In der Werkstatt des Orthopädie-Teams des Nagolder Sanitätshauses Schaible herrscht stets reger Betrieb. Hier wird genäht, geschliffen und gemessen. Dabei treffen Handwerkskunst und bewährte Methoden auf neue, moderne Technik. Das Team kann Kompetenzen in den Bereichen Orthesen, Prothesen und Orthopädie-Schuhtechnik vorweisen. Dabei stellen die Fachkräfte immer wieder unter Beweis: Selbst hinter einem so unauffälligen, kleinen Hilfsmittel wie einer Schuheinlage steckt eine Menge Arbeit - vom ersten Ausmessen bis zum individuellen Einpassen. Dabei geht es nicht nur um Komfort, sondern oft auch um die Gesundheit der Kunden.
In den meisten Fällen führt der Weg zu einer passenden Schuheinlage zunächst in eine Kabine der Räume in der Calwer Straße 105. Die dort erfolgenden Messungen und Bedarfsabfragen sind der erste Schritt auf dem Weg zur Schuheinlage. Denn die Matte ist mit einem Computer verbunden und misst den Fuß in der Laufbewegung aus. Für die meisten Kunden ist diese Messmethode wunderbar geeignet. Es gibt jedoch auch „Sonderfälle": Beispielsweise kann Neuropathie in Folge von Diabetes starke Gefühlsstörungen in den Füßen zur Folge haben. Betroffene können ihre Einlagen nicht testen, da sie nicht spüren, ob alles richtig sitzt oder irgendwo etwas drückt. Für dieses Problem hat das Orthopädie-Team von Schaible nun eine Lösung.
Erst vor Kurzem hat Torsten Grobler eine Schulung mit neuester Messtechnik absolviert. Seither steht ein Koffer mit einsatzbereiten „Messeinlagen" in der Werkstatt parat. Die dünnen schwarzen Einlagen, kaum dicker als Papier, können in jeden Schuh eingesetzt werden. Es braucht lediglich noch eine Manschette an der Wade, an der mit Klettverschluss ein Sender befestigt wird. Dann kann es auch schon losgehen mit der Messung: Der Kunde läuft auf einer möglichst geraden Strecke, während ein spezielles Programm auf dem Laptop live anzeigt, an welchen Stellen am Fuß wie viel Druck ausgeübt wird und wie sich der Körperschwerpunkt verlagert. Die Messeinlagen sind dabei kaum spürbar. Die Daten werden aufgezeichnet und können miteinander verglichen werden - mit Einlage, ohne Einlage und mit individualisierter Einlage.
Fachleute wie Torsten Grobler können aus diesen Daten alles Nötige herauslesen, um Einlagen passgenau individuell anzupassen - unabhängig davon, ob der Kunde die Druckpunkte selbst spürt oder nicht. Mit diesen Daten können die speziellen Diabetes-Einlagen, an die deutlich höhere Anforderungen gestellt werden als an herkömmliche Einlagen, genau so angepasst werden, wie es Kunden für ihre Gesundheit brauchen. Für Torsten Grobler sind solche technischen Entwicklungen ein echter Benefit, denn sie erleichtern nicht nur die Arbeit, sie eröffnen auch ganz neue Möglichkeiten. Wer mit einem Rezept vom Arzt kommt, zahlt nichts für die Nutzung des neuen Massverfahrens. Die Kosten trägt die Krankenkasse.
Einlagen für jeden Zweck und nach Maß vom Sanitätshaus Schaible
Neben den speziellen Diabetes-Einlagen bietet das Orthopädie-Team des Sanitätshauses noch eine große Auswahl anderer Schuheinlagen für unterschiedliche Beschwerden und Anforderungen. Auch diese werden individuell angepasst. Allerdings genügt hierfür die reguläre Messung mit der bewährten Matte, über welche die Kunden einige Schritte machen müssen. Schon wissen die Fachleute, welche Art von Schuheinlage gebraucht wird.
Kunden kommen meist mit einem Rezept vom Arzt. Das Ortho-Team überprüft zunächst die Indikationen und führt eine Messung mit besagter Druckmatte durch. Anschließend geht es an die Auswahl der passenden Einlage. Mit dem Sortiment im Sanitätshaus Schaible kann fast jede Art von Schuh abgedeckt werden, vom Alltagsschuh bis zum Wanderstiefel - allerdings nicht immer mit derselben Einlage. Das Ortho-Team weiß: Es kommt nicht nur auf eine fachlich korrekte Vermessung und Fertigung an, sondern auch auf das Empfinden des Kunden. Unterstützung, Halt und Druck durch die Einlage, was korrigierend auf den Fuß wirkt, können ungewohnt bis unangenehm sein. Gerade, wenn sich ein Kunde noch an das Gefühl von Einlagen gewöhnen muss, können flexibel anpassbare Einlagen von Vorteil sein, denn der Druck durch die Einlage kann so nach und nach gesteigert werden.
Basierend auf der Messung, der Indikation und gegebenenfalls den Ausführungen eines Arztes werden die Einlagen in der hauseigenen Werkstatt gefertigt und angepasst - in Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail. Nach einer Anprobe wird gegebenenfalls nochmal angepasst, nachgearbeitet, über das Gefühl mit der Unterstützung des Fußes gesprochen. Denn Standard gibt es hier kaum, jeder Fuß, jeder Kunde und auch jeder Schuh sind anders.
Carbon-Einlagen von igli: dynamische Unterstützung für den Fuß
Ein Einlagen-System, das mit seinem Nutzer wächst und sich anpasst, sind die Carbon-Einlagen von igli. Unter dem Bezug verbirgt sich eine stoßdämpfende Bettung, darunter folgt die Carbon-Spange, die sich dank spezieller Einschnitte an das natürliche Bewegungsmuster des Fußes anpasst. Gezielt einstellbar sind die Einlagen dank sogenannter Postings. Diese frei platzierbaren Elemente werden von den Fachleuten der Orthopädietechnik für jeden Fuß und jedes Problem individuell angepasst und platziert. Die Fußwölbung sowie der innere und äußere Rand des Fußes können dadurch gezielt angehoben und/oder unterstützt werden. Das modulare System kann bereits bei Kindern angewendet werden. Hier ist besonderes Feingefühl bei der Anpassung gefragt, wie die Experten von Schaible wissen. Denn Kinderfüße sollen während des Wachstums lediglich leicht korrigiert und unterstützt werden, um keinen entgegengesetzten Effekt zu riskieren.
Autor und Fotos: Jacqueline Geisel