Helga Wössner tritt ohne Gegenkandidaten zur Wahl am Sonntag, 28. September, an. Eines ihrer Ziele ist es, die Selbstständigkeit der Gemeinde zu erhalten.
Als sie 2017 gewählt wurde, war das in doppelter Hinsicht ein Novum. Nicht nur, dass Helga Wössner die erste Frau war, die in Mühlenbach Bürgermeisterin wurde, sie war auch die erste Amtsinhaberin, die nicht aus dem Ort kam. Heute bezeichnet Wössner Mühlenbach als ihre Heimat, im Juni des vergangenen Jahres hat sie in Tracht geheiratet und sich nun für eine zweite Amtsperiode beworben – als einzige Bewerberin.
„Demokratie bedeutet im Kern den Wettbewerb der besten Ideen. Dass außer mir niemand kandidiert, werte ich zugleich als Bestätigung dafür, dass ich gemeinsam mit dem Gemeinderat gute und verlässliche Arbeit geleistet habe“, kommentiert Wössner diesen Umstand.
Und das möchte sie weiter tun. „Ich möchte noch einmal acht Jahre Verantwortung übernehmen, die Zukunft Mühlenbachs weitergestalten und viele schöne Dinge anstoßen“, begründet sie ihre Bewerbung für eine zweite Amtsperiode. Dabei vertraut sie auch auf den Gemeinderat und ihre Mitarbeiter. „Wir sind ein eingespieltes Team“, lobt sie.
Immer mehr Aufgaben für Kommunalverwaltungen
Angesichts der steigenden Anzahl an Aufgaben, die die Kommunalverwaltungen erfüllen müssen während die ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nicht angepasst werden, gelte es gleichzeitig aber auch, den Blick fürs Wesentliche zu wahren, sagt Wössner. Das hindert sie aber nicht daran, noch viel vorzuhaben. „Wir haben viele Pflichtaufgaben, wie die moderne Ausstattung der Feuerwehr, eine gute Infrastruktur und zeitgemäße Digitalisierung. Auf diesem Fundament möchte ich aufbauen und viele weitere Projekte durchführen.“ Es gehe ihr darum, in Mühlenbach attraktives Leben für Jung und Alt zu ermöglichen. Um das zu erreichen, nennt Wössner einen ganzen Katalog an Projekten und Plänen. Dazu gehören eine verlässliche Kinderbetreuung, wie Ganztags- und Ferienbetreuung an den Grundschulen, barrierefreies Wohnen und insgesamt die Verschönerung des Ortsbilds. Auch die weitere Verkehrsberuhigung steht auf ihrer Agenda. „Da haben wir mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 Kilometer pro Stunde an der Hauptstraße und der Versetzung des Ortsschilds schon einiges erreicht“, erinnert sie. Bei einer neuen Verkehrsschau will sie weitere Potenziale ausfindig machen lassen, damit an kritischen Stellen langsamer gefahren wird. Sie denkt da zum Beispiel an einen Blitzer, in welcher Form werde sich zeigen. Am Sportplatz denkt sie über sogenannte Haifischzähne (siehe Info) nach, um das Verkehrsaufkommen zu beruhigen. „Das Besondere am Bürgermeisteramt in einer kleinen Gemeinde ist, dass man viel bewegen kann und dabei immer im direkten Austausch mit den Bürgern steht. Gemeinsam lassen sich so viele Dinge gestalten“, fasst Wössner ihre Motivation zusammen. Sie schätzt die Mühlenbacher ob ihrer Bodenständigkeit, ihres Fleißes, ihres Realitätssinns und ihrer Anpack-Mentalität. Und sie fühlt sich ihnen zugehörig. „Mühlenbach ist meine Heimat geworden und ich sage den Menschen hier fest zu, dass ich als Bürgermeisterin hierbleiben will“, betont sie. Ein Wechsel in eine andere Gemeinde oder ein anderer Beruf kämen für sie nicht mehr in Frage – auch wenn es natürlich immer mal wieder Angebote gebe. Sie fühlt sich wohl im Ort, der die perfekte Mischung aus Tradition und Moderne biete – und natürlich sei die zauberhafte Landschaft ein Plus.
Gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat
Auch mit dem Gemeinderat arbeite sie gerne zusammen. „Die Räte sind aktiv bei allem dabei, haben selbst Ideen und packen immer mit an. Da nimmt mancher auch mal selbst den Zollstock in die Hand und misst etwas für uns aus“, berichtet Wössner. Ähnlich sei es bei den Verwaltungsmitarbeitern. „Da kann man stets darauf vertrauen, dass sie alles in die Hand nehmen“, lobt sie.
Wössners großes Ziel sei es mitunter aus diesen Gründen, die Selbstständigkeit der Gemeinde zu erhalten. Das heißt aber nicht, dass sie sich isolieren solle. Gerade da die Gemeinden in Zukunft immer mehr Aufgaben bei gleichbleibenden finanziellen Mitteln zu erfüllen hätten, würde Wössner gerne die interkommunale Zusammenarbeit stärken, sagt sie. „Die Kommunen haben viele Pflichtaufgaben. Wir hoffen, dass ihnen genügend Geld für Freiwilliges bleibt. Sonst geht ihnen irgendwann die Luft aus“, sagt Wössner mit Blick auf die Bundespolitik.
„Haifischzähne“
„Haifischzähne“ ist das umgangssprachliche Wort für eine eine Fahrbahnmarkierung. Diese weist auf eine Wartepflicht hin, meist an Kreuzungen, an denen die Rechts-vor-Links-Regel gilt. Die spitzen Dreiecke, die zum sich nähernden Fahrzeug zeigen, sollen Verkehrsteilnehmer auf die Wartepflicht aufmerksam machen, insbesondere wenn der Radverkehr Vorfahrt hat.