Direkt vom Hof statt anonym aus dem Regal.
Immer mehr Menschen entdecken den Einkauf bei regionalen Erzeugern für sich. Frische Milch und knackige Äpfel aus dem Hofladen, Wein und Saft vom Winzer nebenan – laut aktuellen Zahlen kaufen über 40 Prozent der Verbraucher regelmäßig direkt ab Hof. Und auch die landwirtschaftlichen Betriebe selbst setzen laut Statistischem Landesamt zunehmend auf dieses Standbein.
Regionale Wertschöpfung
Ob auf dem Wochenmarkt, im Hofladen, per Abo-Kiste oder rund um die Uhr an Automaten und Milchtankstellen – wer direkt bei den Produzentinnen und Produzenten einkauft, bekommt maximale Frische und volle Transparenz über Herkunft, Haltungsformen und Produktionsweisen. Faire Preise, die ohne Umwege bei den Erzeugern ankommen, sichern Einkommen auf den Höfen und erhalten vor allem die rückläufigen kleinbäuerlichen und nebenerwerblichen Strukturen.
Wo Betriebe bestehen können, bleiben Felder, Wiesen und Weinberge in Nutzung – und die offene Agrarkulturlandschaft behält ihr Gesicht. Der Direkteinkauf wird damit zu einem wichtigen Beitrag für die Vielfalt der heimischen Landwirtschaft. Oft kommt die Ware zudem mit deutlich weniger Verpackung aus – Mehrwegkisten, Glasflaschen oder lose Produkte vermeiden die Plastikflut.
Von Hofeis bis Spargel
Für die Höfe bedeutet der direkte Draht zur Kundschaft auch mehr Planungssicherheit: Sie kennen ihre Abnehmer und können Mengen besser abstimmen.
Zusammenschlüsse wie der Verein „Direktvermarkter Landkreis Lörrach“ zeigen, wie Landwirtinnen, Winzer und Gärtner gemeinsam für kurze Wege, Qualität und lebendige Märkte einstehen.
Gerade im Dreiländereck zwischen Markgräflerland, Schwarzwald und Dinkelberg zeigt sich, wie reichhaltig das Angebot ist: Im Tal dominieren Wein, Obst, Spargel und Ackerbau, in den Höhenlagen locken Fleisch- und Wurstwaren, Milch, Käse und Co.
Saisongemüse und -obst kommen zur idealen Zeit von der Ernte direkt zum Kunden. Brot, Eier, Honig, Hofeis und viele weitere Produkte wandern ohne lange Transporte und Lagerzeiten über die Ladentheke – frischer geht’s kaum.
Jahr der Bäuerinnen
Dass die Menschen hinter diesen Produkten besondere Anerkennung verdienen, unterstreichen in diesem Jahr auch die Vereinten Nationen, die 2026 offiziell zum „International Year of the Woman Farmer“ – zum Jahr der Bäuerinnen – erklärt haben. Ein guter Anlass, den Blick auf jene zu richten, die mit Fachwissen, Leidenschaft und oft harter körperlicher Arbeit dafür sorgen, dass regionale Vielfalt auf den Teller kommt.
Auch in der Direktvermarktung prägen viele Frauen das Bild: Sie stehen morgens an den Marktständen und in den Hofläden, kennen ihre Stammkundschaft beim Namen, geben die besten Rezepte weiter und wissen genau, welcher Käse zu welchem Wein oder welches Gemüse zu welchem Fleisch passt.