Fischzuchtbetreiber Hubert Belser an einem seiner Teiche im Stunzachtal, in denen er Forellen aufzieht (links oben). Er hat sich einen Verkaufswagen zugelegt (links) , mit dem er einerseits samstags auf dem Markt in Herrenberg Fisch verkauft, der auf dem eigenen Gelände im Stunzachtal aber auch als Hofladen dient. Im Angelpark der Forellenzucht (rechts oben) kann man Tageskarten lösen und sich seine eigenen Fische fangen. Foto: Fotos: Kost

Im beschaulichen Stunzachtal zwischen Gruol und Haigerloch betreibt die Familie Belser ihr Geschäft. Ihre Forellenzucht ist seit über 80 Jahren ein echter Familienbetrieb, in dem das Handwerk der Fischzucht groß geschrieben wird.

Im Jahr 2003, hat Hubert Belser die Forellenzucht von seinem Vater Hans (verstorben im September 2018) übernommen. Der heute 56-Jährige, der am Starnberger See eine Ausbildung zum Fischzuchtmeister absolviert hat, setzt damit in vierter Generation eine Familientradition fort, die vor über 80 Jahren begonnen hat: Schon sein Urgroßvater Otto hatte 1928/29 im Stunzachtal zwei Fischteiche anlegt. Daraus ist die Forellenzucht Belser entstanden, bis heute der einzige Fischzuchtbetrieb im Zollernalbkreis.

Forellen, Lachsforellen, Karpfen und seit einiger Zeit auch Bachsaiblinge – das sind die Fische, die Belser in der eigenen Brutaufzucht und später in seinen Weiheranlagen (acht in Gruol, zehn in Heiligenzimmern) groß zieht. Und zwar mit einem Blick für Nachhaltigkeit: denn bis zum Beispiel eine Forelle ein schlachtreifes Gewicht erreicht hat, dauert es etwa anderthalb Jahre.

Zur Qualität seiner Speisefische, trägt auch gutes Wasser bei. Die Fischzucht Belser kann zum Betrieb ihrer Weiher im Stunzachtal nämlich auf eigenen Quellen zurückgreifen, die sauerstoffreiches Wasser liefern. Relativ konstante Temperaturen im Stunzachtal tun ihr übriges dazu bei, dass die angebotenen Fische einen guten Geschmack haben – diesen wird von namhaften Hotels und Restaurants geschätzt, aber auch zahlreiche Fischereivereine gehören zu Hubert Belsers Kundenkreis.

Fische gibt es bei ihm nicht nur fangfrisch und filetiert, sondern auch geräuchert. In der eigenen Fischräucherei nach neuesten EU-Vorschriften wird gut durchgelagertes Buchenholz verwendet, das den typischen Geschmack einer klassischen Räucherforelle ausmacht.

Die Corona-Krise hat auch Hubert Belser vor große Herausforderungen gestellt. In den Zeiten der harten Lockdowns zwischen 30 und 40 Fischereivereine als Kunden für Karfreitagsfisch und die Gastronomie als Abnehmer weggebrochen sind. "Das hat sich wieder gebessert", ist er erleichtert.

Belser hat auf die Krise auch insofern reagiert, indem er sich einen Verkaufswagen angeschafft hat und mit diesem jetzt immer samstags in Herrenberg auf dem Markt präsent ist. Das will er auch in Zukunft beibehalten. Gleichzeitig hat bei dem Fischzuchtmeister aus Gruol die Direktvermarktung auf dem Hof mit Fisch und Fischprodukten (zum Beispiel Lachsforellen-Maultaschen) stark zugenommen.

Ein seit Jahren starkes Standbein ist zudem der Angelpark. An einem großen Weiher können Hobby-Angler Tageskarten (25 Euro) lösen und ohne Fang- und Zeitbegrenzung angeln.

Die Öffnungszeiten der Fischzucht: Ganzjährig von 9 bis 18 Uhr (im Winter bis 17 Uhr). Montags ist Ruhetag.