Die Jäkle sind wilde Gesellen. Diese Narrenfigur aus Bergfelden stellt einen Viehhirten dar, wie er im Mittelalter üblich war. Foto: Marzell Steinmetz

Schon am Samstag, 10. Januar, laden die Narrenfreunde Bergfelden um 19.30 Uhr in die Dickeberghalle nach Bergfelden zur Narrenparty ein. Und das ist erst der Anfang.

Schon einen Tag nach der Narrenparty steht in Bergfelden ein Umzug an. Dieser beginnt am Sonntag, 11. Januar, um 13.30 Uhr und führt von der Oberndorfer Straße über die Horber Straße bis zur Dickeberghalle. „Freut euch auf DJ, Band QuerBeat, Bar, Raucherzelt und über 1400 Hästräger!“ werben die Narrenfreunde für das große närrische Wochenende am 10. und 11. Januar. „Seid dabei und feiert mit uns die Fasnet 2026!“

 

Narrenbaum wird am 12. Februar gestellt

Weiter geht es mit der Fasnet in Bergfelden dann am Schmotzigen; am Donnerstag, 12. Februar. Um 11 Uhr beginnt die Aufstellung des Narrenbaums. Ort des Geschehens sind die Ortsmitte beim Rathaus und das Narrenheim. Um 18.30 Uhr endet (vorübergehend) die Herrschaft der Ortsverwaltung, denn es wird das Rathaus gestürmt.

Kinderumzug am Fasnetsmontag

Am Fasnetsmontag, 16. Februar, sind der Kinderumzug und die Kinderfasnet geplant. Los geht es um 13.30 Uhr. Ort des Geschehens ist unter anderem die Dickeberghalle.

Am Dienstag, 17. Februar, endet auch in Bergfelden die Fasnet wieder. Die Fasnetsverbrennung beginnt um 18 Uhr beim Narrenbaum am Rathaus.

Fasnet seit 1995

Die Bergfelder Fasnet begann im Jahr 1995, ist der Internetseite des Sulzer Teilorts Bergfelden zu entnehmen. „Da saßen einige Bergfelder an einem Tisch zusammen und diskutierten über die Fasnet in unserer Gegend.“ Viele waren in Zünften aus den umliegenden Ortschaften organisiert und stellten sich die Frage, „warum nicht eine eigene Fasnet auf die Beine stellen?“

Fasnet mit Bezug zum Dorfgeschehen

Am Anfang überwogen die Zweifel, aber es passierte. Wichtig war es den Initiatoren, nicht nur eine Hexenfigur zu erschaffen, die keinen Bezug zur Dorfgeschichte hat. Statt dessen sollte es eine Figur sein, die von der Bergfelder Geschichte inspiriert ist.

„In Bergfelden wird seit Jahrhunderten die Sage vom Jäkle von Generation zu Generation weitererzählt“, heißt es. „Deshalb wurde die Figur Jäkle - ein Viehhirt - erschaffen.“

Jäkle stellt einen Viehhirten aus dem Mittelalter dar

Der Jäkle stellt einen Viehhirten dar, wie er im Mittelalter üblich war. „Bei der Gestaltung des Kleids wurde auf Bücher und Dokumentationen aus dieser Zeit zurückgegriffen. Die Figur besteht im wesentlichen aus der Holzmaske, Hut, Stiefel, Hirtenhose, Schäferumhang, Hemd, Jacke und dem Hirtenstab.“ Der Hut ist mit Tannenzapfen geschmückt, auf dem Umhang ist das Wappen Bergfeldens zu sehen – die Wehrkirche - und auf dem Hemd das Wappen der Narrenfreunde Bergfelden.

Kropfer gibt es seit 1998

Die Kropfer sind friedliche Weißnarren. Foto: Marzell Steinmetz

Der Kropfer – ihn gibt es seit 1998 – ist eine Figur, die ebenfalls eng mit der Dorfsaga des Jäkle verbunden ist. „Der Kropfer ist ein typischer Weißnarr“, heißt es. Die Figur gibt es als „Männle“ und „Weible“. „Das Kleid ist handbemalt.“ Die Bilder beschreiben im Wesentlichen die Geschichte des Jäkle und zeigen die typischen Waldtiere aus der hiesigen Region. „Der Kropfer gibt es mit zwei oder vier Glockenriemen und am Hals ist der Kropf - das Vermächtnis vom Jäkle an die Bergfelder - zu erkennen.“

Zunächst wurde eine Interessengesellschaft gebildet, die aus 34 Kleidlesträgern bestand. „Ein Umzugswagen wurde ebenfalls im ersten Jahr erstellt.“ Schon im ersten Jahr war der Erfolg beachtlich, heißt es. „Auf den beteiligten Umzügen waren die Jäkle immer gern gesehen, schließlich ist es eine Figur, die man nicht überall sieht und zudem eine Dorfsage treffend darstellt.“

1998 Eintragung ins Vereinsregister

1997 wuchs die Teilnehmerzahl auf rund 60 Jäkle an und die Gründung des Vereines wurde notwendig. Im Januar 1998 war es soweit. Die Narrenfreunde Bergfelden waren nun offiziell im Vereinsregister eingetragen.