronomie von einem Tag auf den anderen die Tür, selbiges galt für manchen nicht systemrelevanten Einzelhändler. Auf Initiative von Andreas Weik von »PMK Print begeistert« in Zusammenarbeit mit dem GHV und unterstützt von der Gemeinde entstand die Broschüre »Althengstetter Türöffner«, der in allen drei Ortsteilen von freiwilligen Helfern der örtlichen Vereine verteilt wurde unter dem Motto »Gemeinsam in Althengstett, gemeinsam für Althengstett«.

Die Geschäfte und Restaurants der Gäugemeinde zeigten in der Broschüre, dass sie auch bei geschlossenen Türen weiterhin für die Althengstetter, Neuhengstetter und Ottenbronner da sind – mit einem kurzfristig installierten Abhol- und Lieferservice die Gastronomie und der Einzelhandel, mit telefonischem und digitalem Service die Dienstleister und anderen Gewerbetreibende. Der »Türöffner« schärfte darüber hinaus das Bewusstsein in der Bevölkerung, dass es wichtig ist, den örtlichen Anbietern auch in Corona-Zeiten die Treue zu ­halten und sie zu unterstützen, damit es sie auch in Zukunft, nach Corona, noch gibt.

Der GHV ist solidarisch auch über Ländergrenzen hinweg. Von der Explosionskatastrophe in der libanesischen Hauptstadt Beirut im August war auch die Partnergemeinde Chekka nördlich von Beirut betroffen, wie man per Whats­App-Nachrichten aus dem Libanon beim GHV und in der Althengstetter Verwaltung erfahren hatte. Jeder in Chekka war von der Katastrophe in irgendeiner Form betroffen, viele Pendler verloren ihren Arbeitsplatz in Beirut.

Die Gemeinde Althengstett hat 2018 damit begonnen, ihre Partnerkommune Chekka langfristig unter anderem in der beruflichen Bildung zu unterstützen. Bei gegenseitigen Besuchen wurden seither zahlreiche persönliche Kontakte geknüpft. Der stellvertretende GHV-Vorsitzende Roland Leyhr hat spontan eine Spendenaktion unter den mehr als  100 Mitgliedsbetrieben gestartet, als er von der Katastrophe erfuhr. Bürgermeister Clemens Götz hat in diesem Zuge bei Caritas International mit Sitz in Freiburg erreicht, dass dort eine sogenannte Anlassspende eingerichtet wurde. Alle Spenden, die unter dem Stichwort »Althengstett hilft – CY00630« dort eingegangen sind und auch noch weiterhin eingehen können, werden bis zum Jahresende gesammelt.

Die Spenden werden dann zu einem späteren Zeitpunkt über die vertrauenswürdige Organisation Caritas Libanon in Chekka übergeben.