Anwohner sind über den Verkehr in Wellendingen verärgert. Bürgermeister Albrecht erklärt welche Möglichkeiten es für Tempo 30 gibt und warum eine Umfrage keinen Sinn ergibt.
Viele Autos und Lastwagen fahren täglich durch die Ortsdurchfahrt von Wellendingen – besonders im Zeitraum der B27-Umleitung. Nur mit dem Unterschied, dass hier der Verkehr statt mit 50 Kilometern pro Stunde nur mit Tempo 30 durch den Ort fahren darf. Doch nun sind die Schilder wieder weg und der Ärger bei den Anwohnern groß.
Einige von ihnen lauschten gespannt, als Bürgermeister Thomas Albrecht in der jüngsten Gemeinderatssitzung über das Thema sprach. Er hatte nämlich bei Landratsamt angefragt, wie und ob eine 30er-Zone in der Ortsdurchfahrt Wellendingen möglich sei.
Das Landratsamt habe in ihrer Antwort erklärt, dass für eine Änderung der Geschwindigkeit eine Gefahrenlage vorliegen müsse. Eine Unfalllage oder auch schützenswerte Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen können solche Gründe sein.
30er-Zone zwischen Zebrastreifen möglich
Laut dem Landratsamt sei die Errichtung einer 30er-Zone lediglich zwischen den beiden Zebrastreifen möglich. Hier sei eine einfache Gefahrenlage ausreichend, so Bürgermeister Albrecht. Das Straßenbauamt und die Polizei müssten hierbei am Verfahren beteiligt werden.
Für weitere Maßnahmen, die den gesamten Abschnitt der Kreisstraße durch Wellendingen betreffen, müsste ein Lärmschutzgutachten im Zuge eines Lärmaktionsplans aufgestellt werden. Eine Reduzierung des Tempolimits könne aber nur dann durchgesetzt werden, wenn das Gutachten zu hohe Lärmwerte darlege und diese durch eine Geschwindigkeitssenkung reduziert werden können.
Gutachten müsse alle fünf Jahre neu gemacht werden
Ob eine solche Minderung des Lärmpegels durch Tempo 30 wahrscheinlich ist, könne das Landratsamt nicht beurteilen heißt es in der Antwort. Das müsse ein Gutachten bewerten. Die Gemeinde trage dafür die Kosten.
Daher war der Vorschlag von Bürgermeister Thomas Albrecht, verschiedene Planungsbüros anzufragen, um eine Vorstellung der Kosten zu bekommen und dann zu beraten, „ob es uns das Wert ist“. Andreas Geiger gab zu Bedenken, dass es abgesehen von einer 30er-Zone auch noch andere Optionen gebe, die ebenfalls diskutiert werden sollten. Denn ein Lärmgutachten müsste alle fünf Jahre oder bei einer Senkung der Lärmgrenze neu gemacht werden. Außerdem werde bei einer eventuellen Erneuerung der Straße vielleicht sowieso Flüsterasphalt eingearbeitet.
Umfrage gebe kein aussagekräftiges Bild
Albrecht wies aber darauf hin, dass die Gemeinde Wellendingen darauf keinen Einfluss habe, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Er schlug vor, bei den Planungsbüros einfach mal anzufragen. „Wir stochern derzeit im Nebel.“
Außerdem diskutierten die Räte, ob nicht schon davor die Bevölkerung befragt werden sollte. Allerdings wurden sie sich schnell einig, dass ein aussagekräftiges Bild nicht möglich sei. Die Anwohner an der Ortsdurchfahrt wären dafür und den anderen Bürgern sei es vermutlich entweder egal oder sie stimmen dagegen, weil sie dann langsamer durch den Ort fahren müssten. Womöglich würden auch nicht alle Bürger an einer Umfrage teilnehmen.
Antrag vertagt
Daher fasste der Gemeinderat den Beschluss, Angebote bei verschiedenen Planungsbüros als Referenz einzuholen, jedoch den Antrag auf eine 30er-Zone zwischen den Fußgängerüberwegen noch abzuwarten. Dann könne erneut darüber diskutiert werden, so Bürgermeister Albrecht zum Schluss.