Melanie Sinz und Wolfgang Heinkel-Sinz betreiben in Haigerloch und Rangendingen zwei Edeka-Märkte. Im Haigerlocher Markt haben sie jetzt auch die frühere K&U-Backfiliale unter ihre Regie genommen. Foto: Kost

Für kaum eine Branche ist die aktuelle Zeit eine so große Herausforderung wie für die Lebensmittelbranche. Die beiden Betreiber der Edeka-Märkte in Haigerloch und Rangendingen, Melanie Sinz und Wolfgang Heinkel-Sinz, können darüber spannende Geschichten erzählen.

Im Februar 2015 haben die beiden den Markt im Haigerlocher Gewerbegebiet Madertal übernommen. Unter ihrer Leitung entwickelt sich der Einkaufsmarkt bis heute sehr gut. Er zieht Publikum über die Stadtgrenzen von Haigerloch hinaus an. Zum Beispiel aus dem benachbarten Empfingen.

Der geschäftliche Erfolg verwundert nicht, denn beide sind aus der Branche und wissen, wo man die Hebel ansetzen muss. Wolfgang Heinkel-Sinz, gebürtig vom Bodensee, war mit 20 Jahren schon Marktleiter und über 30 Bezirksleiter bei Edeka. Melanie Sinz, die aus der Nähe von Riedlingen stammt, hat in den früheren Nanz-Märkten eine Lehre absolviert und blickt inzwischen auf 25-jährige Erfahrung im Einzelhandel zurück.

Mitten in der Corona-Krise entschied sich das Ehepaar im Oktober 2020 dazu, auch noch den Edeka-Markt im benachbarten Rangendingen in ihre Regie zu übernehmen. "Wir wussten, dass wir das können, und er passt in unser System. Alles entwickelt sich sehr positiv, es war die richtige Entscheidung", zieht Wolfgang Heinkel-Sinz nach knapp zwei Jahren mit zwei Standorten ein erstes Fazit.

Beide Edeka-Märkte sind mit einer Verkaufsfläche von rund 1100 Quadratmetern etwa gleich groß, in beiden findet man ein Warensortiment von rund 17300 Artikeln und an beiden Standorten zusammengerechnet sind rund 70 Mitarbeiter beschäftigt. Es gibt aber auch ein paar Unterschiede. So haben Wolfgang Heinkel-Sinz und Melanie Sinz in Haigerloch die Bäckerei von der Bäckerei-Kette K&U übernommen und betreiben sie jetzt in Eigenregie.

Zwei solche großen Einkaufsmärkte zu betreiben, erfordert viel Einsatz und Zeitaufwand. "Ja, wir müssen viel hin und her pendeln", schmunzelt Melanie Sinz. Ein Arbeitstag, der täglich um 6 Uhr morgens beginnt und bis spät in den Abend hinein andauert – was sich für die meisten Menschen nach totalem Stress anhört ist für das Ehepaar Alltag. Aber einer den die beiden zumeist mit Freude bewältigen. Und was ist das Erfolgsgeheimnis hinter den beiden Märkten? "Freundlichkeit, Ordnung, Sauberkeit – da legen nicht nur wir, sondern auch die Kunden Wert drauf".

Die letzten beiden Jahre waren für sie aber auch von großen Herausforderungen geprägt. Stichwort Corona: Abstands- und Hygieneregeln waren auf einmal umzusetzen, Schutzkonzepte für die Kunden und das Personal zu entwickeln. "Es war eine sehr intensive Zeit, aber wir sind mit den Aufgaben gewachsen, es musste ja weitergehen", sagt Wolfgang Heinkel-Sinz im Rückblick.

Und natürlich setzte auf bestimmte Waren ein Ansturm ein, Stichwort Hamsterkäufe. Die Regale, in denen Toilettenpapier, Nudeln, Zucker, Mehl oder Fertiggerichte angeboten wurden, erinnert sich Melanie Sinz zurück, waren von März bis Mai 2020 praktisch leer gefegt.

Corona ist 2022 nicht mehr das ganz große Problem, der Blick der beiden richtet sich eher auf die Folgen des Krieges in der Ukraine. Die zwei Marktbetreiber müssen sich derzeit vor allem mit steigenden Energiekosten auseinandersetzen. Die Frischhaltung und Kühlung von Waren ist natürlich ein energieintensives Geschäft. Wolfgang Heinkel-Sinz und Melanie Sinz sind deshalb froh, dass die beiden Märkte energetisch auf dem neuesten Stand sind.

Freilich haben auch sie auf die Situation reagiert und die Öffnungszeit in Haigerloch abends auf 20 Uhr gekürzt und damit den Zeiten in Rangendingen angepasst. Außerdem setzt man auf LED-Beleuchtung, um Strom zu sparen.

Auch das Einkaufsverhalten der Leute hat sich angesichts der unsicheren Umstände geändert, sie greifen jetzt mehr auf die günstigen Eigenmarken von Edeka zu, haben die beiden beobachtet. "Wir werden alles Machbare tun, um die Kundenzufriedenheit und die Arbeitsplätze zu erhalten", gibt sich Wolfgang Heinkel-Sinz zuversichtlich, auch diese Herausforderung zu meistern.