Foto: Jacqueline Geisel, Hochdorfer Kronenbrauerei

Nachhaltigkeit und Regionalität: Für diese Grundwerte steht der Familienbetrieb Hochdorfer Kronenbrauerei bereits seit Generationen. Von der Geschäftsführung bis zum neuesten Mitarbeiter sind sich alle ihrer Verantwortung gegenüber ihrer Heimat bewusst. Das gilt auch für die Zulieferer. Hier sucht Inhaberfamilie Haizmann gezielt Menschen, die aus der Umgebung stammen, regional produzieren und ihren Beruf mit Leidenschaft ausüben. Sie sollen durch Aufträge der regionalen Brauerei gefördert und mit fair bezahlten Aufträgen unterstützt werden. 

Diesem Grundgedanken folgend ist die Initiative RegioKorn entstanden. 18 Landwirte aus der Umgebung gehören dem freiwilligen Zusammenschluss an. Sie alle verbindet das Bestreben, das regional angebaute Getreide wie Braugerste und Brauweizen auch regional zu verarbeiten. Dafür ist es unerlässlich, jeden Schritt des Produktionsweges - vom Feld bis ins Glas - mehr oder weniger alleine zu gehen, sodass das regionale Getreide 
nicht mit dem anderer Landwirte vermischt wird. Beispielsweise bei der Lagerung in Silos. Hier ist Björn Broß in die Bresche gesprungen. Als überzeugter Landwirt und RegionKorn-Mitglied hat er auf sich genommen, die Lösung anzubieten. Drei Silos auf seinem Land in Bondorf stellt er ausschließlich den RegioKorn-Landwirten für die Lagerung ihres Getreides zur Verfügung. Hier kommt nur ins Silo, was eine Qualitätsüberprüfung bestanden hat. 

Das neue Getreide kommt erntefrisch vom Feld und wird mit Traktor-Anhänger-Gespannen angeliefert. Dann wird eine Probe entnommen, sortiert, abgewogen und geprüft. Beispielsweise legen Björn Broß und Katharina  Haizmann, Geschäftsführerin der Hochdorfer Kronenbrauerei, bei der Braugerste Wert auf große, gleichmäßige Körner. Nur dann liefern sie beim Mälzen das gewünschte Ergebnis. über die Messergebnisse führt Björn Broß  genau Buch. Für dieses Equipment und die Unterlagen hat er sogar ein kleines Häuschen errichtet. Dort hat er übrigens auch ab und zu ein paar verschiedene Arten von Malz stehen, die Interessierte verkosten dürfen. Schon  hier zeigt sich, welchen Unterschied Art und Qualität dieser Grundzutaten für das fertige Produkt machen. 

Nach der Beprobung führt der Weg des Korns in die Scheune neben den Silos. Dort wird über eine Sortier und Förderanlage alles, was unerwünscht ist (wie kaputte und zu kleine Körner) herausgesiebt. Ein Teil davon wandert ins Tierfutter, ein Teil in eine Biogasanlage zur Verbrennung, sodass die gesamte Ernte verwendet wird. Jene Körner, die für das Weiterverarbeiten geeignet sind, werden in die Silos befördert. Das sind etwa 90 Prozent der  angelieferten Ernte. Hier kommt ein weiterer wichtiger Faktor ins Spiel: die Lagerung bei der richtigen Temperatur. In kurzer Zeit muss das Korn heruntergekühlt werden. Dafür sorgt nächtliche Außenluft. Sind die ersten Grad  geschafft, wird mit einer Klimaanlage weiter gekühlt. Diese "presst" kalte Luft schon fast in den unteren Bereich der Silos, sodass diese von unten durch das gesamte Korn „durchbläst". Wenn dieser Schritt geschafft ist, können  Braugerste und Brauweizen ruhen, bis sie benötigt werden. Für die Abholung fährt ein LKW unter die Ausgabe neben den Silos, über welche direkt eine tonnenweise Befüllung erfolgen kann. Dann geht es zur Mälzerei. 

Wie geht es für die Braugerste der Hochdorfer Kronenbrauerei weiter? 
All diese Mühen lohnen natürlich nur, wenn das regionale Getreide auch im weiteren Verarbeitungsprozess „unter sich" bleibt. Hierfür sorgt ein Vertrag mit einer Mälzerei, die das RegioKorn-Getreide komplett gesondert verarbeitet und damit ein wirklich regionales Malz liefern kann. Mit diesem Produkt arbeitet die Brauerei im Nagolder Stadtteil weiter, fügt handverlesene Hefen und regionales Wasser der Wasserversorgung Kleine Kinzig hinzu und braut in langer Familientradition das im Schwarzwald bekannte und beliebte Bier. Eine wichtige Zutat fehlt hier allerdings noch: der Hopfen. Die Kronenbrauerei ist eine von nur zwei Brauereien in ganz Deutschland, die noch ihren eigenen Hopfen anbauen und verarbeiten. Die Ernte ist jedes Jahr eine entsprechend sehenswerte Besonderheit und das Hopfenfest lockt immer wieder aufs Neue zahlreiche Besucher an. Die gelebte Tradition prägt hier die Menschen und den Ort. 

Vielleicht ist das einer der Gründe, dass sich Menschen wie Björn Broß und Katharina Haizmann ihrer Heimat gegenüber in der Pflicht sehen. "Wir arbeiten hier, wir leben hier, wir wissen die Region zu schätzen und wollen zum Erhalt unserer Landschaft beitragen", fasst Katharina Haizmann zusammen, wieso Nachhaltigkeit und Regionalität bei Hochdorfer so wichtig sind. Auch ihr Vater, Geschäftsführer Eberhard Haizmann, betont: "Ohne die regionalen Erzeuger geht nichts." 

Autor: Jacqueline Geisel Fotos: Jacqueline Geisel, Hochdorfer Kronenbrauerei