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Anzeige Ganz dicke Bretter gebohrt

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Versteht sich aufs Bohren dicker Bretter – auch solcher aus Metall: Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Einweihung der neuen ABA-Lehrwerkstatt.  Foto: Kistner Foto: Schwarzwälder Bote
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Versteht sich aufs Bohren dicker Bretter – auch solcher aus Metall: Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Einweihung der neuen ABA-Lehrwerkstatt. Foto: Kistner Foto: Schwarzwälder Bote

Vor sechs Wochen hat die Ausbildungs- und Berufsförderungsstätte Albstadt (ABA) ihr neues Ebinger Ausbildungszentrum samt Lehrwerkstatt eingeweiht. Es bietet perfekte Bedingungen für die "Reha-Ausbildung" lernbehinderter Jugendlicher und die "berufsvorbereitenden Maßnahmen", kurz BVB.

Die sogenannte Reha-Ausbildung ist nicht das einzige Tätigkeitsfeld der ABA, aber immerhin zu gut einem Drittel am Gesamtumsatz beteiligt und zudem ein besonders traditionsreiches Ressort des Hauses, sozusagen der historische Kern seines vielseitigen Ausbildungsangebots. Die Klientel der "Reha" sind zum allergrößten Teil junge Leute, die sich mit dem Lernen schwer tun, weil sie aufgrund von kognitiven Handicaps oder schwerer Legasthenie Probleme haben, sich Lerninhalte zu merken, zu verarbeiten oder praktisch anzuwenden. Sie erhalten bei der ABA besondere Förderung, nicht nur durch Lehrer und erfahrene Ausbilder, sondern auch durch Sozialpädagogen und Psychologen, die das angeknacksten Selbstwertgefühl und die verloren gegangene Motivation wieder herstellen. Die ABA kann auf diesem Gebiet große Erfolge vorweisen: Georg Keks, der Leiter der ABA-Metallwerkstatt, berichtet von Lehrlingen zu berichten, die bei Antritt ihrer Ausbildung des Lesens, Schreibens und der Grundrechenarten nur bedingt mächtig waren und drei Jahre später einen passablen Kammerabschluss machten. In den vergangenen Jahre wurden laut ABA-Geschäftsführer Armin Bachmeyer alle Metallfeinbearbeiter der ABA auf dem Arbeitsmarkt vermittelt – und immerhin 95 Prozent der Reha-Absolventen.

Die Metalltechnik ist einer von sechs Reha-Ausbildungsfeldern der ABA. Die praktische Seite ihres Lehrberufs lernten angehende Metallfeinbearbeiter 23 Jahre lang in der in der Tailfinger Metallwerkstatt der IHK Reutlingen kennen – bis diese Eigenbedarf anmeldete und die ABA eine neue Bleibe, sprich: eine neue Werkstatt samt Maschinenpark benötigte.

Nicht zuletzt dank den Überredungskünsten von Georg Keks rangen ABA-Aufsichtsrat und -geschäftsführung sich nach anfänglichem Zögern zur Einsicht durch, dass die Metallfeinbearbeitung ein unverzichtbarer Bestandteil des ABA-Ausbildungsangebots ist und bleibt, und beschlossen, im großen Maßstab zu investieren: Für rund eine Million Euro bauten sie das frühere Druckzentrum Eith in der Ebinger Gartenstraße zum Ausbildungszentrum um und schafften dazu noch nagelneue Maschinen an – generalüberholten begegnet Georg Keks, der Fachmann, mit Skepsis. Die Lehrwerkstatt kam ins Untergeschoss, die zuvor in der Schillerstraße untergebrachten "Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen" (BVB) für Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig sind, sich aber schwer tun, ihren Weg in Ausbildung und Beruf zu finden, ins Erdgeschoss. Auf jedem Geschoss stehen rund 670 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Der Umzug ging im Herbst über die Bühne; die offizielle Einweihung wurde am 30. November gefeiert – in Gegenwart von Landeswirtschaftsministerin und Wahlkreisabgeordneten Nicole Hoffmeister-Kraut, die eine Festrede hielt und danach an einer der neuen Bohrmaschinen demonstrierte, dass sie sich durchaus aufs Bohren dicker Bretter versteht. Sie und ihre stolzen Gastgeber waren sich einig: Die Entscheidung, in die Zukunft junger Menschen zu investieren, war die richtige gewesen.