Ein Unbekannter hat am vergangenen Wochenende ein Haus im Talblick ausgekundschaftet. Die Anwohner berichten von einer „Einbruchserie“ auf Facebook. Die Polizei ermittelt nun und prüft, ob zu einem Fall in Kippenheim ein Zusammenhang besteht.
Erst ein Klingeln, dann ein Krachen, das Überwachungsvideo zeigt eine vermummte Gestalt: In Münchweier sind Anwohner offenbar Opfer eines versuchten Einbruchs geworden. „Ich möchte die Größe der Gruppe nutzen, um auf eine derzeitige Einbruchserie in Münchweier aufmerksam zu machen“, heißt es in einem Post, der in der lokalen Facebook-Gruppe „Ettenheim/Münchweier“ veröffentlicht wurde.
Der Vorfall habe sich in der Nacht von Freitag auf Samstag im Talblick in Richtung Ettenheimmünster ereignet. In der kurzen veröffentlichten Aufnahme der Überwachungskamera ist eine bis auf die Augen vermummte Gestalt erkennbar, die erst an der Haustür klingelt und kurz darauf die Flucht ergreift. Fünf bis zehn Minuten nach dem Klingeln hätten die Anwohner, die zu Hause gewesen seien, ein Krachen gehört „und dann umgehend die Lichter angemacht sowie die Polizei informiert“. Weiter heißt es: „Vor zwei Wochen wurde in zwei Häuser unter uns eingestiegen.“
Auch im Tulpenweg wurde ein Einbrecher ertappt
Der versuchte Einbruch in dem Ettenheimer Ortsteil ist nicht der einzige Fall in der südlichen Ortenau. Erst Anfang April war ein Einbrecher im Kippenheimer Tulpenweg vom Hauseigentümer auf frischer Tat ertappt worden. Durch Aufhebeln eines Fensters war dieser in das Gebäude gelangt, wo er mehrere Räumlichkeiten durchwühlt hatte. Der Flüchtige war mit einem Hubschrauber der Polizei sowie mehreren Streifenwagen gesucht worden, konnte aber nicht festgenommen werden (wir berichteten).
„Die Fälle in Münchweier und Kippenheim sind den Beamten des Polizeipostens Ettenheim bekannt und die Ermittlungen werden dort geführt“, erklärt Polizeisprecher Yannik Hilger auf Nachfrage unserer Redaktion.
Die Polizei prüft, ob die Fälle zusammenhängen
„Nach derzeitigem Stand kann von keiner Serie gesprochen werden. Ein Zusammenhang wird aufgrund der zeitlichen und örtlichen Nähe geprüft.“ Auch wenn innerhalb von drei Wochen gleich zwei Einbrecher ertappt wurden, die südliche Ortenau sei in dem Deliktsbereich nicht außergewöhnlich betroffen. Auch weitere Fälle seien bislang nicht gemeldet worden. Das Überwachungsvideo werde derzeit ausgewertet, aufgrund der laufenden Ermittlungen könne die Polizei dazu jedoch keine weiteren Angaben machen. „Die polizeiliche Präsenz in den betroffenen Gebieten wird erhöht. Dies ist in Wohngebieten grundsätzlich der Fall, soweit es die Auftragslage zulässt“, sagt der Polizeisprecher. Um Einbrüchen vorzubeugen, gibt die Polizei Hinweise.
Konfrontation mit dem Einbrecher vermeiden
So sollte beim Verlassen des Hauses unbedingt die Haustür abgeschlossen werden. Auch Fenster, Balkontüren und Terrassentüren sollten immer verschlossen werden. „Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster“, heißt es. Weiter rät die Polizei davon ab, den Schlüssel draußen zu verstecken. Wer seinen Schlüssel verliert, sollte den Schließzylinder auswechseln. Auf dem eigenen sowie dem Nachbargrundstück sollte auf Fremde geachtet werden und Hinweise zur Abwesenheit sollten nicht in sozialen Netzwerken oder auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden. „Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei“, sagt Hilger. Zusätzlich empfiehlt die Polizei eine mechanische Sicherung aller Fenster und Türen. Ergänzende Sicherheit biete eine Einbruch- und Überfall-Meldeanlage. „Damit werden Einbruchsversuche automatisch gemeldet und man kann den Alarm bei Gefahr auch selbst auslösen.“
Im Fall eines Einbruchs rät die Polizei dazu, jede Konfrontation zu vermeiden. „Stellen Sie sich dem Einbrecher keinesfalls in den Weg. Spielen Sie nicht den Helden, denn das könnte schlimm für Sie ausgehen.“ Stattdessen soll sofort die Polizei verständigt und eine möglichst gute Beschreibung des Täters und seines eventuell eingesetzten Fluchtfahrzeugs abgegeben werden. Weitere Tipps zur Einbruchsicherung gibt es auf der Webseite der Einbruchschutz-Kampagne „K-Einbruch“ unter www.k-einbruch.de.
Thema im Ortschaftsrat
Derzeit treiben Einbrecher ihr Unwesen im Dorf, teilte auch Ortsvorsteherin Charlotte Götz bei der Ortschaftsratssitzung mit. Unter anderem in der Talstraße sei „ziemlich dreist in der Nacht“ nicht ohne Lärm eingebrochen worden. In einem anderen Fall vor zwei Wochen sei ein Haus sogar vom Keller bis zum Dach durchstöbert worden. Nun soll die Bevölkerung im aktuellen Gemeindeblatt gewarnt werden.