Ein gutes Team Foto: Thomas Fritsch

Blumen haben diese einzigartige Magie, uns glücklich zu machen. Weshalb auch Annika Schmelzle sich einst genau für diese Berufsausbildung entschieden hat.

Blumen haben diese einzigartige Magie, uns glücklich zu machen. Weshalb auch Annika Schmelzle sich einst genau für diese Berufsausbildung entschieden hat.Ihre ultimativen Lieblings-Blumen: Ranunkeln. Sehen aber–sehr viel –schöner aus, als sie heißen. Im Deutschen gibt's auch den Namen „Asiatischer Hahnenfuß“. Aber der ist irgendwie auch nicht viel besser.

Annika hat im dritten Lehrjahr die eigentlich beste, perfekte Bezeichnung für ihre wunderschönen Lieblings-Blumen gefunden: „Rosen ohne Pieks!“, also ohne Dornen. Und das trifft es wirklich am besten: Üppige Blütenblätterpracht –wie wir sie bei Rosen so lieben; aber eben ohne die fiesen Dornen. Die sicher schon so manchen Blutzoll bei ihren Fans eingefordert haben. „Blumen sind lebendige Emotionen“, spricht die junge Frau wie beiläufig eine große Wahrheit aus. „Sie begleiten uns bei den wirklich wichtigen Ereignissen des Lebens“: Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen; auch später beim Tod, zu einer Beerdigung. An den Blumen können wir uns dann festhalten –wortwörtlich; aber eben auch emotional. „Gibt es einen besseren Beruf, als genau dafür die richtigen Blumensträuße, die passenden Blumen-Arrangement gestalten zu dürfen?“ Und dabei stets in der Blütenpracht mit wirklich allen Sinnen zu schwelgen? Wahrscheinlich nicht.


„Und es gibt immer etwas Neues zu entdecken!“ Und zu tun. Neue Blumen, neue Arten der Arrangements, neue Trends. Kreativ daraus etwas Einzigartiges zu schaffen, zu gestalten, „das sorgt jedes Mal für aufrechte Erfüllung“. Wenn man beim Kunden, der Kundin eben jenes Lächeln sieht, die Freude erkennt, die der für ihn, für sie gebundene Strauß auslöst. Annika schaut zur Kollegin Gundi Singer. Singer war vor über 35 Jahren die erste Auszubildende von Iris Killinger. Viele Trends, Millionen von Blüten, ungezählte Blumensträuße. Aber die Begeisterung für diesen einzigartigen Beruf blieb auch bei ihr über all die Zeit. Das ist das Versprechen, das Singers Biografie bei Blumen Schuster auch Annika auf ihren Lebensweg mitgeben kann.


Denn im Juni hat Annika ihre Abschlussprüfung –dann muss sie beweisen, was sie die letzten drei Jahre gelernt hat. Gefordert wird eine bepflanzte Schale, ein Geschenkstrauß, eine Gefäßfüllung und die komplexe Prüfungsaufgabe, welche sich der Azubi unter den Themen Hochzeit, Trauer, Tisch und Raumschmuck aussuchen kann. Alle Arbeiten sind in einem zeitlichen Rahmen gebunden und werden nach den Kriterien der Gestaltungslehre in der Floristik bewertet. Sorgen macht sich Lehrherrin Larissa Killinger, die heute als Florist-Meisterin im elterlichen Betrieb die Verantwortung für die aktuell drei Auszubildenden trägt, da allerdings nicht wirklich. „Das packt Annika“, weil bei ihr die Leidenschaft stimme. Ein gewisser Druck ist schon vorhanden, da die letzten Azubis mit dem ersten Platz bei der IHK Pforzheim abgeschnitten haben. Killinger freut sich darüber, dass Annika nach ihrer Ausbildung auf jeden Fall erst einmal im Betrieb bleibt. Bis sie vielleicht einmal auf „Wanderschaft“ gehen will, um mit ihren Gesellenjahren Erfahrungen auch in anderen Häusern zu sammeln. Schon in der Ausbildung gehörte ein Auslandspraktikum für Annika zum Programm, das sie in der Schweiz, in der Nähe von Zürich bei einem befreundeten Betrieb verbracht hat. „Eine spannende Zeit, eine spannende Erfahrung“, weil schon dort die Kunden ganz anders mit Blumen umgingen. „Und alles auch sehr viel teurer“ war. Daher standen dort weniger üppige Blumensträuße, mehr herausgehobene, einzeln inszenierte Prachtblumen im Fokus der Kundenwünsche.


Eben was ganz anderes als hier in Nagold. Wo das Schwelgen in möglichst großzügiger Blütenpracht eher den Kundenwünschen entspricht. Das man als Floristik-Azubi jeden Tag quasi gratis bei der Arbeit genießen könne. Seltsamer Weise, wundern sich Annika und Lehrherrin Larissa, sei das aber ein Beruf, der hierzulande ausschließlich Mädchen begeistere. „Jungs haben diesen tollen Beruf“, die tolle Berufung, „offensichtlich noch nicht für sich entdeckt“. Kommt vielleicht noch. Dann unbedingt bei Blumen Schuster vorbeikommen. Nach einem ersten, unverbindlichen Praktikum fragen. Um zu schauen, ob einem der Umgang mit Blumen liegt. Man die nötige Fingerfertigkeit mitbringt. Und die Arbeit zum puren Spaß, zur Erfüllung wird. Zum täglich erlebten Glück. Denn wenn das passiert, weiß Annika Schmelzle, ist man bei Blumen Schuster für die Ausbildung perfekt aufgehoben. „Weil die Balance stimmt“, zwischen Ausprobieren, was man sich zum Beispiel im Umgang mit den Kunden bereits zutraut, und die selbstverständliche Unterstützung durch Kolleginnen und Lehrherrin, wenn es um das Herantasten an eine neue Erfahrung, eine neue Fertigkeit geht.


Der nicht zu verachtende „Nebeneffekt“ einer solchen Ausbildung: „Wenn die Auszubildenden neu zu uns kommen“, mit vielleicht 16 Jahren, „sind sie oft sehr schüchtern“, erzählt Larissa Killinger. Auch Annika war anfangs eher „gehemmt“, eingeschüchtert von der „Erwachsenenwelt“. Aber durch den täglichen Umgang mit den Kunden, das wachsende Selbstbewusstsein über den Wert der eigenen Arbeit, der für die Kunden wunderschön gebundenen Sträuße zum Beispiel, „wächst auch das Selbstwertgefühl, das Selbstbewusstsein der Auszubildenden“. Was ein guter Weg zum eigenen Erwachsenwerden, zur Persönlichkeitsbildung sei. Weil er eben immer begleitet werde „durch einfach wunderschöne Lieblings-Blumen“. Ranunkeln zum Beispiel. In den allerschönsten Farben. Den „Rosen ohne Pieks!“

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