Das FBZ an der Schwenninger Adolph-Kolping-Straße feiert am 25. und 26. Juni Tag der offenen Tür. Foto: Kratt

Wenn am kommenden Wochenende beim Tag der offenen Tür das katholische Familien- und Begegnungszentrum St. Elisabeth eröffnet wird, dann werden die Verantwortlichen mit Stolz und Freude auf die rund vier Jahre Planungs- und Bauzeit zurückdenken.

VS-Schwenningen - Es ist ein moderner und großzügiger Bau unmittelbar neben der Kirche Mariä Himmelfahrt geworden, den die Besucher am Wochenende vom 25. und 26. Juni erstmals genauer unter die Lupe nehmen dürfen. Eigentlich hätte die offizielle Eröffnung schon kurz nach Fertigstellung im Sommer 2020 stattfinden sollen, musste aber coronabedingt schließlich um zwei Jahre verschoben werden. Dennoch konnte sich in den vergangenen beiden Jahren das Familien- und Begegnungszentrum (FBZ) St. Elisabeth an der Adolph-Kolping-Straße 8 bereits Stück für Stück mit Leben füllen – und soll es in Zukunft, wenn die Pandemie einmal ganz überstanden ist, noch mehr.

"Mehr als nur ein Kindergarten"

Denn die Begegnung, die Begleitung und die Betreuung stehen im Fokus der Einrichtung, die für 4,85 Millionen Euro unter Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde Schwenningen errichtet wurde. "Wir haben mehr gemacht, als nur einen Kindergarten gebaut", zeigt Michael Schuhmacher, Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Neckar-Baar, den planerischen Aufwand des Großprojekts auf. In acht Klausursitzungen haben rund 40 Ehrenamtliche, eingeteilt in verschiedene Arbeitsgruppen, das FBZ baulich und personell auf den Weg gebracht. Den Projektbeschluss durch den Gemeinderat gab es im Jahr 2017, von 2018 bis 2020 wurde gebaut.

Sechs Gruppen und bis zu 30 Fachkräfte

Da ist zum einen der Neubau des St. Elisabeth-Kindergartens, der bereits im Jahr 1945 von der katholischen Gemeinde Mariä Himmelfahrt gegründet wurde. Die zuletzt dreigruppige Einrichtung konnte durch die Vergrößerung auf sechs Gruppen – vier Ü3-Gruppen sowie zwei U3-Gruppen – erweitert werden. Um dem Bedarf im Sozialraum Sauerwasen gerecht zu werden, werden jetzt auch zwei Ganztags-Gruppen angeboten. Von einmal acht Mitarbeitern hat sich das Team des FBZ auf bis 30 Fachkräfte vergrößert, berichtet Einrichtungsleiterin Cornelia Schmid. Zusammen mit Stellvertreterin Beate Stroka sowie mit Koordinatorin Katja Blattmann bildet sie das Führungsteam des FBZ.

Kindergarten auf neuestem Niveau

Es ist ein Kindergarten auf neuestem Niveau: am Eingang das Leitungsbüro, dann der sogenannte Indoor-Marktplatz, von dem man zu allen Gruppenräumen gelangt und der mit einer großen Röhrenrutsche sofort ins Auge sticht, dahinter der großzügig angelegte Garten mit Spielplätzen sowohl für den U3- als auch für den Ü3-Bereich. Die Krippe befindet sich im Untergeschoss des Neubaus.

Early-Excellence-Ansatz

Alles, was im Familienzentrum gearbeitet wird, geschieht nach dem sogenannten Early-Excellence-Ansatz (EEC), um Kinder beziehungsweise die Familien ganzheitlich begleiten zu können und die Kinder in ihren "Stärken zu stärken", wie Cornelia Schmid erläutert. Ziel der Erzieher sei es dabei, sie bewusst zu beobachten und in einem gemeinsamen Diskurs die positiven Eigenschaften herauszuarbeiten. Die Eltern als sogenannte Experten werden dabei stets miteinbezogen.

Mehrwert durch Betreuungs- und Beratungsangebote

Und dann ist da der Bereich für das Begegnungszentrum, der dem Kindergarten vorgelagert ist. Er ist geprägt durch sein großes, helles Foyer mit Glasfront und mehrere Beratungs- und Aufenthaltsräume im Obergeschoss. Über die Mensa gibt es eine direkte Verbindung zum Kindergarten. Hier setzt auch die Arbeit von Koordinatorin Katja Blattmann an, die für die Vernetzung mit passenden Kooperationspartnern zuständig ist. Betreuungs- und Beratungsangebote gibt es mittlerweile bereits durch die Caritas, die Katholische Erwachsenenbildung Villingen und Rottweil oder die Frühen Hilfen. Durch die Kooperation mit der Vivida BKK sowie der Turngemeinde Schwenningen finden immer wieder Bewegungsaktionen statt.

Gesamter Sozialraum ist willkommen

Ziel des Teams bei den Beratungen ist es, Hemmschwellen abzubauen und die Familien, aber auch die Bürger aus dem Sozialraum Sauerwasen sowie die Gemeindemitglieder in und um das neue Haus einzuladen. "Familienzentren sind Präventivzentren, damit an den Schulen die Sozialarbeit erst gar nicht notwendig wird", findet Pfarrer Michael Schuhmacher.