Heller als bisher erscheint die Stadtkirche nach der aufwendigen Sanierung. Fotos: Sannert Foto: Schwarzwälder Bote

(ds) Fast zwei Jahre lang wurde das Innere der Freudenstädter Stadtkirche aufwendig saniert. Mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 13. Juni, ab 10 Uhr werden der Abschluss der Maßnahme und die Wiedereröffnung gefeiert.

Die Festpredigt hält Regionalbischof Prälat Christian Rose aus Reutlingen. Am Festgottesdienst wirken ferner Dekan Werner Trick, Pfarrer Thomas Strohhäcker, Kirchengemeinderäte der Stadtkirchengemeinde sowie Kirchenmusikdirektor Jörg Michael Sander mit. Musikalisch umrahmt wird die Feier vom Posaunenchor Freudenstadt und der Capella Vocale.

Wegen der Corona-Pandemie wird es im Anschluss keinen Festakt und auch keinen Stehempfang geben. Die Gottesdienstbesucher erhalten stattdessen eine 32-seitige Festschrift, in der sie alles über die Bau- und Renovierungsgeschichte der Stadtkirche erfahren, angereichert mit vielen Fotos und Grußworten kirchlicher und kommunaler Vertreter.

Für die Teilnahme am Einweihungsgottesdienst ist eine Anmeldung bei der evangelischen Kirchengemeinde unter Telefon 07441/57 26 92 oder online unter gemeindebuero.freudenstadt.stadtkirche@ elkw.de erforderlich. Wer in der Stadtkirche keinen Platz mehr bekommt, kann den Einweihungsgottesdienst auch über eine Live-Schaltung vom Kirchplatz aus mitverfolgen.

Kosten belaufen sich auf fastdrei Millionen Euro

Mit der Innensanierung der Stadtkirche, die dem Land Baden-Württemberg gehört und von der evangelischen Kirchengemeinde Freudenstadt genutzt wird, wurde im August 2019 begonnen. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 2,93 Millionen Euro, von denen das Land rund 1,64 Millionen Euro übernimmt. Den Rest muss die Kirche aufbringen. Nach Abzug der Zuschüsse von Landeskirche und Kirchenbezirk bleiben 840 000 Euro, die die evangelische Kirchengemeinde Freudenstadt finanzieren muss. Spenden und Opfergaben sind daher willkommen.

Bevor das Land, vertreten durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Pforzheim, mit der Innensanierung beginnen konnte, musste die Stadtkirche erst einmal ausgeräumt werden. Das romanische Lesepult aus dem zwölften Jahrhundert und das gotische Kruzifix aus der Zeit um 1500 brachte die Kirchengemeinde sicher im Alpirsbacher Kloster unter. Danach wurden die Bodenplatten aus Sandstein sowie das Parkett entfernt. Nachdem das Gerüst aufgebaut war, ging es daran, die 17 Engelsfiguren aus Sandstein und die Decken samt imitierten Gewölberippen sowie Emporen und Kanzel in Weiß zu streichen. Pendel- und Wandleuchten wurden mit dezenten Deckenstrahlern ergänzt.

Alle Kirchenbänke wurden aufgefrischt und der Holzboden auf den Emporen abgeschliffen. Für eine gleichmäßige Wärme sorgen künftig acht Thermostationen, die im gesamten Gotteshaus gleichmäßig verteilt sind. Für die Installation musste der Boden in beiden Kirchenschiffen aufgegraben werden. Eine Induktionsschleife wurde dort ebenfalls verlegt. Neue, hochwertige Lautsprecher wurden installiert und die komplette Elektrik erneuert.

Dank eines Beamers lassen sich jetzt Lieder und Texte so an die Wände projizieren, dass sie von beiden Kirchenschiffen aus zu sehen sind. Dafür musste allerdings das Kruzifix versetzt werden. Die Gottesdienste können jetzt auch mit einer Kamera aufgezeichnet und live ins Krankenhaus oder zu den Gemeindemitgliedern nach Hause übertragen werden.

Bei der Sanierung wurde auch an Familien mit kleinen Kindern gedacht. Sie können vom Eltern-Kind-Raum vor der Sakristei, nur durch eine Glasfront getrennt, künftig am Gottesdienst teilnehmen. Und damit ältere oder gehbehinderte Menschen barrierefrei in die Stadtkirche gelangen können, wurde am mittleren Eingang der Absatz entfernt.

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