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Anzeige "Vom Einmannbetrieb stetig vergrößert"

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Vater und Tochter führen gemeinsam das Unternehmen: Alexander Hellstern und  Lisa Schäfer. Foto: Schwarzwälder Bote
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Vater und Tochter führen gemeinsam das Unternehmen: Alexander Hellstern und Lisa Schäfer. Foto: Schwarzwälder Bote

20 Jahre Hellstern GmbH in Betra: Firmengründer Alexander Hellstern und seine Tochter Lisa Schäfer, Geschäftsführerin des Unternehmens, sprechen im Interview mit unserer Zeitung über die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen zwei Jahrzehnte und die Ziele des Unternehmens.

20 Jahre Unternehmenshistorie – was waren für Sie die herausragenden Grundpfeiler und Meilensteine?

Alexander Hellstern: Da fallen mir vor allem zwei Punkte sofort ein: Die Eröffnung des Unternehmensstandort im Gewerbemischgebiet mit eigener Fahrzeughalle und Bürogebäude: Durch die Zusammenlegung von Fuhrpark und Verwaltung sind alle Bereiche zentral an einem Ort gelegen, was die Arbeitsabläufe stark vereinfacht hat.

Des Weiteren die Übergabe des Unternehmens an meine Tochter. Es war ein lange geplanter und wohlüberlegter Schritt, doch es war auch ein persönlich einschneidendes Erlebnis für mich selbst.

Was hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten am meisten geändert? Sind die Rahmenbedingungen anders geworden?

Lisa Schäfer und Alexander Hellstern: Unseres Erachtens sind das drei Punkte: 1, Der Verwaltungsaufwand. Hinter jeder Tätigkeit die man ausführen möchte, steckt unglaublich viel Vorbereitung und Nachbereitung sowie Dokumentation. 2. Der Druck beziehungsweise die Geschwindigkeit der Abwicklung. Durch die Digitalisierung und die moderne Technik wird beispielsweise innerhalb kürzester Zeit per Mail ein Plan verschickt oder neue Änderungen durchgegeben, die am Besten sofort eingepflegt werden sollen. 3. Der Fachkräftemangel. Denn es ist unglaublich schwierig geworden gutes Personal zu finden.

Zwei Generationen gemeinsam in der Unternehmensführung: Wer ist bei Ihnen für was zuständig?

Alexander Hellstern: Unsere Tätigkeitsbereiche können nur schwer getrennt werden. Vielmehr leiten wir das Unternehmen gemeinsam und wissen über die Themen des anderen Bescheid. Bei manchen Entscheidungen oder Themen ist es sogar von Vorteil, sich austauschen und so verschiedene Aspekte betrachten zu können.

Viele Familienunternehmen haben die Sorge, dass es in der nächsten Generation nicht weiter geht. Warum hat es bei Ihnen so gut geklappt und war das der vorgezeichnete Weg?

Lisa Schäfer: Der Wunsch, in das Familienunternehmen einzusteigen, war schon von Anfang an da und somit schon lange geplant, wenn auch ursprünglich eher etwas später. Rückblickend war es jedoch die bessere Entscheidung, diesen Schritt direkt nach dem Studium zu gehen. Ich kenne die Firma zwar schon aus meiner Kindheit, jedoch war es mir wichtig, die Übernahme langfristig und mit genug Vorlauf zu planen.

Bei uns klappt es zwischenmenschlich sehr gut, da wir uns vom Typ relativ ähnlich sind und eine sehr offene Art der Kommunikation pflegen. Außerdem hat mir mein Vater von Anfang an den Freiraum gegeben, Entscheidungen anders zu fällen oder auch andere Wege und hat nicht an alten Gewohnheiten oder Abläufen festgehalten, sondern offen auf neue Ideen reagiert.

Als junge Frau in der Unternehmensführung – heute Normalität oder ist das in Ihrer Branche und in der Unternehmenswelt immer noch etwas Besonderes?

Lisa Schäfer: Ich würde sagen, es ist nach wie vor generell nicht allzu gängig, dass junge Frauen in der Unternehmensführung tätig sind. Wir arbeiten in einem Bereich, welcher vorrangig von Männern dominiert wird. Hier sind Frauen allgemein eine Minderheit, Frauen meines Alters jedoch besonders selten, wobei ich kaum negative Erfahrungen gemacht habe.

Mit Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und einem respektvollen Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern kann man sich auch als jüngere Frau in der Unternehmensführung einen Namen erarbeiten.

Sehen Sie sich als Vorbild?

Als Vorbild sehe ich mich nicht zwingend, denn nicht jeder ist für eine Unternehmensleitung geschaffen, beziehungsweise legt seine Prioritäten wirklich auf die Karriere. Besonders als Frau und Mutter ist der Spagat zwischen Familie und Firma doch recht schwierig und der Alltag muss sehr gut organisiert sein. Daher kann ich es verstehen, dass dies nicht jedermanns Ziel ist. Ich kann jedoch diejenigen darin bestärken, die dieses Ziel anstreben und sich erarbeiten möchten. Es ist definitiv machbar und wir leben inzwischen in einer Gesellschaft in der man auch als Frau im Geschäftsleben erfolgreich sein kann.

Welche Ziele haben Sie mit Ihrem Unternehmen?

Lisa Schäfer: Mein Vater hat über viele Jahre hinweg das Unternehmen von einem Einmannbetrieb bis heute stetig vergrößert und Unternehmensbereiche hinzugenommen. Das war ein langer und oftmals auch steiniger Weg.

Daher ist es mein Ziel, das Unternehmen auf dem Stand weiterführen und halten zu können, auf dem wir heute sind. Mit Stolz kann ich sagen, dass wir einen hervorragenden und zuverlässigen Mitarbeiterstamm haben, welcher maßgeblich zum Erfolg unseres Unternehmens beiträgt. Aufgrund des Fachkräftemangels bin ich mir darüber im Klaren, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Die Mitarbeiterzufriedenheit ist daher eines der Ziele das mir für die Zukunft wichtig ist.

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