Die Seedorfer Raupen. Die Raupe ist das jüngste Narrenkleid der Seedorfer Zunft. Foto: Archiv Weisser

Der Eschachsprung geht in die vierte Auflage und findet am Samstag, 7. Februar, zum zweiten Mal in Seedorf statt. Der Umzug beginnt um 13.13 Uhr.

Der Umzug startet in Seedorf in der Heiligenbronner Straße und bewegt sich von dort in Richtung der katholischen Kirche St. Georg. Dort biegt die Umzugsstrecke nach rechts ab. Die Narren passieren danach unter anderem den Landgasthof „Rössle“. Beim Gasthof „Rose“ biegt der Umzug in Richtung Turn- und Festhalle Seedorf ab.

 

Die Spitze des Umzugs bildet die Raupenzunft Seedorf

Die Spitze des Umzugs bildet die Raupenzunft Seedorf. Hinter der Raupenzunft folgen die Schlossgeister Seedorf sowie die Guggenmusik. Ebenfalls zu sehen sind beim Umzug die „Holzäpfel“ aus Dunningen, die Baronengilde aus Lackendorf sowie Schwarzwald-Michel. Ab 14.30 Uhr sorgen die Garden der drei Zünfte mit einem abwechslungsreichen Programm in der Festhalle für närrische Unterhaltung.

Idee des Eschachsprungs

Die Idee zum Eschachsprung entstand aus den zunehmenden Auflagen und Kosten großer Narrentreffen, die vielerorts zu einem Rückgang klassischer Umzüge führten. Die drei oben genannten Zünfte entschieden sich, selbst aktiv zu werden und etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Ein zentrales Anliegen war dabei von Beginn an, Kinder und Jugendliche an das Fasnetsbrauchtum heranzuführen. Deshalb gehört bei jedem Eschachsprung auch eine spezielle Aktion für den Nachwuchs zum Programm.

Wann die Vorbereitungen begannen

Die Vorbereitungen für den diesjährigen Eschachsprung begannen schon im November. „Grundsätzlich organisiert die ausrichtende Zunft den Eschachsprung, was in unserem Fall in erster Linie das Komitee der Raupenzunft ist, bestehend aus circa 25 Leuten“, verrät Timo Keller, Schriftführer der Zunft aus Seedorf. „Hinzu kommen etliche Helfer.“ Keller nennt die Feuerwehr, die die Straßensperrung übernimmt, das Rote Kreuz, das einen Bereitschaftsdienst übernimmt, Altnarren und aktive Mitglieder, die während des Eschachsprungs Dienste übernehmen, Mitglieder anderer Vereine, die ebenfalls mit Anpacken, sowie Vereine und Gruppen, die die Besenwirtschaften betreiben.

Die einprägsamen Namen der Besenwirtschaften

Besenwirtschaften wird es zum Eschachsprung in Seedorf insgesamt 17 geben. Sie sind entlang der Umzugsstrecke verteilt; die erste Besenwirtschaft – „Ehne’s Besa“ ist schon ab 11 Uhr geöffnet und in der Aufstellungszone – Heiligenbronner Straße 50 – zu finden. Der 17. Besen – „Wagen-Party“ – steht direkt an der Turn- und Festhalle und hat zwischen 15 und 18 Uhr auf.

Auch die heimischen Wirtschaften aufsuchen

Die Veranstalter legen den Besuchern darüber hinaus ans Herz, auch die Seedorfer Wirtschaften aufzusuchen; den Landgasthof „Rössle“, Freudenstädter Straße 20, und den Gasthof „Rose“, Freudenstädter Straße 45.

Worum sich die Gemeindeverwaltung kümmert

Die Veranstalter können sich auch auf Unterstützung aus der Gemeindeverwaltung verlassen. Die kümmert sich zum Beispiel um Fragen rund um die Ausschankgenehmigungen und die GEMA. Bei der GEMA geht es um die Nutzungsrechte bei öffentlich aufgeführter Musik.

Die Idee des Eschachsprungs

Im Mittelpunkt des Eschachsprungs steht die Vision des Miteinanders: „Gemeinschaft leben, Brauchtum pflegen und Generationen verbinden“, so die Veranstalter.

Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt die große Bereitschaft der Bevölkerung, sich aktiv einzubringen, ganz nach dem Motto: „Drei Zünfte, drei Freunde, ein Fest – und ein Tag, der die Dorffasnet in ihrer schönsten Form erlebbar macht.“

Die Zahl der Besucher werde vom Wetter abhängig sein, sagt Timo Keller. Die sei schwer abzuschätzen. So wünscht man sich nun für den Eschachsprung natürlich gutes Wetter und bestens gelaunte Zuschauer.

Zunft 1937 gegründet

Die Narrenzunft Seedorf wurde am 14. Februar 1937 von zehn jungen Männern gegründet. „Zielsetzung dabei war, das wilde und derbe Fastnachtstreiben in Seedorf in geordnete Bahnen zu lenken“, so die Narrenzunft. „Nach dem Entwurf des Gründungsmitgliedes Josef Glück schuf man ein Narrenkleid, den ,Hansel’, das am 13. Februar 1938 mit einem Hanselsprung der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Am selben Tag wurde durch den Musikverein Seedorf erstmals der Narrenmarsch gespielt. Komponist war der ortsansässige Lehrer Karl Hägele.“

Die Schwester des Hansel

Der Hansel erhielt im Jahr 1962 ein kleines Geschwisterlein; die „Gretel“, das zweite Narrenkleid der Narrenzunft Seedorf. „Zum ersten Narrentreffen 1969 gesellte sich mit dem ,Schantle’ ein weiteres Kleidle dazu.“

Suche nach einem weiteren Narrenkleid

Im Jahr 1980 wurde die Narrenzunft Seedorf in „Raupenzunft Seedorf 1937 e.V.“ umbenannt. Seit jenen Tagen gab es Bemühungen, ein weiteres Narrenkleid – eine Raupe – zu gestalten. In den 1990er Jahren war es dann soweit. Die Seedorfer Raupe war geboren und komplettierte die Vielfalt der Seedorfer Narrenkleider.

Warum „Raupenzunft“?

Der Hintergrund der Raupe: „Die vielen Feuchtwiesen entlang der Eschach verschuldeten in Seedorf öfter Raupenplagen“, so die Info der Narrenzunft. „So kamen die Seedorfer zu ihrem Übernamen ,Raupen’.“ Der Narrenruf der Seedorfer Zunft lautet „Raupen – Nest“.