Die Fasnet hat in Hardt eine Tradition, die bis weit vor die Gründung der Katzenzunft zurückreicht. Die Hardter Bevölkerung wurde einst mit „kratzenden Katzen“ verglichen.
Der Höhepunkt der Hardter Fasnet ist der Rolletag. Der Rolletag findet immer am 31. Januar statt, unabhängig vom Wochentag. Der 31. Januar ist der Vorabend des Katzenmonats Hornung. Max Broghammer, Gründungsmitglied der Katzenzunft, hatte die Idee zur Zeremonie des Höhenfeuers und des Rolletags. Das erste Höhenfeuer loderte zum ersten Rolletag am 31. Januar 1959.
Idee zum Rolletag entstand aus einem Scherz
„In Schramberg wurden wir Hardter am 1. Februar schon immer gehänselt und gefragt, ob wir auch wieder am Abend vor dem Beginn des Katzenmonats unseren großen Rolle herausgelassen hätten“, erinnert sich sich Max Broghammer in der Vereinschronik. „Als mich in den 1950er Jahren unser damaliger Lehrling darauf ansprach, berichtete ich ihm als Scherz von einem großen Fackelumzug durchs Hardt, zu dem wir unseren großen Rolle herauslassen. Der Lehrling war sehr begeistert von meinen Erzählungen und umso enttäuschter, als es sich als Scherz entpuppte. Als dann der Katzenrolle geschaffen wurde, bot sich dieser Scherz geradezu an, umgesetzt zu werden.“
Brennender Lack-Spritzkasten inspirierte zu Höhenfeuer
Auch das Höhenfeuer hat seinen Ursprung in der Junghansschreinerei. Max Broghammer: „Als ein Vorarbeiter 1958 wieder einmal einen Lack-Spritzkasten ausbrennen musste, tat er dies bei Nacht. Das Ausbrennen des großen Blechkastens sah sehr gespenstisch aus, und das brachte mich sofort auf den Gedanken mit dem Höhenfeuer.“
Tanz um sechs Symbole
Zur Zeremonie gehören der Ruf an den Hornung sowie der Ruf an die Katzen, die dann aus ihren Verstecken hervorkommen. Die Katzen umtanzen dann sechs Symbole: das Zeichen des Erdgeistes, das Hexenbesen-Symbol, das Spinnensymbol, das sechsspeichige Rad, das Herz (das Symbol für alles Leben) und das Strahlengesicht. „Die Katzen müssen also, aus der Nacht kommend, zuerst die mehr erdbezogenen, dunkleren Sinnzeichen wie Erdgeist, Hexenbesen und Spinne passieren, ehe sie weiter im Hüpfschritt zum Glückszeichen Rad und dann zum Zeichen Herz und Sonne kommen, um anschließend am Licht des Höhenfeuers ihren eigentlichen Katzentanz auszuführen.“
Die Katzenrolle-Ursprünge
Die Entstehung des Neck- oder Spottnamens „Katzenrolle“ könne laut Zunft bis heute nicht abschließend geklärt werden. Es könnten aber drei Dinge mit dem Hardter „Katzenrolle“ zusammenhängen: Erstens: die Hardter galten als streitlustiges Volk, wie schon aus der Dorfchronik aus dem Jahr 1890 zu entnehmen ist. Laut Josef Flaig, damals der „Adler“-Wirt, sei selten ein Oberndorfer Gerichtstag vergangen, ohne dass nicht wenigstens ein Hardter wegen Streits und Händels vor dem Kadi gestanden hätte. „Deshalb seien die Hardter mit kratzenden Katzen verglichen worden“, so die Narrenzunft. Zweitens gibt es in Hardt ein Gebiet, das den Namen Katzenmoos trägt. „Weiter gab es in Hardt im letzten Jahrhundert noch ein ,Katzenhäusle’, das in der Teilen am Katzenmoos stand und aus dem später das Landelhaus wurde.“ Drittens gab es früher Leute in Hardt, die einen Katzennamen trugen, zum Beispiel „Katzenbäbel“ (Balbina Dreher) und „Katzenbofelese“ (Josef Dreher).
Die Narrenfiguren
Die beiden Narrenfiguren der Katzenzunft Hardt sind seit Beginn der männliche schwarze Rolle und die weibliche weiße Kätzin. Im Jahr 1975 wurde zusätzlich die Einzelmaske des Oberrolle mit besonders großem Katzenkopf geschaffen.