Der Beffendorfer Hansel beim Umzug. Foto: /Wagner

Vom 9. bis zum 11. Januar 2026 lädt die Narrenzunft Beffendorf zum Narrenwochenende mit Fackelumzug ein.Den ersten Fackelumzug gab es 1971

Der erste Versuch, in Beffendorf Fasnetsbrauchtum einzuführen, geht laut Narrenzunft bereits auf das Jahr 1935 zurück. „Um den Präsidenten Wendelin Haaga wurde ein Elferrat gegründet. Es wurden einige Umzüge inszeniert, an denen Hansel nach dem Oberndorfer Vorbild, Narrensamen und verschiedene Wagen teilnahmen.“ Nach dem Krieg gab es dann einen weiteren Versuch, eine Narrenzunft zu gründen.

 

Ende der 1960er Jahre ergriff Albert Haaga die Initiative „und lud alle Fasnetsinteressierten zu einer Versammlung im Gasthaus ,Tanneck’ ein“, heißt es in der Vereinschronik. Die Fasnet 1969/1970 begann am 11. November 1969 mit dem Abstauben der Häser in der „Traube“. „Am 29. November 1969 wurde eine Narrengilde gegründet. Das Amt des Vorsitzenden übernahm Harald Schneider.“

Der erste Fackelumzug

Den ersten Fackelumzug gab es während der Fasnet 1971. „Dieser Brauch wurde bis heute beibehalten.“ Damals wurde auch das erste – von Präsident Harald Schneider neu entworfene – Hagenkleid der Öffentlichkeit vorgestellt. „Das Hagenkleid bezieht sich auf alte Beffendorfer Begebenheiten“, ist über die Figur zu lesen. „Als Motiv diente ein Geschehen um die Jahrhundertwende, bei dem in Beffendorf versehentlich ein Hagen (Bulle) erhängt oder erwürgt wurde.“ Diese Geschichte ähnelt dem Hintergrund des Deißlinger „Hageverwürgers“, der auf eine Begebenheit im Jahr 1910 zurückgeht.

Zunftraum 1971 eingerichtet

Im November 1971 wurde dann ein Zunftraum eingerichtet. 1973 folgten beim Fackelumzug die ersten Kinder-Hagenkleider. „Die größte Veranstaltung bis dato war das im Januar 1976 veranstaltete Narrentreffen. Über 2500 Kleidlesträger nahmen am Umzug teil“, so die Vereinschronik.

Mitglied der Freien Narrenvereinigung Waldgau

Am 11. Januar 1981 wurde in Dornhan die „Freie Narrenvereinigung Waldgau“ gegründet. Die Hagen-Henker Zunft Beffendorf gehörte – neben der Narrenzunft Aichhalden, der Narrenzunft Winzeln, der Narrenzunft Fluorn, der Narrenzunft Dornhan und der Narrengilde Glatt – zu den Gründungsmitgliedern.

Die Narrenfiguren

Beffendorfer Hagen. Foto: Sikeler

Zur Hagen-Henker-Zunft Beffendorf gehört natürlich die Figur des Hagen. Die Maske ist dem Bullen nachempfunden. Um den Hals hängt ihm das Hagenseil.

Eine weitere Figur ist der Schantle. Er trägt auf seiner Kappe die Abbildung eines Storches, da es in Beffendorf auch einen „Storchenbach“ gab. Der Schantle verkörpert das arme Volk. Er verteilt vor allem Orangen und Schwarzwürste unter den Menschen.

Der Hansel

„Der Hansel ähnelt stark dem in Oberndorf vertretenen Hansel“, schreibt die Zunft. „Die Maske gleicht der in der Talstadt Oberndorf bekannten. Jedoch wurde das Kleid des Beffendorfer Hansel in den Vereinsfarben rot und weiß gestaltet. Er hat Ähnlichkeit mit den schwedischen Edelleuten aus dem 30-jährigen Krieg.“ Der Hansel verteilt unter den Menschen „Hagenringle“, das ist ein Hefeteigring, der die Form eines Nasenringes hat.

Das Fasnetsfinale

Das Finale der Beffendorfer Fasnet beginnt am Schmotzigen – das ist in diesem Jahr der Donnerstag, 12. Februar – mit der Befreiung von Kindergarten und Schule, mit dem Kinderball in der Turn- und Festhalle und dem Schantleaufsagen. Für Samstag, 14. Februar, kündigt die Zunft die Hausfasnet an und für den Sonntag, 15. Februar, eine Narrenmesse. Am Dienstag, 17. Februar, ist ein Dorfumzug.